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Neuer Ukraine-Botschafter für Deutschland: Melnyks Nachfolger steht wohl fest

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Von: Christoph Gschoßmann

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Dem ukrainischen Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, fällt der Abschied schwer.
Er ist als Botschafter der Ukraine in Detuschland abberufen worden: Andrij Melnyk. © imago-images

Nach Andrij Melnyks Entlassung als Botschafter soll nun ein Nachfolger feststehen. Melnyk hatte mit kontroversen Aussagen für Aufsehen gesorgt.

Berlin / München - Der neue Botschafter der Ukraine steht wohl fest: Nachfolger von Andrij Melnyk soll Oleksij Makejew werden. Melnyk war wegen kontroverser Aussagen in die Kritik geraten und am 9. Juli von Präsident Wolodymyr Selenskyj entlassen worden.

Dass nun Makejew auf ihn folgen soll, berichtet RTL. Das Auswärtige Amt soll erst in zwei Wochen offiziell informiert werden. Derzeit hat er noch einen anderen Job inne: Er arbeitet als Sonderbeauftragter für Sanktionen. Wie der Sender berichtet, spricht Makejew sehr gut Deutsch und Englisch. Makejew ist Jahrgang 1975 und ist demnach seit 1996 im diplomatischen Dienst. Er war in Berlin und Bonn tätig und leitete von 2014 bis 2020 die Politische Abteilung des Außenministeriums.

Ukraine: Was passiert mit Andrij Melnyk?

Was jedoch mit Melnyk passieren soll, scheint weiter unklar. Nach sieben Jahren im Dienst als Botschafter der Ukraine in Deutschland gibt es laut Informationen der Bild Pläne, ihn ins Außenministerium zu ziehen. Aus Regierungskreisen heißt es demnach, Melnyks Abberufung käme keiner Degradierung gleich, er könne aber sogar befördert werden und stellvertretender Außenminister werden. Auch habe Melnyks Ende als Botschafter nichts mit seinen Äußerungen über den ukrainischen Nationalistenführer Stephan Bandera (1909-1959) zu tun. Es handele sich um eine „simple Rotation, wie es üblich ist“, versicherte Selenskyj.

Melnyk hatte gesagt, es gebe „keine Belege, dass Banderas Truppen Hunderttausende Juden ermordet haben.“ Und weiter: „Er hat keinen Befehl gegeben, Juden zu vernichten“, was „viele Historiker“ erforscht hätten. Der ehemalige Botschafter rückt auch weiterhin nicht von seinen Aussagen ab. Bandera führte den radikalen Flügel der Organisation Ukrainischer Nationalisten an. Die Gruppe war für ethnisch motivierte Vertreibungen verantwortlich, zehntausende Zivilisten aus Polen sollen dabei ihr Leben gelassen haben. Nach seiner Flucht nach Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er vom KGB ermordet. Das ukrainische Außenministerium hatte sich von Melnyks Aussagen distanziert. Es waren nicht die einzigen, die während des Ukraine-Konflikts für Aufsehen gesorgt hatten - so auch die im Streit mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. (cg)

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