+
Mit Kerzen gedachten die Ukrainer der Männer, die unmittelbar nach der Katastrophe als "Liquidatoren" in dem Unglücks-Reaktor eingesetzt wurden. Foto: Sergey Dolzhenko

Ukraine hofft auf Geld für Tschernobyl-Schutzhülle

Tschernobyl (dpa) - 29 Jahre nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl hat die Ukraine die internationale Gemeinschaft zur Finanzhilfe für den Fertigbau der Schutzhülle aufgerufen.

Die Anstrengungen der Geber-Länder seien wichtig, um die Folgen der Tragödie vom 26. April 1986 zu beseitigen, sagte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko.

Die krisengeschüttelte Ex-Sowjetrepublik steht in einem schwelenden Bürgerkrieg mit Separatisten im Osten und ist auf Finanzhilfen angewiesen. Poroschenko erinnerte zum Jahrestag an die Opfer des schwersten Unglücks in der Geschichte der zivilen Nutzung der Atomenergie.

Der neue 100 Meter hohe Sarkophag soll die brüchige Schutzhülle aus Beton ersetzen, die über den Reaktortrümmern errichte worden war. Bis November 2017 soll das Projekt fertig sein. Allerdings fehlen Schätzungen zufolge noch mindestens 615 Millionen Euro zur Fertigstellung. Unter Vorsitz Deutschlands ist am Mittwoch (29. April) bei der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) in London eine Geberkonferenz geplant.

"Wir hoffen, das wir gemeinsam mit den Geberländern eine zuverlässige und ungefährliche Abdeckung über den zerstörten Reaktorblock errichten, damit die Ukraine und andere Völker von einer Wiederholung der Tragödie von 1986 geschützt werden", sagte Poroschenko der Mitteilung des Präsidentenamtes zufolge.

Poroschenko zum 29. Jahrestag

Atomkraftwerk Tschernobyl, Englisch/Ukrainisch/Russisch

Energoatom, Englisch/Ukrainisch/Russisch

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Russische Stiftung bezahlte Krimreise von AfD-Politiker Pretzell
Koblenz - Marcus Pretzell von der AfD hat sich eine dienstliche Reise auf die Krim von einer russischen Stiftung bezahlen lassen. Für den Europaabgeordneten ist das …
Russische Stiftung bezahlte Krimreise von AfD-Politiker Pretzell
„Angriff gegen uns alle“: Frauenmärsche gegen Trump
Washington - Donald Trump bläst schon am ersten Tag seiner Präsidentschaft der Wind ins Gesicht. Weltweit gehen Frauen gegen den Republikaner auf die Straßen.
„Angriff gegen uns alle“: Frauenmärsche gegen Trump
Nationalisten üben in Koblenz den Schulterschluss
Koblenz - „Merkel muss weg“ rufen sie bei Pegida. Beim Treffen der Rechtspopulisten in Koblenz ertönt der gleiche Slogan. Rückenwind gibt den Teilnehmern der Sieg von …
Nationalisten üben in Koblenz den Schulterschluss
Tausende demonstrieren gegen Rechtspopulisten-Kongress
Koblenz - Bunte Fahnen, Transparente und die „Ode an die Freude“ haben Demonstranten dem Kongress europäischer Rechtspopulisten in Koblenz entgegengesetzt. Es kamen viel …
Tausende demonstrieren gegen Rechtspopulisten-Kongress

Kommentare