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Alexander Turtschinow, Sekretär des ukrainischen Sicherheitsrates.

Konflikt

Ukraine hofft auf US-Raketenabwehr - Russland warnt

Moskau  - Die prowestliche Führung in der Ukraine hat trotz aller Warnungen aus Moskau ihr Land als möglichen Standort für eine US-Raketenabwehr ins Spiel gebracht.

Die Regierung sei offen für Gespräche darüber, sagte der Sekretär der Sicherheitsrates, Alexander Turtschinow, am Mittwoch in Kiew. „Die atomare Bedrohung durch Russland ist eine Realität“, meinte er.

Aus Moskau folgte sogleich eine nachdrückliche Warnung. Sollte die US-Raketenabwehr in die Ukraine kommen, werde Russland Gegenmaßnahmen ergreifen, kündigte Kremlsprecher Dmitri Peskow an.

Die Atommacht Russland sieht den von den USA in Europa geplanten Raketenschild als Gefahr für ihre Sicherheit. Die USA argumentieren indes, das Programm richte sich nicht gegen Russland, sondern solle vor möglichen Angriffen aus Nahost schützen. Der russische Außenminister Sergej Lawrow bezeichnete Turtschinows Äußerung als „heiße Luft und kontraproduktiv“ in Zeiten der Krise.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko bekräftigte in einem Interview der BBC, dass sich sein Land in einem „richtigen Krieg“ mit Russland sehe. Bei einer Pressekonferenz in Kiew sprach er von bis zu 14.000 russischen Soldaten, die in der Ostukraine auf der Seite der moskautreuen Separatisten kämpfen sollen. Dabei berief er sich auf ukrainische und westliche Geheimdienstinformationen.

Die russische Führung ging auf Distanz zu Poroschenko. „Wir haben ein ernstes Vertrauensdefizit, das leider auf konkreten Fakten beruht, auf der konkreten Nicht-Erfüllung von Vereinbarungen in unterschriebenen Dokumenten“, sagte Kremlsprecher Peskow.

Russland hatte die Ukraine dazu aufgerufen, den Mitte Februar im weißrussischen Minsk vereinbarten Friedensplan für das Kriegsgebiet Donbass umzusetzen. Trotz der seit mehr als drei Monaten geltenden Waffenruhe in der Ostukraine wurden bei Gefechten zwischen Regierungstruppen und den Aufständischen erneut drei Soldaten getötet, wie die Armeeführung mitteilte.

Für diesen Freitag sei ein erneutes Arbeitstreffen der Kontaktgruppe mit Vertretern der Ukraine, Russlands und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) geplant, hieß es aus Kiew. Konkrete Ergebnisse werden nicht erwartet.

dpa

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