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Johnson begleitet Selenskyj auf Tour durch Kiew - ein Mann ist plötzlich sichtlich gerührt

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Von: Cindy Boden

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Der britische Premier Johnson hat Selenskyj in Kiew besucht - mit ihm aber nicht nur am Tisch gesessen. Ein Video macht die Runde, das die beiden bei einem Rundgang zeigt.

Kiew - Ein Besuch in Kiew ist derzeit etwas Besonderes: Schließlich herrscht seit Wochen Krieg in der Ukraine. Doch immer mehr EU-Politiker sind in den vergangen Tagen zu Präsident Wolodymyr Selenskyj gereist, um Unterstützung und Solidarität zuzusichern. So am Samstag (9. April) auch der britische Premierminister Boris Johnson. Sein Besuch erfolgte unangekündigt.

Die beiden unterhielten sich aber nicht nur, wie Videoaufnahmen zeigen. Sie liefen demonstrativ auch durch die Straßen der ukrainischen Hauptstadt. Selenskyjs Büro veröffentlichte am Samstag ein Video, das die beiden Politiker im weitgehend menschenleeren Stadtzentrum zeigt, bewacht von Scharfschützen und anderen Sicherheitskräften.

Ukraine-Krieg: Johnson zu Besuch in Kiew - ein Mann ist sichtlich gerührt

Johnson und Selenskyj liefen dabei über den Chreschtschatyk-Boulevard zum Maidan-Platz - ohne Schutzausrüstung: Johnson in Anzug und Krawatte, Selenskyj wie sei Kriegsbeginn gewohnt im oliv-farbenen Militärlook. Nach Wochen der Belagerung um Kiew herum wurde es nach dem Abzug der russischen Truppen etwas ruhiger in der Region.

Die beiden Politiker grüßten bei ihrer Tour mehrere Passanten, winkten den wenigen Menschen, denen sie begegneten, zu. Ein Mann war sichtlich gerührt, den britischen Premierminister in Kiew zu treffen. „Wir brauchen Sie“, sagte der Mann, worauf Johnson antwortete: „Schön, Sie kennenzulernen. Wir haben das Privileg, Ihnen zu helfen.“

Johnson zu Ukraine-Besuch bei Selenskyj in Kiew - „Steigern unsere militärische Unterstützung“

Johnson sagte bei dem Treffen der Ukraine zur Abwehr des russischen Angriffs 120 gepanzerte Fahrzeuge und Anti-Schiffsraketensysteme zu. „Wir steigern unsere militärische und wirtschaftliche Unterstützung und bringen eine weltweite Allianz zusammen, um diese Tragödie zu beenden.“ Es müsse sichergestellt werden, dass „die Ukraine als freie und souveräne Nation überlebt und gedeiht“.

Die neuen Waffenlieferungen gingen über die Zusage vom Vortag hinaus, Rüstungsgüter im Wert von 100 Millionen Pfund (120 Millionen Euro) zu schicken, teilte die britische Regierung mit. Zu diesem Paket zählen moderne Luftabwehr-Raketen vom Typ Starstreak, 800 Panzerabwehrwaffen sowie lenkbare Präzisionsmunition.

Wolodymyr Selenskyj (r.), Präsident der Ukraine, und Boris Johnson (l.), Premierminister von Großbritannien, gehen durch die Innenstadt von Kiew.
Wolodymyr Selenskyj (r.), Präsident der Ukraine, und Boris Johnson (l.), Premierminister von Großbritannien, gehen durch die Innenstadt von Kiew. © Uncredited/Ukrainian Presidential Press Office/AP/dpa

Ukraine-Krieg: Reist auch Scholz zu Selenskyj? Österreicher sucht derweil Putin auf

Die Rufe aus und nach Deutschland, dass auch Kanzler Olaf Scholz nach Kiew reisen soll, werden lauter. Auf einer Pressekonferenz, wiederum mit Johnson bei Scholz‘ Besuch in London, blieb der Kanzler zuletzt vage: „Über Reisepläne teilen wir beide, glaube ich, immer dann etwas mit, wenn wir losfahren“, sagte er lediglich.

Aber nicht nur die Reisen nach Kiew werden derzeit beobachtet: Auch nach Russland, zu Präsident Wladimir Putin, will ein EU-Politiker am Montag (11. April) reisen: Österreichs Kanzler Karl Nehammer. (cibo/AFP/dpa)

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