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„Absoluter Witz“: Klitschko geht auf Scholz-Regierung los - 5000 Helme für Ukraine „unterlassene Hilfeleistung“

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Von: Felix Durach

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Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko spricht auf einem Forum in der ukrainischen Hauptstadt.
Der Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, zeigte sich verärgert und enttäuscht über die Lieferungen von Schutzhelmen aus Deutschland. © Hennadii Minchenk/imago-images

Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko hat die angekündigten Lieferungen von deutschen Schutzhelmen als „Witz“ bezeichnet und schwere Vorwürfe gegen die Bundesregierung erhoben.

Kiew - Der Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt Kiew, Vitali Klitschko, hat sich enttäuscht und fassungslos über die angekündigten Lieferungen von 5000 Schutzhelmen aus Deutschland im Rahmen des Ukraine-Konflikts geäußert. Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) hatte am Mittwoch angekündigt, militärische Ausrüstung in Form von 5000 Schutzhelmen für Soldaten in das Krisengebiet in der Ostukraine liefern zu wollen. Damit würde die Bundesregierung signalisieren: „Wir stehen an eurer Seite“, so die Ansicht Lambrechts.

Klitschko im Ukraine-Konflikt sprachlos über deutsche Unterstützung - „absoluter Witz“

Ein Signal, das vor allem in Kiew so wohl nicht angekommen ist. „Mich macht das Verhalten der deutschen Bundesregierung nur noch sprachlos“, sagt Vitali Klitschko gegenüber der Bild-Zeitung. Der ehemalige Box-Weltmeister, der seit 2014 Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt ist, hat nur Unverständnis für das Verhalten der Bundesregierung übrig.

„Die Verteidigungsministerin hat offenbar nicht verstanden, dass wir es mit einer perfekt ausgerüsteten russischen Armee zu tun haben, die jederzeit mit der weiteren Invasion der Ukraine beginnen kann“, so der Appell des 50-Jährigen in Richtung Lambrecht. „5000 Helme sind ein absoluter Witz. Was will Deutschland als Nächstes zur Unterstützung schicken? Kopfkissen?“, so Klitschko weiter.

Ukraine-Konflikt: Kiews Bürgermeister Klitschko wirft Bundesregierung „unterlassene Hilfeleistung vor“

Bereits am Montag hatte der Bürgermeister von Kiew in einem Gastbeitrag für die Bild-Zeitung scharfe Kritik am Vorgehen der Bundesregierung geäußert. Dabei bezog sich der 50-Jährige vor allem auf das Waffenlieferverbot, so wie das Festhalten an der umstrittenen Gaspipeline Nord Stream 2. „Das ist unterlassene Hilfeleistung und Verrat an Freunden in einer dramatischen Situation, in der unser Land von mehreren Grenzen von russischen Truppen bedroht wird“, schrieb Klitschko.

Mitglieder der ukrainischen Territorialen Verteidigungskräfte, freiwillige Militäreinheiten der Streitkräfte, trainieren in einem Stadtpark in Kiew.
Mitglieder der ukrainischen Territorialen Verteidigungskräfte, freiwillige Militäreinheiten der Streitkräfte, trainieren in einem Stadtpark in Kiew. © Efrem Lukatsky/dpa

Verteidigungsministerium liefert 5000 Schutzhelme - „Tropfen auf den heißen Stein“

Der ukrainische Botschafter in Berlin Andrij Melnyk hatte im Vorlauf von Kriegsschiffen und Luftabwehrsystemen als Unterstützung für die Ukraine gesprochen. Zudem hatte er 100.000 Schutzhelme und Schutzwesten für Freiwillige gefordert. Die zugesagte Lieferung über fünf Prozent der geforderten Menge begrüßte Melnyk am Mittwoch zwar, bezeichnete sie jedoch als „Tropfen auf den heißen Stein.“ Nach Angaben aus dem Verteidigungsministerium hat die Ukraine dann am 19. Januar in einem Schreiben um Ausrüstungshilfe gebeten und Helme und Schutzwesten als Bedarf genannt. Dabei seien aber keine konkreten Mengen erbeten worden. (fd/dpa)

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