+
Vitali Klitschko will nicht bei der Präsidentschaftswahl in der Ukraine kandidieren.

Überraschung in der Ukraine

Klitschko will doch nicht Präsident werden

Kiew - Im Februar hatte Boxweltmeister Vitali Klitschko erklärt, er werde bei der Präsidentschaftswahl in der Ukraine kandidieren. Doch jetzt hat er er sich offenbar anders überlegt.

Der ukrainische Oppositionspolitiker Vitali Klitschko will nicht bei der Präsidentenwahl am 25. Mai antreten. Er verzichte auf eine Kandidatur und unterstütze stattdessen die Bewerbung des proeuropäischen Unternehmers Pjotr Poroschenko, sagte der frühere Boxchampion am Samstag in Kiew. Klitschko kündigte zugleich an, er wolle sich am 25. Mai um das Amt des Bürgermeisters von Kiew bewerben. „Ich will Kiew zu einer wirklich europäischen Stadt machen“, betonte der 42 Jahre alte Chef der Partei Udar (Schlag).

Bei der Präsidentenwahl am selben Tag sollten alle Oppositionskräfte Poroschenko unterstützen. „Die einzige Chance zu siegen, ist die Nominierung eines Einheitskandidaten der demokratischen Kräfte“, appellierte Klitschko.

Villa gestürmt: So luxuriös lebte Janukowitsch

Villa gestürmt: So luxuriös lebte Janukowitsch.

Zwei Monate vor der Präsidentenwahl in der Ex-Sowjetrepublik liegt Poroschenko in Umfragen klar vor der ehemaligen Regierungschefin Julia Timoschenko. Der 48 Jahre alte Unternehmer gilt als Co-Financier der jüngsten Massenproteste auf dem Unabhängigkeitsplatz (Maidan) - und der prowestlichen Orangenen Revolution von 2004.

Poroschenko gehören der einflussreiche Fernsehsender 5. Kanal sowie der Süßwarenkonzern Roshen, was ihm den populären Spitznamen „Schokoladenkönig“ einbrachte.

Timoschenko offiziell zur Präsidentenkandidatin gekürt

Die ukrainische Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko hat sich am Samstag von ihrer Vaterlandspartei offiziell zur Kandidatin für die Präsidentenwahl am 25. Mai küren lassen. Timoschenko, die Russlands Präsidenten Wladimir Putin öffentlich als „Feind Nummer eins der Ukraine“ bezeichnet hatte, wurde bei einem Parteitreffen in Kiew einstimmig nominiert. Sie rief zu härterem Widerstand gegen die russische Annexion der Halbinsel Krim auf. „Wir müssen die Streitkräfte stärken, um unsere Sicherheit zu erhöhen“, sagte Timoschenko. Ihr Comeback wird wegen ihres ausgesprochen antirussischen Kurses auch im Westen mit Sorge gesehen.

Die Partei der Regionen des gestürzten Präsidenten Viktor Janukowitsch wählte unterdessen den russlandtreuen Ex-Gouverneur des ostukrainischen Gebiets Charkow, Michail Dobkin, zum Kandidaten der Wahl im Mai. Als unabhängige Kandidatin tritt zudem die populäre Ärztin Olga Bogomolez an.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

GroKo im News-Ticker - Unionsspitzen bereiten am Montag Koalitionsverhandlungen vor
Es ist schon jetzt die längste Regierungsbildung in der Geschichte der Bundesrepublik. Die SPD fällte einen staatstragenden Beschluss - die GroKo-Verhandlungen sollen …
GroKo im News-Ticker - Unionsspitzen bereiten am Montag Koalitionsverhandlungen vor
Trotz „Shutdown“: Freiheitsstatue in New York öffnet am Montag wieder 
In den festgefahrenen Streit um den Zwangsstillstand der US-Regierung kommt Bewegung. Der Senat nahm am Sonntag in Washington seine Beratungen wieder auf - und die …
Trotz „Shutdown“: Freiheitsstatue in New York öffnet am Montag wieder 
Grünes Licht für Koalitionsverhandlungen - Konflikte inbegriffen
Verhandeln bis es quietscht - Andrea Nahles sagt, was nach dem Ja des SPD-Parteitags in den Koalitionsverhandlungen ansteht. Die SPD will mehr, als die Sondierungen …
Grünes Licht für Koalitionsverhandlungen - Konflikte inbegriffen
Irans Parlamentarier erzwingen nach Protesten Gefängnisbesichtigung
Lange hat die iranische Reformfraktion nach den regimekritischen Protesten um eine Gefängnisbesichtigung gekämpft. Nun darf eine Gruppe von ihnen die inhaftierten …
Irans Parlamentarier erzwingen nach Protesten Gefängnisbesichtigung

Kommentare