+
Im Osten der Ukraine prallen erneut Regierungstruppen und Separatisten aufeinander.

Konferenz in Berlin

Massive Angriffe auf Separatisten in der Ukraine

Berlin - Die Kämpfe in der Ostukraine sind nach zehntägiger Waffenruhe wieder voll entbrannt. Im Ringen um Frieden in der Region richten sich die Blicke auf ein Krisentreffen in Berlin.

Mit massiven Luftangriffen haben ukrainische Streitkräfte nach dem Ende der Feuerpause Stellungen von Separatisten im Osten des Landes attackiert. Bei der „Anti-Terror-Operation“ würden etwa 120 Stützpunkte der prorussischen Aufständischen unter Feuer genommen, teilte die Armeeführung in Kiew am Mittwoch mit. „Die Offensive endet erst, wenn der letzte russische Söldner ukrainischen Boden verlassen hat“, sagte Verteidigungsminister Michail Kowal. Medien berichteten über große Schäden in den bombardierten Orten.

In Berlin wollen am Nachmittag die Außenminister Deutschlands, Russlands, Frankreichs und der Ukraine erneut über eine Feuerpause und einen Friedensplan beraten. Der russische Vize-Außenminister Grigori Karassin sagte vor dem Treffen, die Teilnehmer sollten auch über den Einsatz von OSZE-Beobachtern sprechen. Moskau erhalte sein Angebot aufrecht, dass Teams der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) auf russischem Territorium die ukrainische Grenze kontrollieren könnten, betonte Karassin.

Vertreter der Aufständischen erklärten sich zu neuen Verhandlungen bereit. „Wir haben bereits auf einige Forderungen verzichtet und stehen für Gespräche über eine Waffenruhe zur Verfügung“, sagte Separatistenanführer Alexander Borodaj in Donezk. Er berichtete von heftigen Angriffen auf die Ortschaften Gorlowka und Dserschinski. Dort habe es Tote und Verletzte gegeben. Allerdings hätten auch die Sicherheitskräfte bedeutende Verluste erlitten, sagte Borodaj.

Der ukrainische Parlamentschef Alexander Turtschinow sprach in Kiew von Erfolgen der „Anti-Terror-Operation“. Regierungstruppen und Nationalgarde seien dabei, den Osten der Ukraine „effektiv von Terroristen zu säubern und von den Belagerern zu befreien“. Der Berater des ukrainischen Innenministeriums, Sorjan Schkirjak, sprach von etwa 1000 getöteten Separatisten allein am Dienstag.

Separatisten wiesen dies als „Unsinn“ zurück. „Es gibt schwere Kämpfe, doch wir sind bisher nicht einen Meter zurückgewichen“, sagte der Anführer Waleri Bolotow in Lugansk. „Es wurde eine große Zahl an Militärtechnik und Personalbestand des Gegners vernichtet.“

Der Vizechef des russischen Sicherheitsrats, Jewgeni Lukjanow, warf den USA „gefährliche Zündelei“ in der Ukraine vor. Die prowestliche Führung in Kiew lasse sich ihre Politik von „US-Experten aus der Aufklärungsbranche und den Sicherheitsdiensten“ diktieren, sagte er der Staatsagentur Ria Nowosti. Die Lage sei wie in den 1990er Jahren in Russland, als CIA-Mitarbeiter „fatalen Einfluss“ nehmen wollten auf die Politik des Kreml, kritisierte Lukjanow in Moskau.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Letzter Versuch zur Obamacare-Abschaffung droht zu scheitern
Washington (dpa) - Der erneute Versuch von Donald Trumps US-Republikanern, die Gesundheitsversorgung seines Vorgängers Barack Obama zu ersetzen, droht zu scheitern.
Letzter Versuch zur Obamacare-Abschaffung droht zu scheitern
Forsa-Chef: AfD wird sich im Bundestag selbst zerlegen
Berlin - Der Chef des Meinungsforschungsinstituts Forsa, Manfred Güllner, zeichnet ein düsteres Bild für die Zukunft der AfD.
Forsa-Chef: AfD wird sich im Bundestag selbst zerlegen
Dauer-Pfeifkonzert auf dem Marienplatz: So schlug sich Merkel
Wahlkampfendspurt auf dem Marienplatz: Angela Merkel spricht mit heiserer Stimme gegen ein Pfeifkonzert an und warnt vor Rot-Rot-Grün. Derweil gibt Martin Schulz in …
Dauer-Pfeifkonzert auf dem Marienplatz: So schlug sich Merkel
Weniger Öl nach Nordkorea: China setzt verschärfte Sanktionen um
China kündigt Sanktionen gegen seinen störrischen Nachbarn Nordkorea an, will aber den Ölhahn nicht komplett abdrehen. Russlands Außenminister warnt vor weiteren …
Weniger Öl nach Nordkorea: China setzt verschärfte Sanktionen um

Kommentare