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Belarus könnte verstärkt in Ukraine-Konflikt eingreifen – „Verlängerter Arm des Kremls“

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Von: Cindy Boden

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Rauch steigt von einem russischen Panzer auf, der von den ukrainischen Streitkräften am Rande einer Straße in der Region Luhansk am 26. Februar 2022 zerstört wurde (Archivbild).
Rauch steigt von einem russischen Panzer auf, der von den ukrainischen Streitkräften am Rande einer Straße in der Region Luhansk am 26. Februar 2022 zerstört wurde (Archivbild). © Anatolii Stepanov/AFP

Womöglich mischt auch Belarus bald verstärkt im Ukraine-Konflikt mit. Berichten zufolge warnen die USA davor. Es gibt sogar schon eine Angriffsmeldung.

Kiew - Auch Belarus spielt im Ukraine-Konflikt* eine Rolle: So marschierten russische Truppen auch von dort aus in die Ukraine ein. Jetzt könnte sich das Land im Norden weiter einmischen. Es wird darüber spekuliert, dass Russlands Partnerland Belarus mit eigenen Soldaten in den Krieg zieht.

Fallschirmjäger sollen den Befehl bekommen haben, am Montagmorgen (28. Februar) in die Ukraine zu fliegen, berichtet die ukrainischen Agentur Unian. Dabei hatte der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko* nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyjs* noch am Sonntag versichert, nicht in den Krieg eingreifen zu wollen.

Ukraine-Konflikt: Belarus bereitet sich offenbar auf Unterstützung Russlands Invasion vor

Belarus bereite sich auf die Unterstützung mit Soldaten vor, heißt es auch in einem Bericht der Washington Post. Der Einsatz könnte bereits am Montag beginnen, sagte demnach ein Beamter der US-Regierung am Sonntagabend. „Es ist ganz klar, dass Minsk jetzt ein verlängerter Arm des Kremls ist“, sagte der Beamte, der anonym bleiben wollte.

Diese Handlungen würden die geplanten Friedensgespräche sehr wahrscheinlich erschweren. Denn Kiew und Moskau wollen am Montag in der belarussischen Region Gomel an der Grenze zur Ukraine sprechen. Selenskyj sagte bereits vorab: „Ich glaube nicht an ein Ergebnis dieses Treffens, aber lasst es uns versuchen.“ Weder Selenskyi noch Russlands Präsident Wladimir Putin* werden an dem Treffen teilnehmen, beide schicken eine Delegation.

Laut Tagesschau hänge die Entscheidung Lukaschenkos über Soldaten im Nachbarland vom Ausgang der Gespräche zwischen Russland und der Ukraine ab, so ein hoher US-Geheimdienstbeamter.

Ukraine-Konflikt: Bericht über russische Raketenangriffe von Belarus aus

Womöglich haben die Angriffe aus Belarus aber auch schon begonnen. Der Kyiv Independent berichtet über Twitter jedenfalls gegen 7 Uhr Montagmorgen, dass Russland Iskander-Raketensysteme einsetze, um den Flughafen Schytomyr in der Ukraine anzugreifen. Die Luftangriffe seien von Belarus aus mit russischen Raketenwerfern durchgeführt worden. Die Lage in der Ukraine ist teilweise sehr unübersichtlich. Viele Informationen lassen sich nicht unabhängig prüfen.

Belarus‘ Rolle im Ukraine-Konflikt mit Russland: Hilfe dem Verbündeten

Der belarussische Machthaber Lukaschenko hatte am Sonntag eingeräumt, dass russische Truppen von seinem Land aus die Ukraine angegriffen hätten. Zwei Raketen seien abgefeuert worden, „weil Kiew drei bis vier Raketendivisionen an der Grenze“ zu Belarus stationiert habe, sagte er Staatsmedien zufolge in Minsk.

Vorwürfe, dass auch belarussische Soldaten an der Seite Russlands in der Ukraine* kämpfen, wies er da noch mit Nachdruck zurück. „Dort gibt es keine einzige belarussische Patrone.“ Allerdings helfe Belarus „natürlich“ den Russen. Verwundete würden versorgt.

Zugleich forderte Lukaschenko, den Krieg zu beenden. „Ich würde dies allerdings nicht Krieg nennen. Es ist ein Konflikt. In zwei Tagen ist es ein Krieg, in drei Tagen eine Schlacht“, sagte er. „Wir müssen uns an den Verhandlungstisch setzen und die Fragen lösen, auch diejenigen, die von Russland vorgebracht wurden.“ (dpa/cibo) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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