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Wegen nächstem Protest gegen Ukraine-Krieg: Journalistin Owsjannikowa festgenommen

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Von: Markus Hofstetter

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Nach einer zweiten Protestaktion gegen den Ukraine-Krieg ist die Journalistin Owsjannikowa erneut festgenommen worden. Inzwischen ist sie wieder frei.

Moskau - Die russische Journalistin Marina Owsjannikowa wurde weltweit bekannt, als sie Mitte März im Live-Programm eines Fernsehsender gegen den Ukraine-Konflikt protestierte und für kurze Zeit festgenommen wurde. Nun hat die Polizei sie offenbar erneut verhaftet. Auf ihrem Telegram-Kanal wurden am Sonntag Fotos gepostet, die angeblich zeigen, wie sie von Polizisten in einen Minibus abgeführt wird. Von offizieller Seite gab es zur Festnahme keine Stellungnahme.

Journalistin Owsjannikowa erneut verhaftet: Grund ist offenbar Protestaktion in der Nähe des Kremls

Auch das Bürgerrechtsportal OVD-Info in Moskau und die Organisation Cinema for Peace in Deutschland berichteten über die Festnahme. Sie sei in das Krasnoselski-Polizeirevier in Moskau gebracht worden. In der Nacht zum Montag meldete OVD-Info unter Berufung auf den Anwalt Dmitri Sachwatow, Owsjannikowa sei wieder frei.

Journalistin Marina Owsjannikowa
Die durch ihren Kriegsprotest im russischen Fernsehen bekannt gewordene Journalistin Marina Owsjannikowa bei einem Interview mit der dpa. © Annette Riedl/dpa

Grund für die Festnahme ist offenbar eine erneute Protestaktion der Journalistin. Owsjannikowa hatte am Freitag allein in der Nähe des Kreml stehend demonstriert, indem sie ein Plakat in die Höhe hielt. Darauf stand „Putin ist ein Mörder“ und „Seine Soldaten sind Faschisten.“ In der Ukraine seien bereits 352 Kinder getötet worden. „Wie viele Kinder müssen noch sterben, bis ihr aufhört?“

Journalistin Owsjannikowa erneut verhaftet: Fotos von Protestaktion auf Telegram veröffentlicht

Die russische Journalistin hatte auf Telegram Fotos von ihrer Aktion veröffentlicht. Unklar blieb, von wann die Bilder waren und wie lange Owsjannikowa an der Uferstraße des Flusses Moskwa gestanden hatte. Üblicherweise unterbindet die russische Polizei solche Proteste in kürzester Zeit. Derartige Erklärungen sind in Russland als Veröffentlichung von „Falschinformationen“ und „Verunglimpfung“ der Armee strafbar und können mit langen Freiheitsstrafen belegt werden.

Owsjannikowa hatte am 14. März während einer Live-Sendung ein Protestplakat gegen den Krieg gezeigt. Darauf stand: „Stoppt den Krieg. Glaubt der Propaganda nicht. Hier werdet ihr belogen“. Dafür bekam die bis dahin als linientreu geltende Redakteurin weltweit Anerkennung. Die russischen Behörden verhängten eine Geldstrafe gegen sie. (AFP/mh)

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