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Ukraine-Konflikt: Video zeigt russisches Krematorium auf Rädern - „sehr, sehr besorgniserregend“

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Von: Jonas Raab

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Der britische Verteidigungsminister Ben Wallace ist besorgt, Russland könne im Ukraine-Konflikt „mobile Krematorien“ einsetzen, um Todeszahlen noch vor Ort zu vertuschen.

Kiew/Moskau - Es ist ein unscheinbarer Lkw, den die britische Tageszeitung Telegraph in einem Video zeigt. Doch wenn sich ein paar Sekunden nach dem Klick auf Play die Ladefläche öffnet, kommt vor dem Hintergrund des aktuellen Ukraine-Konflikts unweigerlich ein bedrückendes Gefühl auf. Zu sehen ist eine Art rollendes Krematorium, dass Russlands Machthaber Wladimir Putin laut dem britischen Verteidigungsminister Ben Wallace im schnell voranschreitenden Angriffskrieg auf die Ukraine benutzen könnte, um gefallene Soldaten „verdampfen“ zu lassen.

Putins vermeintliche Intention dahinter: Kriegsopfer vertuschen, um weitere Demonstrationen im eigenen Land zu verhindern. Der Hintergrund: Seit Donnerstag (24. Februar) finden in einigen russischen Städten Proteste gegen den Einmarsch in die Ukraine statt. Der Konflikt um die Ostukraine hat eine lange Vorgeschichte – und auch Demonstrationen in Russland sich nicht neu: Bereits 2014 nach der Annexion der Krim wurde in Russland Kritik an den Truppenverlusten laut.

Ukraine-Konflikt: Manipuliert Russland eigene Todesopfer im Krieg?

Das soll nun scheinbar verhindert werden. Wie der Telegraph berichtet, würden die Krematorien den Truppen auf ihrem Weg in die ukrainische Hauptstadt Kiew hinterherfahren, um Leichen der russischen Soldaten verschwinden zu lassen. Laut Wallace könne Putin so die Zahl russischer Verluste manipulieren.

Die Zahl der bisherigen Opferzahlen auf beiden Seiten im Ukraine-Konflikt ist unklar. Die offiziellen Angaben am Samstagmittag (26. Februar): Die Ukraine beklagt wohl mindestens 200 Todesopfer, Russland etwa 450. Ein nicht namentlich genannter ranghoher Vertreter in Brüssel äußerte bereits am Freitag Bedenken an den Zahlen: „Mein Gefühl ist, dass es wahrscheinlich noch viel mehr Verluste gibt.“

Diese Karte veranschaulicht, wo der Ukraine-Krieg wütet und diese Karte zeigt die bereits eroberten Gebiete im Ukraine-Krieg.

Ukraine-Konflikt: Fährt ein rollendes Krematorium den russischen Soldaten hinterher, um Tote zu vertuschen?

Wallace zeigt sich angesichts der Krematorium-Gerüchte besorgt: „Wenn ich Soldat wäre und wüsste, dass meine Generäle so wenig Vertrauen in mich hätten, dass sie mir mit einem mobilen Krematorium folgen, oder ich die Mutter oder der Vater eines Sohnes wäre, der in einem Kampfgebiet eingesetzt wird, und meine Regierung die Verluste mit einem mobilen Krematorium zu vertuschen versucht, wäre ich sehr, sehr besorgt“, sagt der britische Verteidigungsminister dem Telegraph.

Aktuell sind die Bilder des Krematorium-Videos, die der Telegraph veröffentlicht hat, aber nicht – allein die grünen Bäume im Hintergrund weisen darauf hin. Für Wallace ist allerdings allein die Existenz der Lastwägen besorgniserregend.

„Beunruhigende Randnotiz“ im Ukraine-Konflikt: Video zeigt mobiles Krematorium der Russen

Der britische Verteidigungsminister nennt die Möglichkeit, ein mobiles Krematorium zu benutzen, „eine beunruhigende Randnotiz“ des Ukraine-Konflikts. Das würde zeigen, wie die Russen zu ihren Streitkräften und ihren Soldaten stehen würden, sagte der britische Verteidigungsminister. „Als Soldat zu wissen, dass nach einem etwas kommt, dass einen verdampfen könnte, wenn man getötet wird, sagt alles, was man über das russische Regime wissen muss“, fügte Wallace hinzu. (jo)

+++ Ludwig Mailinger saß über Jahrzehnte in Verhandlungsrunden mit Vertretern Russlands und der USA in einem Raum. Hier ein Exklusiv-Interview mit ihm: Kreml-Experte zeichnet zwei bittere Zukunftsszenarien im Ukraine-Krieg - und erklärt Putins Motivation

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