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Ukraine-Konflikt: Explosionen und Schüsse in Kiew - Das geschah in der Nacht zu Samstag

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Von: Jennifer Lanzinger

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Ukraine-Konflikt
Hochhäuser in einem Wohngebiet in Kiew in der Morgendämmerung. © Ukrinform/dpa

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine könnte in der entscheidenden Phase sein, in der Nacht meldete das ukrainische Militär viele Gefechte. Die aktuellen Ereignisse im Ukraine-Konflikt.

Kiew - Am Abend hatte sich die Hauptstadt der Ukraine, Kiew, im entscheidenden Kampf befunden. „Das Schicksal des Landes entscheidet sich gerade jetzt“, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj in der Nacht zum Samstag. Die Lage im Ukraine-Konflikt bleibt undurchsichtig, doch das ukrainische Militär meldet erste Erfolge und die Abwehr russischer Angriffe. Die Ereignisse der Nacht in der Übersicht.

Ukraine-Konflikt: Ukrainisches Militär verteidigt Kiew - Das geschah in der Nacht zu Samstag

Bereits am Donnerstag hatte der russische Präsident Wladimir Putin das Nachbarland angegriffen. Am Freitag drangen russische Truppen an den Rand der Hauptstadt Kiew vor, die auch aus der Luft beschossen wurde. Selenskyj rief die ukrainische Bevölkerung in einer Videobotschaft auf seinem Telegram-Kanal zur Verteidigung von Kiew auf. „Der Feind wird alle seine Kräfte einsetzen, um unseren Widerstand zu brechen“, sagte Selenskyj gegen Mitternacht ukrainischer Zeit. „In dieser Nacht setzen sie zum Sturm auf Kiew an.“ Er rief alle Ukrainer auf, „den Feind wo auch immer möglich aufzuhalten“. Die Bevölkerung sollte alle Markierungen entfernen, die Saboteure an Straßen und Häusern anbringen. „Verbrennt die feindliche Militärtechnik mit allem, was zur Verfügung steht!“

In der Nacht wurden im Ukraine-Krieg (Hintergründe zum Ukraine-Konflikt) zunächst vom Stadtrand der ukrainischen Hauptstadt Schüsse und Kämpfe gemeldet. Diese Karte zeigt, wie großflächig die Angriffe in der Ukraine sind. Russische Truppen versuchten, das Heizkraftwerk Nr. 6 anzugreifen, teilte das Amt für Behördenkommunikation mit. Die ukrainische Armee verteidigte das Kraftwerk.

Am frühen Morgen teilte die Armee mit, russische Truppen hätten eine Kaserne der ukrainischen Streitkräfte im Westen von Kiew beschossen. Und auch dieser Angriff sei zurückgeschlagen worden. Die Kaserne liegt etwa sieben Kilometer vom Zentrum der Millionenstadt entfernt. Fotos zeigten hellen Feuerschein über der Stelle der Kämpfe. Auf Videos, die in sozialen Netzwerken geteilt wurden, waren Explosionen und Schüsse zu hören. Die Sirenen heulten vielerorts.

Ukraine-Konflikt: Ukrainisches Militär hatte bereits am Freitag Erfolge gemeldet

Die ukrainischen Streitkräfte hatten schon am Freitag immer wieder Verteidigungserfolge gemeldet, unter anderem den Abschuss eines russischen Militärtransportflugzeugs vom Typ Iljuschin Il-76. Gesicherte Informationen aus der Ukraine sind aber inzwischen immer schwerer verfügbar. Viele westliche Journalisten haben die Hauptstadt verlassen.

Eine diplomatische Lösung für den Konflikt ist nicht in Sicht. Russland erklärte sich zwar bereit für Gespräche. Und ein Sprecher Selenskyjs sagte, die Führung in Kiew sei darüber mit Moskau in Kontakt. „Unmittelbar in diesen Stunden führen die Seiten Konsultationen über Ort und Zeit eines Gesprächsprozesses“, schrieb Sprecher Serhij Nikiforow auf Facebook. Doch hatte Putin deutlich gemacht, dass er die ukrainische Führung um Selenskyj stürzen will. Der ukrainische Präsident selbst sieht sich als Feind Nummer eins des russischen Angriffs. So bleibt offen, was Gespräche bringen sollen und wer sie führen würde.

Ukraine-Konflikt: EU-Sanktionen treten in Kraft

Um Druck auf Russland auszuüben, traten in der Nacht auf Samstag die neuen EU-Sanktionen in Kraft. Die Strafmaßnahmen zielen darauf ab, Russland und seiner Wirtschaft erheblichen Schaden zuzufügen. Dafür werden zum Beispiel die Refinanzierungsmöglichkeiten des Staates und von ausgewählten privaten Banken und Unternehmen eingeschränkt. Zudem erlässt die EU Ausfuhrbeschränkungen für strategisch wichtige Güter.

Darüber hinaus setzt die EU Putin und den russischen Außenminister Sergej Lawrow auf ihre Sanktionsliste. Unklar blieb zunächst allerdings, ob Putin und Lawrow Vermögen in der EU haben, das eingefroren werden könnte. Das Außenministerium in Moskau teilte mit, die beiden hätten keine Konten im Westen. Auch die USA und Großbritannien verhängten Sanktionen gegen Putin und Lawrow.

Die Staats- und Regierungschefs der 30 Nato-Staaten bekräftigten bei einem Sondergipfel am Freitag ihre feste Entschlossenheit zur kollektiven Verteidigung der Alliierten. „Unser Bekenntnis zu Artikel 5 des Vertrags von Washington ist unerschütterlich. Wir stehen zum Schutz und zur Verteidigung aller Verbündeten zusammen“, hieß es in der Abschlusserklärung. „Wir werden tun, was notwendig ist, um jeden Verbündeten und jedes Stück Nato-Gebiet zu beschützen und zu verteidigen“, sagte Generalsekretär Stoltenberg.

Diese Karte offenbart die Eroberungen im Ukraine-Krieg: Diese Gebiete sind bereits unter russischer Kontrolle.

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