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Ukraine-Wirren: Russische Einheit soll sich ergeben haben - „Niemand dachte, dass wir töten würden“

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Ukraine, Kiew: Feuerwehrleute betrachten die Trümmer eines Flugzeugs das zwischen Häusern abgestürzt ist. Es war unklar, wessen Flugzeug abgestürzt ist und wer es zum Absturz gebracht hat.
In Kiew stürzten Flugzeugtrümmer auf Wohnhäuser. Die Hintergründe sind weiter unklar. © Oleksandr Ratushniak/AP/dpa

Ein angeblich abgeschossener russischer Kampfjet und 13 tote ukrainische Grenzschützer: Die Meldungen von den Schlachtfeldern im Ukraine-Krieg überschlagen sich.

Kiew - Die Lage im Ukraine-Krieg bleibt unübersichtlich. Viele Meldungen aus dem Gefechtsgebiet lassen sich kaum oder nur schwer verifizieren. So ist derzeit noch unklar, was hinter den Videos steckt, die seit dem frühen Morgen über soziale Netzwerke verbreitet wurden - sie zeigen angeblich den Abschuss eines russischen Jets über Kiew. Auf den Bildern ist eine große Explosion am Himmel der ukrainischen Hauptstadt zu sehen.

Die Aufnahmen zeigten, wie ein Flugabwehrsystem der Ukraine ein russisches Flugobjekt abgeschossen hat, erklärte der Berater des ukrainischen Innenministers, Anton Heraschtschenko. Das Fluggerät sei anschließend in ein Wohnhaus gestürzt und habe es in Brand gesetzt. Russland hingegen dementierte, Kiew angegriffen zu haben. Russische Nachrichtenagenturen zitierten einen Vertreter des Verteidigungsministeriums mit den Worten, bei dem abgeschossenen Flugobjekt habe es sich um einen ukrainischen Kampfjet gehandelt, der vom ukrainischen Militär selbst getroffen worden sei. Verifizieren lässt sich keine der beiden Behauptungen.

Ukraine-Krieg: Russische Soldaten sollen sich ergeben haben

Ebenfalls nicht unabhängig bestätigt wurde eine Meldung, die das ukrainische Oberkommando am Donnerstag über Facebook verbreitete. Ihr zufolge hatte sich „ein ganzer Aufklärungszug der 74. motorisierten Schützenbrigade“ Russlands in der Nähe der nordukrainischen Großstadt Tschernihiw ergeben.

„Niemand dachte, dass wir töten würden. Wir wollten nicht kämpfen, wir sammelten Informationen“, zitiert die ukrainische Seite die Soldaten. Auch Oksana Markarowa, die ukrainische Botschafterin in den USA, verbreitete diese Meldung. Die russischen Soldaten hätten „nicht gewusst, dass man sie in die Ukraine gebracht hat, um Ukrainer zu töten“, so Markarowa am Donnerstag.

„Die Ukraine verteidigt unsere Heimat“, sage Markarowa vor Journalisten. „Wir werden unsere Heimat verteidigen, und es ist an der Zeit, dass alle freien und demokratischen Nationen, die die Prinzipien und die territoriale Integrität und das Recht eines jeden Landes auf Frieden schätzen, mit uns zusammenstehen - aber nicht nur mit uns zusammenstehen, sondern auch mit uns zusammen handeln, um den Krieg in Europa zu beenden.“

Ukraine-Krieg: Angeblich 13 tote Grenzschützer auf Insel im Schwarzen Meer

Unterdessen fordert der Ukraine-Krieg offenbar immer mehr Todesopfer. So wurden nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Kiew 13 ukrainische Grenzschützer getötet, als sie auf der Schlangeninsel im Schwarzen Meer unter Beschuss eines russischen Kriegsschiffs gerieten. Weitere 82 ukrainische Soldaten sollen sich demnach ergeben haben.

Während des Vorfalls soll es zu einem Wortwechsel zwischen den ukrainischen Soldaten und der Besatzung des russischen Kriegsschiffs gekommen sein. Auf einer Aufnahme, die ein ukrainischer Beamter verbreitete, ist zu hören, wie die russische Seite eine Warnung ausstößt: „Dies ist ein russisches Kriegsschiff. Ich schlage vor, Sie legen Ihre Waffen nieder und ergeben sich, um Blutvergießen und unnötige Opfer zu vermeiden. Andernfalls nehmen wir Sie unter Feuer.“ Daraufhin hätten die ukrainischen Grenzschützer erwidert: „Russisches Kriegsschiff, fick dich!“ Die Aufnahme wurde allerdings nicht offiziell bestätigt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte an, die 13 gefallenen Männer posthum ehren zu wollen.

Ukraine-Krieg: Kiew spricht von 2800 „verlorenen“ russischen Soldaten

Die ukrainischen Streitkräfte haben Russland nach eigenen Angaben bereits schwere Verluste zugefügt. Bisher hätten die einrückenden Truppen 2800 Soldaten „verloren“, teilte das Verteidigungsministerium in Kiew am Freitagnachmittag mit. Dabei war unklar, ob es sich um getötete, verwundete oder gefangene Soldaten handeln soll. Außerdem seien schätzungsweise bis zu 80 Panzer, mehr als 500 weitere Militärfahrzeuge sowie zehn Flugzeuge und sieben Hubschrauber zerstört worden. Die Angaben können derzeit nicht unabhängig überprüft werden.

Zuvor hatten die Streitkräfte mitgeteilt, es seien mehr als 1000 russische Angreifer getötet worden. „Wir sind stark! Der Sieg wird unser sein!“, betonte das Ministerium. Russland hat nach eigenen Angaben keine nennenswerten Verluste erlitten. (sh/dpa)

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