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Premiere im Ukraine-Konflikt: Oligarchen-Superyacht kommt unter den Hammer

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Von: Markus Hofstetter

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Im März wurde die Yacht eines russischen Oligarchen festgesetzt. Nun könnte er es endgültig verlieren, denn das Luxusschiff soll unter dem Hammer kommen.

Gibraltar - Yachten von milliardenschweren Unterstützern des russischen Präsidenten Wladimir Putin sind Ziele westlicher Sanktionen. So wurde etwa im April im Hamburger Hafen die „Dilbar“ festgesetzt, das Schiff gehört der Schwester des russischen Oligarchen Alisher Usmanov, Gulbakhor Ismailova. Laut Bloomberg hat allein Finnland 21 solcher Luxusgefährte beschlagnahmt. Auch in Spanien und Italien liegen Schiffe fest, die angeblich russischen Oligarchen gehören.

Versteigerung von Oligarchen-Yacht: beschlagnahmte Schiffe kommen Behörden teuer zu stehen

Eines der beschlagnahmten Schiffe könnte nun versteigert werden. Das geht aus einem Bericht des YouTube-Kanals „Esysman Superyachts“ hervor. Dabei handelt es sich um die 73 Meter lange „Axioma“ des russischen Großunternehmers Dimitri Pumpianski, die Ende März 2022 in Gibraltar festgesetzt wurden. Auf Anordnung des Obersten Gerichtes des britischen Überseegebietes komme die Yacht nun unter den Hammer.

Die Yacht Axioma
Die Superyacht Axioma liegt seit März 2022 in Gibraltar fest (Archivfoto von 2019) © Giovanni Romero/imago

Die Behörden Gibraltars werden diese Entscheidung mit Erleichterung hören. Denn ein beschlagnahmtes Schiff ist teuer. So berichtet die FAZ, dass allein der Unterhalt der „Sailing Yacht A“, die von Italien beschlagnahmt wurde, 20.000 Euro kostet - pro Tag. Das Problem ist, dass der Staat eine festgesetzte Superyacht nicht einfach verkaufen kann. Erst müssen die rechtlichen Fragen geklärt werden, was sich lange hinziehen kann. Das belastet die öffentlichen Kassen nicht unerheblich.

Versteigerung von Oligarchen-Yacht: Fall lässt sich nicht verallgemeinern

Doch der Fall der „Axioma“ ist keine Blaupause für andere beschlagnahmte Schiffe. Denn laut dem Bericht des YouTube-Kanals gehört das 71 Millionen Euro teure Schiff zwar dem Putin-Unterstützer Pumpianski, wird aber vom Unternehmen Pyrene Investments unterhalten.

Die US-Bank JPMorgan hat dieser Managementgesellschaft ein Darlehen in Höhe von 21 Millionen Euro gewährt. Da dieses Geld aufgrund der Sanktionen gegen den Oligrachen nicht zurückgezahlt werden kann, ist die US-Bank vor Gericht gezogen. Dieses gestand JPMorgan das Recht zu, das Schiff zu veräußern, um den Kredit zu decken. Der Zeitpunkt der Beginn der Versteigerung und die Höhe des Startpreises sind allerdings noch nicht bekannt.

Oligarchen-Yachten auf der Flucht: Schiffe werden in sichere Länder gebracht

Für Pumpianski, der laut Stern sein geschätztes Privatvermögen in Höhe von 2,2 Milliarden Dollar in der Öl- und Gasindustrie verdient hat, ist das wohl ein schmerzhafter Verlust. Auch weil es anderen Oligarchen gelungen ist, ihre Luxusschiffe in Sicherheit zu bringen. Ein beliebtes Ziel für sie ist die Türkei, da Ankara keine Sanktionen gegen Russland verhängt hat. Damit sind die Yachten in türkischen Gewässern vor Beschlagnahmung sicher.

Der russische Oligarch Dimitri Pumpianski
Der russische Oligarch Dimitri Pumpianski wird wohl seine Superyacht „Axioma“ verlieren (Archivfoto von 2021) © Pavel Lisitsyn/imago

So hat Roman Abramowitsch zwei seiner Jachten in das Land gebracht. Auch die Malediven im Indischen Ozean und der Balkanstaat Montenegro scheinen Fluchtziele zu sein. (mh)

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