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Will Putin Selenskyj ermorden? Russland schickt angeblich Hunderte Söldner nach Kiew

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Von: Sven Hauberg

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Hunderte Söldner der berüchtigten Gruppe Wagner sollen sich seit Tagen in Kiew aufhalten. Ihr Ziel: die Ermordung von Präsident Wolodymyr Selenskyj.

Kiew - In seiner Kriegserklärung an die Ukraine hat Wladimir Putin keine Zweifel an seinen Absichten gelassen: Mit dem Einmarsch in das Nachbarland will der russische Machthaber den demokratisch gewählten Präsidenten Wolodymyr Selenkyj aus dem Amt entfernen. Wie die Zeitung The Times aus London nun berichtet, hat der Kreml dazu mehr als 400 Söldner in das Land geschickt, die Selenskyj und anderen Mitglieder der ukrainischen Regierung ermorden sollen. Eine Bestätigung des Berichts gibt es nicht.

Bei den Söldnern soll es sich um Mitglieder der berüchtigten Gruppe Wagner handeln, eines privaten Sicherheits- und Militärunternehmens, das 2014 vom Putin-Vertrauten Dmitri Utkin gegründet worden war. Die Gruppe Wagner soll die russische Machtübernahme der Krim unterstützt haben und war außerdem im Donbass und später in Syrien aktiv. Dem Unternehmen werden Folter und andere Verletzungen der Menschenrechte vorgeworfen. Zuletzt sollen sich einige hundert Mitglieder der privaten Miliz im westafrikanischen Mali aufgehalten haben.

Ukraine-Konflikt: Wagner-Milizionäre angeblich aus Afrika abgezogen

Die Times beruft sich in ihrem Bericht auf die ukrainische Nachrichtenagentur Unian und auf die ukrainische Regierung. Diese habe am Samstagvormittag (26. Februar) Informationen über die Pläne des Kreml erhalten und anschließend eine „harte“ Ausgangssperre über Kiew verhängt. Während der 36-stündigen Ausgangssperre suche das ukrainische Militär auf den Straßen der Hauptstadt nach russischen Saboteuren; Zivilisten, die sich nicht an die Anordnung hielten, würden riskieren, „liquidiert“ zu werden, wenn man sie für Agenten des Kreml halte.

Das von der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Sputnik veröffentlichte Bild zeigt russische Soldaten, die auf einem gepanzerten Fahrzeug auf einer Straße nahe der Grenze zwischen Russland und der Ukraine mitfahren.
Das von der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Sputnik veröffentlichte Bild zeigt russische Soldaten, die auf einem gepanzerten Fahrzeug auf einer Straße nahe der Grenze zwischen Russland und der Ukraine mitfahren. © Anton Vergun/Sputnik/dpa

Die mehr als 400 Wagner-Milizionäre, die nun angeblich in Kiew aktiv sind, sollen vor fünf Wochen von einem Einsatz in Afrika abgezogen worden sein. US-Medien hatten vor einigen Wochen berichtet, die Gruppe Wagner habe mehrere hundert Kämpfer aus der Zentralafrikanischen Republik nach Russland verlegt; unabhängig bestätigt wurde dies allerdings nicht. Die Gruppe Wagner soll für die Tötung mehrerer Zivilisten in dem afrikanischen Land verantwortlich sein.

Ukraine-Konflikt: EU-Sanktionen gegen Wagner-Vertrauten

Am vergangenen Donnerstag hatte die EU den einflussreichen russischen Oligarchen Jewgeni Prigoschin auf ihre Sanktionsliste gesetzt. Der 60-Jährige gilt als Inhaber eines weitläufigen Firmennetzwerks, das in Verbindung zur Gruppe Wagner stehen soll. Prigoschin ist laut EU für die Entsendung von Mitgliedern der Miliz in die Ukraine verantwortlich. Gegen die Wagner-Gruppe selbst hatte die EU bereits Ende 2021 Sanktionen erlassen.

Der russische Präsident Putin hatte in seiner Kriegserklärung die ukrainische Regierung als „Nazis“ bezeichnet - eine Lüge, die der Kreml seit Längerem verbreitet. Mit dem Militäreinsatz wolle sich Russland „um die Entmilitarisierung und Entnazifizierung der Ukraine bemühen und diejenigen vor Gericht stellen, die zahlreiche blutige Verbrechen an Zivilisten, einschließlich Bürgern der Russischen Föderation, begangen haben“, sagte Putin weiter. Außerdem bezeichnete er die Selenskyj-Regierung als „volksfeindliche Junta“.

Ukraine-Konflikt aktuell: Selenskyj offenbar weiter in seinem Land

Trotz der Bedrohung durch Russland hält sich Selenskyj offenbar weiter in der Ukraine auf. Am Montag hatte sich der Präsident an die Europäische Union gewandt und die „unverzügliche Aufnahme“ seines Landes in die EU gefordert. „Ich bin überzeugt, dass das gerecht ist. Ich bin überzeugt, dass wir das verdient haben“, sagte Selenskyj in einer Videobotschaft. (sh)

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