Krieg gegen die Ukraine: So ist die Lage

Russische Invasion

Krieg gegen die Ukraine: So ist die Lage

Ukrainische Soldaten werfen Russland in einem Bericht einen Gaseinsatz vor. Und der ukrainische Mobilfunkanbieter Kyivstar meldet erneut Netzprobleme. Die News im Überblick.
Krieg gegen die Ukraine: So ist die Lage

Erster Einsatz seit August 2023

Abgefeuert von Kampfjets: Putin setzt im Ukraine-Krieg erneut auf „Kinschal“-Raketen
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Russischer Angriffskrieg

Umstrittene Mobilmachung: Kiew will Mangel an Soldaten lösen
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Abramowitsch scheitert mit Klage gegen Sanktionen

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Die Sanktionen wegen des russischen Angriffskriegs betreffen auch Abramowitsch. Der Oligarch soll enge Verbindungen zu Putin haben. Abramowitsch klagte vor dem …
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„Mäusefieber“ bedroht Putins Truppen – Hantavirus an der Front im Ukraine-Krieg

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Russische Soldaten in der Ukraine klagen über hohes Fieber. Es könnte sich um das gefährliche Hantavirus handeln, das von Nagetieren übertragen wird.
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Solidarität trotz Ukraine-Krieg: China und Russland wollen „Hand in Hand voranschreiten“

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Besuch bei Freunden: In Peking lobt Russlands Ministerpräsident Mischustin die Zusammenarbeit mit China. Auch sein Gastgeber findet freundliche Worte – und erwähnt den …
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Geheimdienst enthüllt: So schlecht schneidet Putins „unbesiegbare“ Rakete im Ukraine-Krieg ab

Russlands „unbesiegbare“ Rakete funktioniert laut dem britischen Geheimdienst nicht wie geplant. Die Luftwaffe setzte sie erneut im Ukraine-Krieg ein.
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Russland im Wirtschaftsdilemma: Putins riskanter Tanz zwischen Sanktionen und Krieg

Russlands Wirtschaft soll trotz Sanktionen boomen – wegen des Ukraine-Kriegs. Doch Putins Strategie könnte dem Land schon bald zum Verhängnis werden.
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Aufnahmen zeigen: Russische Soldaten kämpfen womöglich unter Drogen

Ukraine-Krieg: Russische Sträflinge mit Drogen gestärkt?
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„Selbstmordmission“: Ukraine–Armee steht wegen waghalsigen Angriffen schwer in der Kritik

Berichte häufen sich, wonach die ukrainischen Streitkräfte am Dnipro in der Region Cherson schwere Verluste erleiden. Dennoch gibt Kiew nicht nach.
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„Geh selbst an die Front“: Russlands Soldaten-Frauen greifen Putin an – Kreml greift zu harten Bandagen

Eine Gruppe von Angehörigen fordert die Rückkehr russischer Soldaten aus der Ukraine – und richtet scharfe Worte an Präsident Putin.
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Putins Truppe lässt offenbar ihre Ausrüstung zurück – zur Freude der Ukraine

Ukrainische Partisanen rücken nach Dschankoj vor. Dabei machen sie eine kuriose Entdeckung – Russland lässt wohl Ausrüstung unbewacht auf dem Feld zurück.
Putins Truppe lässt offenbar ihre Ausrüstung zurück – zur Freude der Ukraine

Neue Russland-Sanktionen treffen Putins Vetternwirtschaft – Kreml-Reaktion lässt tief blicken

Die EU hat neue Sanktionen gegen Russland beschlossen. Diese treffen auch Putins Familien-Zirkel. Der Kreml reagiert direkt und lässt dadurch tief blicken.
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Früherer Putin-Berater zieht hartes Fazit: Ukraine-Krieg „schlecht vorbereitet“

Der sonst kremlnahe Sergej Markow kritisiert seinen Präsidenten und dessen Vorgehen in der Ukraine in einem Interview ungewöhnlich offen.
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Todesfalle russische Panzer: Leichtsinnige Konstruktionen laden Ukrainer regelrecht ein

Die russischen Truppen versuchen sich in der Ukraine verzweifelt gegen Panzerabwehrlenkwaffen zu schützen. Manche Panzer-Einheit Moskaus geht dafür ein großes Wagnis ein.
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Krieg gegen die Ukraine: So ist die Lage

Das zwölfte EU-Sanktionspaket zielt auf Russlands milliardenschweres Diamantengeschäft. Und das UN-Menschenrechtsbüro sieht Anzeichen für Folter an Ukrainern in …
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London: Russland setzt wieder Hyperschallrakete ein

Die Hyperschallrakete vom Typ Kinschal ist für gut verteidigte Ziele vorgesehen. London zufolge läuft ihr Einsatz aber bisher durchwachsen. Nun sollte sie offenbar einen …
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Hotels in Deutschland - Krise ohne Ende?

Die deutsche Hotellerie steckt in der Krise. Erst kam die Pandemie, dann mit dem Ukraine-Krieg und dessen Folgen der nächste Schlag. Höhere Preise scheinen …
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„Kill Ratio“ 1 zu 10: Ukraine will Russland maximale Verluste zufügen – und ist auf dem Rückzug

Die Ukrainer halten Awdijiwka im Donbass unter eigenen schweren Verlusten. Dahinter steckt wohl eine verzweifelte Taktik gegen die russische Armee.
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Putins neuer „Hoflieferant“ bringt Soldaten wohl Probleme: Nordkorea-Granaten bergen enorme Gefahr

Die Rohre ausgeleiert, die Munition minderwertig: Russlands Kanonieren fliegen ihre eigenen Geschütze um die Ohren. Schuld ist womöglich Kim Jong-un.
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Das ist der Ukraine-Krieg: Ursprung und Chronologie des Konflikts zwischen der Ukraine und Russland

Seit dem 24. Februar 2022 greifen russische Truppen die Ukraine an. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte zuvor im Staatsfernsehen die „militärische Spezialoperation“, wie es offiziell in russischen Medien heißt, angekündigt. Der Ukraine-Krieg ist der traurige Höhepunkt eines Konflikts zwischen der Ukraine und Russland, der sich seit Dezember 2013 immer weiter zuspitzte.

KonfliktUkraine-Krieg
KonfliktparteienRussland, Ukraine
Kriegsbeginn24. Februar 2022

Ukraine-Krieg: Die Ursprünge des Russland-Ukraine-Konflikts

Vor mehr als acht Jahren kam es in der ukrainischen Hauptstadt Kiew zu einem folgenreichen Protest auf dem zentralen Platz Maidan. Mehrere Hunderttausend Ukrainer demonstrierten gegen den prorussischen Präsidenten Viktor Janukowitsch. Dessen Regierung hatte überraschend erklärt, das Partnerschaftsabkommen mit der EU vorerst nicht unterzeichnen zu wollen. Auch Kiews heutiger Bürgermeister Vitali Klitschko war an den Protesten beteiligt.

Im Februar 2014 kam es zur Eskalation. Mehr als 100 Menschen starben, als die Proteste blutig niedergeschlagen wurden. Zu diesem Zeitpunkt war der Ukraine-Krieg noch weit entfernt, doch bereits kurz darauf deutete sich eine Verschärfung des Konflikts an. Im selben Monat besetzten russische Truppen die ukrainische Schwarzmeer-Halbinsel Krim.

Anfang in den Maidan-Protesten und der Krim-Annexion

Wenig später annektierte Russland die Krim nach einem international nicht anerkannten Referendum. Zu diesem Zeitpunkt gab es bereits teils gewaltsame separatistische Bewegungen im Donbass im Südosten der Ukraine, wo das Verhältnis zu Russland traditionell enger ist als im Westen.

Nachdem von Moskau unterstützte Separatisten die „Volksrepubliken“ Donezk und Luhansk ausgerufen hatten, entflammte ein bewaffneter Konflikt, dem annähernd 14.000 Menschen zum Opfer fielen. Die bürgerkriegsähnlichen Zustände konnten auch zwei Abkommen nicht beenden. Im Grunde genommen gibt es also seit 2014 Krieg, jedenfalls in der Ostukraine.

Weiteren Zündstoff lieferten von Separatisten initiierte Parlamentswahlen, später wurden gar der Rubel als offizielles Zahlungsmittel eingeführt und russische Pässe ausgegeben. Einen angeblichen Genozid an Russen durch die Ukraine im Donbass nannte Russlands Präsident Putin später auch als Begründung für den Ukraine-Krieg.

Ukraine-Krieg: Auch neu gewählter Präsident Wolodymyr Selenskyj kann Konflikt nicht entspannen

Die nächste Eskalationsstufe erreichte der Konflikt Ende 2014, als der neugewählte proeuropäische Ukraine-Präsident Petro Poroschenko die bisherige Neutralität des Landes beendete und so einen Nato-Beitritt ermöglichte. Das Bündnis stockte daraufhin das Truppenkontingent an der östlichen Grenze auf 40.000 Soldaten auf.

Während die Kämpfe in der Folgezeit zunahmen – zwischenzeitlich beschossen russische Streitkräfte in der Meerenge von Kertsch ukrainische Schiffe –, und Waffenruhen stets gebrochen wurden, stufte Kiew die abtrünnigen Gebiete im Osten der Ukraine als von Russland besetzt ein. Auch die Initiative des im Mai 2019 gewählten Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zur Entspannung des Konflikts verpuffte. An einen möglichen Ukraine-Krieg dachten aber auch zu diesem Zeitpunkt nur die allerwenigsten.

Anfang 2021 verschärfte sich der Krieg im Donbass nochmals. Im April zog Putin Truppen im Grenzgebiet zur Ostukraine zusammen und drohte mit einem militärischen Eingreifen. Wenige Monate später schrieb er einen Aufsatz, in dem er Gebietsansprüche Russlands in der Ukraine historisch begründete. Diese Schreiben sind wichtig, um Putins Denk- und Argumentationsweise zu verstehen.

Februar 2022: Putin startet den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine

Im November 2021 wurden weitere ungewöhnlich große Truppenkontingente im russischen Grenzgebiet zur Ukraine beobachtet. Die Diplomatie zur Abwendung eines drohenden Ukraine-Kriegs nahm nun Fahrt auf. Doch Versuche auf verschiedensten Ebenen – wie etwa dem Nato-Russland-Rat, Treffen der OSZE oder Gespräche im Normandie-Format – brachten Anfang 2022 keine Lösung. Putin pochte auf Sicherheitsgarantien der Nato, das Bündnis wollte auf einen Stopp der Osterweiterung allerdings nicht eingehen. Der Ukraine-Krieg rückte näher.

Am 21. Februar erklärte Putin das Minsker Abkommen für gescheitert, erkannte die selbst ernannten Volksrepubliken Luhansk und Donezk als unabhängige Staaten an und veranlasste per Dekret die Entsendung von Truppen in die Ostukraine. Westliche Staaten verhängten daraufhin Strafmaßnahmen gegen Russland. Teil der EU-Sanktionen ist etwa der Ausschluss russischer Banken vom internationalen Swift-System. Deutschland legte die Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 für unbestimmte Zeit auf Eis.

Am 24. Februar machte Putin schließlich seine Drohung war und begann den Ukraine-Krieg. Am frühen Morgen kündigte er in einer TV-Ansprache eine Militäroperation an, kurz darauf schlugen erste Raketen in der Ukraine ein.

Der Ukraine-Krieg: Was seit dem 24. Februar 2022 geschehen ist

April 2022:

  • Massaker in Butscha
  • Deutschland diskutiert über Waffenlieferungen an die Ukraine
  • Mehr als fünf Millionen Flüchtlinge aus der Ukraine
  • Das russische Flaggschiff der Schwarzmeerflotte sinkt

Mai 2022:

  • Die G7 und die EU sichern der Ukraine Waffenlieferungen zu
  • Keine Gespräche mehr zwischen Moskau und Kiew
  • Schweden und Finnland beantragen offiziell die Nato-Mitgliedschaft
  • Die umkämpfte Hafenstadt Mariupol fällt komplett in russische Hand
  • Sorge um Gasliefer-Stopp aus Russland

Juni 2022:

  • Die Ukraine wird EU-Beitrittskandidat
  • Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck ruft die Gas-Alarmstufe aus

Juli 2022:

  • Russland reduziert erneut die Gaslieferung durch Nord Stream 1
  • Verstärkt russische Angriffe in der Ostukraine

August 2022:

  • Seit Beginn des Ukraine-Kriegs verlässt erstmals ein Schiff mit Getreide den Hafen der ukrainischen Stadt Odessa

September 2022:

  • In den besetzten Gebieten Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson wird in Scheinreferenden über einen Beitritt zu Russland abgestimmt
  • Wladimir Putin kündigt eine Teilmobilmachung an

Oktober 2022:

  • Die ukrainische Armee bringt die Stadt Lyman und weitere Gebiete unter ihre Kontrolle
  • Russland attackiert zivile ukrainische Infrastruktur

November 2022:

  • Die Ukraine erobert Cherson zurück
  • Russische Angriffe auf die ukrainische Infrastruktur sorgen für zunehmende Stromausfälle
  • Es kommt zu einem Raketeneinschlag in einem polnischen Grenzdorf

Dezember 2022:

  • In Kiew, Cherson und weiteren ukrainischen Städten kommt es zu massiven Ausfällen in der Wasser- und Stromversorgung

Januar 2023:

  • Ein heftiger Kampf um die Stadt Bachmut in der Ostukraine tobt
  • Der Westen sagt der Ukraine nach langen Diskussionen mehr als 100 Kampfpanzer zu

Februar 2023:

  • US-Präsident Joe Biden besucht Kiew

März 2023:

  • Wladimir Putin kündigt die Stationierung von Atomwaffen in Belarus an

April 2023:

  • Ein russischer Militärblogger stirbt bei einer Explosion in St. Petersburg

Mai 2023:

  • Die Gruppe Wagner meldet die Einnahme von Bachmut
  • In der russischen Region Belgorod kommt es zu Kämpfen, offenbar durch eine russische Kampfgruppe auf Seiten der Ukraine
  • Die Ukraine bestätigt die Beteiligung an einem Angriff auf die Krim-Brücke

Juni 2023:

  • Nach einer Explosion bricht der Kachowka-Staudamm in der Südukraine
  • Jewgeni Prigoschins Gruppe Wagner probt kurzzeitig den Aufstand in Russland

Juli 2023:

  • Die USA kündigen die Lieferung von Streumunition an die Ukraine an
  • Nach neuem Streit um ein Getreideabkommen will Russland Frachtschiffe im Schwarzen Meer als feindlich einstufen
  • Die Ukraine meldet Geländegewinne im Süden und Osten des Landes

August 2023:

  • Prigoschin kommt bei einem Flugzeugabsturz ums Leben, der Kreml weist die Verantwortung von sich

September 2023:

  • Nordkoreas Diktator Kim Jong-un besucht Russland
  • Die Ukraine meldet einen Durchbruch bei Robotyne im Süden des Landes
  • Mit einem Raketenangriff zerstört die Ukraine das Hauptquartier von Russlands Schwarzmeerflotte

Oktober 2023:

  • Es toben schwere Kämpfe um die Stadt Awdijiwka in der Ostukraine

November 2023:

  • Der ukrainische Oberbefehlshaber Saluschnyj warnt vor einem langwierigen Stellungskrieg

Chronologie Stand: 22. November 2023

Fragen und Antworten zum Krieg zwischen Russland und der Ukraine

Wann hat der Ukraine-Krieg begonnen?

Die großangelegte Invasion russischer Truppen in die Ukraine begann am 24. Februar 2022, nach monatelangem Truppenaufbau Russlands an der Grenze. Doch ein bewaffneter Konflikt läuft bereits seit 2014. Nach der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim durch Russland bekämpften sich prorussische Separatisten mit der ukrainischen Armee und Freiwilligenmilizen im ostukrainischen Donbass.

Warum herrscht Krieg in der Ukraine?

Die Frage nach der geopolitischen Ausrichtung der Ukraine – prorussisch oder prowestlich – steht im Kern des Konflikts. Nach den zunächst gewaltsam niedergeschlagenen Euromaidan-Protesten, die eine weitere Annäherung der Ukraine an die Europäische Union forderten und letztlich zur Amtsenthebung des prorussischen Präsidenten Wiktor Janukowytsch führten, entstand im Donbass ein bewaffneter Konflikt zwischen prorussischen Separatisten und der ukrainischen Armee sowie Freiwilligenmilizen. Russland annektierte zunächst die Halbinsel Krim. 

Der Friedensplan der Minsker Abkommen scheiterte. Der russische Präsident Wladimir Putin fordert die Anerkennung der selbsterklärten Volksrepubliken Donezk und Luhansk als unabhängige Staaten sowie die Anerkennung der Krim als russisches Territorium. Die Ukraine orientierte sich politisch zudem immer weiter Richtung Westen und gegen Russland.

Russland zog Truppen an der Grenze zusammen und fiel am 24. Februar 2022 schließlich in der Ukraine ein. Neben territorialen Fragen sei die „militärische Spezialoperation“, wie Putin den Krieg nennt, eine Antwort auf die „Aneignung der Ukraine“ durch die Nato. Putin behauptet, er wolle die russische Bevölkerung in der Ukraine vor einem „Genozid“ schützen. Russland könne sich nicht entwickeln und sicher fühlen, „wenn es ständig von der Ukraine bedroht wird“, sagte Putin bei seiner Rede zu Beginn der Invasion. Deshalb spricht er von einer geplanten „Demilitarisierung“ und „Entnazifizierung“ der Ukraine, die von Faschisten regiert werde. Die „Volksrepubliken“ Donezk und Luhansk sowie die Gebiete Saporischschja und Cherson hat Russland im September völkerrechtswidrig für annektiert erklärt. 

Hat die Ukraine einmal zu Russland gehört?

Russland und die Ukraine verbindet eine lange Geschichte. 1922 wurde die, wenige Jahre zuvor durch Russland gegründete, Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik offiziell Teil der Sowjetunion, die von Moskau aus regiert wurde.

Mit Zerfall der UdSSR erklärte die Ukrainische Republik 1990 ihre Souveränität, im Jahr darauf schließlich ihre Unabhängigkeit und den Austritt aus der Union. 90 Prozent der Bevölkerung stimmten in einem Referendum der Abspaltung zu.

Wem gehört die Krim?

Die Krim ist eine Halbinsel zwischen dem nördlichen Schwarzen Meer und dem Asowschen Meer, sowie eine autonome Teilrepublik der Ukraine. Nach dem Zweiten Weltkrieg schenkte Parteichef Nikita Chruschtschow die Krim der Ukraine, anlässlich des 300-jährigen Jubiläums der russisch-ukrainischen Einheit. Nach Auflösung der Sowjetunion blieb die Krim Teil der Ukraine. 2014 hat Russland die Krim völkerrechtswidrig annektiert und besetzt. Putin sieht die Halbinsel als russisches Territorium an.

Wann endet der Ukraine-Krieg?

Experten können nicht genau voraussagen, wann der Krieg in der Ukraine vorbei sein wird. Anzeichen für ein baldiges Ende gibt es aber keine, da beide Seiten Maximalforderungen für Verhandlungen stellen und Zugeständnisse ablehnen. Die gängigste Annahme ist ein langjähriger Abnutzungskrieg zwischen der russischen und der ukrainischen Armee.

Wie endet der Krieg in der Ukraine?

Für das Ende des Kriegs kursieren verschiedene Szenarien. Ein Sieg der Ukraine oder Russlands hängt von der Bedeutung des Begriffs “Sieg” ab. Für die Ukraine würde ein Sieg den vollständigen Rückzug der russischen Truppen bedeuten, auch von der Krim. Russland hatte den Plan, die gesamte Ukraine zu erobern und die Regierung um Präsident Selenskyj zu stürzen. Im Winter 2022/23 konzentrierte sich die russische Armee darauf, den Donbass und die Krim zu halten und die Regionen Donezk und Luhansk vollständig einzunehmen. Ein vollständiger Rückzug der russischen Truppen oder eine Kapitulation der Ukraine sind unwahrscheinlich. Experten befürchten einen langjährigen Krieg mit vielen Opfern.

Der ukrainische Vize-Außenminister Andrij Melnyk, ehemals Botschafter in Deutschland, behauptet, dass dieser Krieg „nur auf dem Schlachtfeld beendet werden“ könne. Einige Beobachter lehnen ein verstärktes Eingreifen der Nato in den Ukraine-Krieg ab, etwa aus Sorge vor einem Atomkrieg.

Wie steht China zum Ukraine-Krieg?

China ist ein wichtiger Partner Russlands, pflegt aber auch Handelsbeziehungen zu westlichen Ländern. Die chinesische Regierung um Xi Jinping hält sich also mit einer offiziellen Parteinahme zurück. Stattdessen gibt sich China als eine Art Vermittler im Ukraine-Krieg und betont Neutralität. Peking vermeidet es, Russlands Angriffskrieg zu verurteilen, macht dafür aber die USA für den Krieg mitverantwortlich.

Was bedeutet der Ukraine-Krieg für Deutschland?

Russlands Krieg gegen die Ukraine hat in Deutschland vor allem wirtschaftliche Folgen, doch auch außenpolitisch will die Bundesregierung einiges ändern.

Deutsche Politik und Wirtschaft hatten sich von Erdgas aus Russland abhängig gemacht, das es auf absehbare Zeit nicht mehr geben wird. Die Preise für Energie und Lebensmittel sind drastisch gestiegen, was viele Haushalte finanziell belastet.

Drei Tage nach dem Überfall sprach Kanzler Olaf Scholz im Bundestags von einer „Zeitenwende“, die gravierende Änderungen mit sich bringe. Die Bundesregierung brachte ein Sondervermögen über 100 Milliarden für die Aufrüstung der Bundeswehr auf den Weg. Zudem wolle Deutschland seine Beziehungen zu einigen Staaten, beispielsweise China, prüfen.

Welche Länder liefern Waffen an die Ukraine?

Seit Beginn des Verteidigungskrieges gegen Russland hat die Ukraine staatliche Hilfen in Höhe von mehr als 160 Milliarden Euro erhalten. Davon flossen rund 80 Milliarden Euro in Waffenlieferungen und Militärhilfe. Die meisten Waffen stammen aus den USA. Neben Munition, Schusswaffen und Drohnen lieferten die USA auch hochmoderne Flugabwehrsysteme, schwere Fahrzeuge und Panzer an die Ukraine. Die europäische Militärhilfe kommt vor allem aus Großbritannien und Deutschland, wobei das Vereinigte Königreich nicht nur schwere Waffen, sondern auch Geheimdienstinformationen und Satellitenbilder zur Unterstützung der ukrainischen Armee liefert. Deutschland beteiligt sich mit der Lieferung von Flugabwehrsystemen, Haubitzen, Mehrfachraketenwerfern und verschiedenen schweren Kriegsfahrzeugen. Auch das Nachbarland Polen, die baltischen und skandinavischen Länder, ehemalige Ostblockstaaten wie die Slowakei, aber auch Frankreich, Spanien und Kanada beteiligen sich an Waffenlieferungen. Im August 2023 kündigten die Niederlande und Dänemark als erste Staaten die Lieferung von mehr als 70 Kampfjets des Typs F-16 an. Diese sollen ab dem Frühjahr 2024 im Einsatz sein. Insgesamt haben bisher 40 Staaten die Ukraine militärisch unterstützt. Fast 85 Prozent der Hilfe kommt aus der EU oder den USA.

Was will Putin von der Ukraine?

Russlands Präsident Wladimir Putin fordert von der Nato, auf eine Osterweiterung zu verzichten. Die Ukraine solle nicht dem Militärbündnis angehören. Russland versucht, das Narrativ der „Entnazifizierung“ der Ukraine zu etablieren, die mit der „militärischen Spezialoperation“ erfolgen solle. Das Land solle zudem „entmilitarisiert“ werden. Russland zählt die Ukraine zu seinem Einflussbereich und lehnt die Annäherung an westliche Bündnisse ab. Auch die Existenz der Ukraine als eigene Nation hat Putin in einem Aufsatz bestritten.

Warum ist die Ukraine nicht in der Nato?

Die Ukraine strebt schon seit Jahren einen Beitritt in die Nato an. 1997 wurde die Nato-Ukraine-Charta verabschiedet, in der eine militärische Partnerschaft, jedoch keine Mitgliedschaft vereinbart wurde. 2014 stimmte das Parlament in Kiew für ein Ende des Blockfreien-Status. Doch unter anderem Deutschland hatte immer wieder einen Nato-Beitritt geblockt, auch um Russland nicht zu provozieren.

Will ein Land der Nato beitreten, muss es bestimmte militärische, wirtschaftliche und politische Voraussetzungen erfüllen. Vor allem mit Korruption hat Kiew zu kämpfen. Monate nach Kriegsbeginn hat die Ukraine einen beschleunigten Nato-Beitritt beantragt. Im Sommer 2023 zeigt sich die Nato grundsätzlich offen, knüpft einen Betritt aber an Bedingungen.

Moskau behauptet, man sehe eine Osterweiterung der Nato als Bedrohung der Sicherheit Russlands.

Wagner-Chef Prigoschin ist tot: Leben und Sterben von „Putins Koch“

Jewgeni Prigoschin begann als „Putins Koch“ und gründete die Wagner-Gruppe. Nach einem Blitz-Aufstand gegen Moskau starb er bei einem Flugzeugabsturz.
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