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Zum Unabhängigkeitstag: Lukaschenko sendet Nachricht an die Ukraine — „zynisch“

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Von: Christina Denk

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Der belarussische Präsident Lukaschenko hat der Ukraine zum Unabhängigkeitstag gratuliert. Die Worte wirken im Krieg naiv und zynisch. Die Ukraine belächelt den Versuch des Putin-Freundes.

Kiew — „Das belarussische Staatsoberhaupt wünscht den Ukrainern einen friedlichen Himmel.“ Mit dieser Nachricht hat Alexander Lukaschenko der Ukraine zum Unabhängigkeitstag gratuliert. Eine Botschaft, die, angesichts der Handlungen des Landes im Ukraine-Krieg, zynisch wirkt. Die Reaktion aus der Ukraine folgte prompt.

Im Ukraine-Krieg: Lukaschenko gratuliert der Ukraine und wünscht einen „friedlichen Himmel“

Genau ein halbes Jahr ist der Einmarsch Russlands in die Ukraine am 24. August, dem Unabhängigkeitstag des Landes, her. Feierlichkeiten gibt es in diesem Jahr nicht. Stattdessen warnte Präsident Selenskyj die Bevölkerung vor vermehrten Angriffen und warnte Luftalarm ernst zu nehmen und Ausgangssperren einzuhalten. Das Nachbarland Belarus gratulierte der Ukraine anlässlich des Nationalfeiertags mit einer Botschaft, die auf der Seite des Präsidialbüros veröffentlicht wurde.

Einen friedlichen Himmel, Toleranz, Mut, Kraft und Erfolg bei der Wiederherstellung eines menschenwürdigen Lebens.

Wünsche von Alexander Lukaschenko zum Unabhängigkeitstag der Ukraine

„Ich bin davon überzeugt, dass die heutigen Widersprüche die jahrhundertealten aufrichtigen gutnachbarlichen Beziehungen zwischen den Völkern beider Länder nicht zerstören können. Belarus wird sich weiterhin für die Wahrung der Eintracht, die Entwicklung freundschaftlicher und gegenseitig respektvoller Kontakte auf allen Ebenen einsetzen“, heißt es. Darüber hinaus wünsche Lukaschenko den Ukrainern einen „friedlichen Himmel, Toleranz, Mut, Kraft und Erfolg bei der Wiederherstellung eines menschenwürdigen Lebens.“

Belarus gratuliert Ukraine: Nachbarland reagiert prompt — „Lukaschenko glaubt wirklich...“

Die Reaktion der Ukraine auf die Glückwünsche aus dem Nachbarland folgten auf Twitter. „Lukaschenko glaubt wirklich, dass die Welt seine Beteiligung an den Verbrechen gegen die Ukraine nicht bemerkt. Und deshalb wünscht er zynisch einen ‚friedlichen Himmel‘ indem er uns beschießt“, lautet die Antwort von Mykhailo Podolyak, einem Berater der ukrainischen Regierung. Auch viele private, ukrainische Accounts reagieren erbost auf Twitter.

Belarus spielt seit Beginn des Krieges gegen die Ukraine eine Rolle als kleiner Partner Russlands. Wladimir Putin hatte die Angriffe auf die Ukraine im Februar auch von belarussischem Territorium aus gestartet. In den Monaten zuvor hatte Lukaschenko einen russischen Truppenaufmarsch in seinem Land geduldet, offiziell zu Militärmanövern. Auch während den letzten Monaten des Krieges soll Russland weiter Soldaten und Militärtechnik nach Belarus verlegt haben. Das berichtete der ukrainische Generalstab Anfang August.

Lukaschenko gab sich im Mai als Friedensvermittler und betonte in einem Interview mit AP News: „Wir lehnen einen Krieg kategorisch ab. Wir haben alles getan und tun es auch jetzt, damit es keinen Krieg gibt.“ Nur zwei Monate später, im Juli, sorgte eine Aussage über die Brüderlichkeit und „praktisch einer gemeinsamen Armee“ Belarus und Russlands jedoch für Besorgnis. Militärexperten befürchteten immer wieder, dass Putin den belarussischen Machthaber dazu drängen könnte, sich weiter in den Krieg einzumischen. Belarus ist finanziell und politisch stark von Russland abhängig. Indes steht die Frage im Raum, ob bei den Bürgern in Russland die Stimmung sich ändert. Ein Kreml-Experte sieht in der neuesten Verhaftung ein wichtiges Zeichen. (chd/dpa)

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