1. Startseite
  2. Politik

Ukrainische Attacke auf Russland - oder eine Putin-Inszenierung? Was bisher bekannt ist

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Michelle Brey

Kommentare

Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine setzt sich fort. Am Freitag sollen nach Angaben Russlands ukrainische Streitkräfte russisches Territorium angegriffen haben.

Belgorod/München - Russland führt seinen Angriffskrieg auf die Ukraine auch an Tag 36 fort. In der Nacht auf Freitag (1. April) meldete Kiew allerdings militärische Erfolge. Unterdessen wirft Russland um Kremlchef Wladimir Putin der Ukraine einen Angriff auf ein Öldepot in der Stadt Belgorod vor.

Es ist das erste Mal im eskalierten Ukraine-Konflikt, dass eine mutmaßliche ukrainische Attacke größere Aufmerksamkeit erfährt - aber nicht das erste Mal, dass Vorwürfe aus der nun angeblich betroffenen Region laut werden. Allerdings kursiert die unbestätigte These, dass es sich um eine russische Inszenierung handelt.

Ukraine-Krieg: Angeblicher Luftangriff auf russisches Öldepot

Zwei tieffliegende ukrainische Armeehubschrauber hätten russisches Territorium überflogen und das Treibstofflager in der Stadt Belgorod angegriffen, hieß es aus Russland. Das erklärte Wjatscheslaw Gladkow, Gourverneur der Region, am Freitag auf seinem Kanal des Messengerdienstes Telegram. Belgorod ist rund 40 Kilometer von der ukrainischen Grenze und rund 80 Kilometer von der umkämpften ukrainischen Stadt Charkiw entfernt.

Auf Videos des angeblichen ukrainischen Luftangriffs ist zu sehen, wie mehrere Raketen aus geringer Höhe abgefeuert wurden, gefolgt von einer Explosion. Die Videos sowie die Angaben lassen sich - wie meist im Ukraine-Krieg - nicht unabhängig verifizieren.

Ukraine-Krieg: Angeblicher Angriff auf russisches Treibstofflager - offenbar zwei Verletzte

In dem Öldepot sei es nach dem Angriff zu einem Brand gekommen. Zwei Beschäftigte des Öllagers seien durch das Feuer verletzt worden, teilte der Gouverneur weiter mit. Angaben des russischen Katastrophenschutzministeriums zufolge waren rund 170 Menschen im Einsatz, um den Brand zu löschen. Auf Fotos des Pressedienstes des Ministeriums, veröffentlicht am Freitag, ist der Brandherd des Öldepots zu sehen.

Der Betreiber des Treibstofflagers, Rosneft, teilte russischen Nachrichtenagenturen mit, die Mitarbeiter seien in Sicherheit gebracht worden. Auch die Anwohner seien in Sicherheit, die Lage stabil, so Gladkow. Alle diese Angaben können nicht unabhängig verifiziert werden.

Ukraine-Krieg: Angriff auf russisches Öldepot unter falscher Flagge?

Wie ein Bild-Reporter allerdings von dem ukrainischen Generalstab erfahren haben will, könnte der Angriff auf das Öldepot eine Operation Russlands unter falscher Flagge gewesen sein. Der ukrainische Generalstab habe „diese Informationen nicht“, dass ukrainische Streitkräfte ein Öldepot in Russland angegriffen hätten. Die Attacke könnte dazu dienen, weitere Angriffe auf die Ukraine zu rechtfertigen. Seit dem 24. Februar vergeht kein Tag, an dem russische Truppen von Kremlchef Putin ukrainisches Territorium angreifen.

Wie der US-amerikanische TV-Sender CNN berichtete, sagte auch Bodhan Senyk, Leiter der Abteilung für öffentliche Angelegenheiten der ukrainischen Streitkräfte, dass es „keine Informationen“ über den Vorfall gebe.

Ukraine-Krieg: Gab es bereits mehrere Angriffe auf Belgorod? Bericht von angeblichem Granateneinschlag

Bereits am Mittwoch (30. März) waren Explosionen in einem Waffendepot in der Region Belgorod zu hören. Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge hatte das Munitionslager Feuer gefangen. Die Behörden hatten allerdings keinerlei weitere Angaben gemacht.

Schon zuvor hatte Gouverneur Gladkow die Ukraine eines Angriffes auf russisches Gebiet beschuldigt. Am Mittwoch, 23. März, schrieb er im Nachrichtenkanal Telegram: „Eine Granate ist in einem Dorf eingeschlagen, es gibt Verletzte. Ihnen wird jede notwendige Hilfe zuteil“. Wie genau es zu dem Einschlag der Granate gekommen sein soll, blieb zunächst unerwähnt.

In den Ortschaften Schurawljowka sowie Nechotejewka, wo sich ein Grenzübergang befindet, sei der Katastrophenfall ausgerufen worden, schrieb Gladkow weiter. Die russische Staatsagentur Tass meldete unter Berufung auf Quellen, in Schurawljowka sei ein Haus beschädigt worden, in dem zwei Familien leben. Auch diese Angaben ließen sich nicht unabhängig prüfen.

Unterdessen laufen die Ukraine-Verhandlungen weiter. Putin wütete erneute gegen den Westen. (mbr mit dpa/AFP)

Auch interessant

Kommentare