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„Sie haben keine Taktik“: Ukrainische Kämpfer berichten von „massenhaften“ Verlusten Russlands

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Von: Franziska Schwarz

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Ukraine-Krieg: Ein ukrainischer Kämpfer mit Mundnasenschutz mit Schädelaufdruck beim Training im Wald nahe Charkiw
Aufnahme vom 30. April: ein ukrainischer Kämpfer nahe Charkiw beim Training © Sergey Bobok/AFP

Die zweitgrößte ukrainische Stadt Charkiw stand wochenlang unter Beschuss. Aber die Gegenwehr ist groß - und wirkt nun offenbar.

Charkiw - Immer noch gibt es im Ukraine-Krieg Meldungen über getötete Zivilisten in den entsprechenden Telegram-Kanälen. Mindestens drei Zivilisten sollen zum Beispiel am 8. Mai in Charkiw - der zweitgrößten Stadt der Ukraine - ums Leben gekommen sein. Doch in der Ostukraine geraten die Truppen des Angreifers Wladimir Putin angeblich zunehmend in die Defensive.

Was sind die Gründe? „Die Russen haben keine Taktik. Sie schicken einfach Panzer und Infanteristen an die Schlacht und versuchen so zu gewinnen. Sie verlieren massenhaft Soldaten, was sie nicht zu kümmern scheint“, zitiert t-online-Reporter Daniel Mützel einen ukrainischen Offizier.

Aber Russlands Militär hat dem Bericht zufolge Charkiw noch nicht aufgegeben. Von Befreiung könne noch keine Rede sein. „Sie rennen nicht weg. Sie kämpfen“, ließ sich Mützel aus ukrainischen Quellen weiter über die russischen Soldaten berichten. Die von ihm zitierten Kämpfer gehören zur „Kraken“-Einheit, die Teil des nationalistischen ukrainischen Asow-Bataillon ist. 

Region Charkiw im Ukraine-Krieg: „Militärkonvois im Minutentakt“

Auch in Charkiw gebe es immer wieder Luftalarm, berichtet der Reporter, anders als in vielen anderen Städten aktuell aber keine Ausgangssperre. Ein Vorort der Großstadt Charkiw ist Zyrkuny. Berichten zufolge - die sich aktuell schwer unabhängig überprüfen lassen - war der Ort bereits komplett von Putins Truppen eingenommen.

Mützel berichtete am 8. Mai von „Militärkonvois im Minutentakt“, die eine wichtige Nachschubstraße in Richtung Zyrkuny befuhren. Beim US-Sender CNN hieß es einen Tag zuvor, dass laut ukrainischer Seite die russischen Truppen in der Region Charkiw nun erstmals zum Brücken-Sprengen übergingen. Ihr Grund: die ukrainische Gegenoffensive.

Nach einer Einschätzung des Institute for the Study of War hat die Ukraine bei Charkiw Gebiete wieder eingenommen. Russland sei deshalb wohl gezwungen, Truppen dorthin zurückzuverlagern. Ein Mitgrund seien Waffenlieferungen des Westens, schreibt die New York Times unter Berufung auf den Thinktank.

Rund um Zyrkuny kommen bei den militärischen Gefechten im Ukraine-Krieg auch Waffen aus Deutschland zum Einsatz: eine ukrainische Einheit seit mit Maschinengewehren vom Typ MG 42 ausgestattet, ebenso mit einem Jeep mit aufmontiertem Maxim-Maschinengewehr. Das bestätigte ein Soldat Mützel.

Putin rechtfertigt Invasion in den Donbass bei Rede zum 9. Mai

Der Kreml hatte ursprünglich geplant, in wenigen Tagen den Donbass in der Ostukraine unter Kontrolle zu bringen. Dort streben prorussische Separatisten mit militärischer Hilfe Moskaus die Kontrolle über die Regionen Luhansk und Donezk an. Inzwischen dauert der derart eskalierte Ukraine-Konflikt gut zweieinhalb Monate.

Russland feiert an diesem Montag (9. Mai) den 77. Jahrestag des Sieges der Sowjetunion über Hitler-Deutschland. Bei seiner Rede auf der Militärparade rechtfertigte Putin den Einmarsch seiner Streitkräfte in die Ukraine. Kurz nach der Putin-Rede auf dem Roten Platz in Moskau vermeldete das russische Verteidigungsministerium mehr als 200 neue Angriffe auf die Ukraine – innerhalb weniger Stunden. (frs)

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