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„Wer sagt, dass Ukraine in zwei Jahren noch existiert?“ Russlands Ex-Präsident Medwedew schockiert mit Aussage

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Von: Momir Takac

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Dmitri Medwedew hat mit schockierenden Aussagen über die Ukraine für Aufsehen gesorgt.
Dmitri Medwedew hat mit schockierenden Aussagen über die Ukraine für Aufsehen gesorgt. © IMAGO/Yekaterina Shtukina

Welche Ziele Russland im Ukraine-Krieg verfolgt, weiß wohl nur Präsident Putin selbst. Ein Vertrauter liefert darauf einen erschreckenden Hinweis.

Moskau - Noch kurz vor dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine hatte die Weltgemeinschaft einen solchen Schritt von Russlands Präsident Wladimir Putin nicht für möglich gehalten. Warnungen existierten, doch sie fanden kein Gehör.

Ukraine-Krieg: Russlands Ex-Präsident Medwedew sorgt mit Aussagen für Aufsehen

Nun, während der Ukraine-Konflikt seit Monaten unerbittlich tobt, weiß man wieder nicht so recht, welche Ziele Putin mit dem Krieg verfolgt. Stets wurde die von Moskau genannte „Spezialoperation“ mit einer vermeintlichen „Befreiung“ von „Nazis“ gerechtfertigt. Doch daran bestehen vor allem in der Ukraine gehörige Zweifel. Im gebeutelten Nachbarland sieht man diese „Befreiung“ des Donbass als Vorwand an. Die Ukrainer glauben vielmehr, dass die gesamte ukrainische Kultur vernichtet werden soll.

Nach den Gräueltaten in Butscha und neuen schockierenden Aussagen vom russischen Ex-Präsident Dmitri Medwedew dürften sie sich in ihrer Ahnung bestätigt fühlen. Medwedew, der mittlerweile stellvertretender Vorsitzender des russischen Sicherheitsrates ist, stellte das Fortbestehen der Ukraine als souveräner Staat offen infrage.

Medwedew: „Wer hat gesagt, dass Ukraine in zwei Jahren überhaupt noch auf Weltkarte existiert?“

Er habe gelesen, die Ukraine wolle Verträge über die Lieferung von US-amerikanischem Flüssiggas für zwei Jahre abschließen, schrieb Medwedew am Mittwoch auf Telegram. Dann fügte er hinzu: „Nur eine Frage: Wer hat denn gesagt, dass die Ukraine in zwei Jahren überhaupt noch auf der Weltkarte existieren wird?“

Medwedew - von 2008 bis 2012 Präsident - galt vor allem in der jungen Bevölkerung als Hoffnungsträger auf ein freieres Russland. Seit Kriegsbeginn allerdings tritt er mit verachtenden Kommentaren über die Ukraine in Erscheinung. Damals hatte Medwedew auch Deutschland verhöhnt.

Ukraine-Krieg: Chef der russischen Raumfahrbehörde will Ukraine „ein Ende bereiten“

Der Kreml kommentierte Medwedews neueste Äußerungen lediglich indirekt. Sprecher Dmitri Peskow sagte auf Nachfrage von Journalisten lediglich: „Wir wissen, dass die Ukraine große Probleme hat.“ Das Land weigere sich weiterhin, „nationalistische Einheiten“ in den eigenen Reihen zu „zügeln“. „Und deshalb verspricht das natürlich nichts Gutes für die Ukraine.“

Erst wenige Tage zuvor hatte der Chef der russischen Raumfahrtbehörde die Ukraine als existentielle Bedrohung für das russische Volk bezeichnet. „Deshalb lasst uns all dem besser ein Ende bereiten. Ein und für allemal“, schrieb Dmitri Rogosin.

Ukraine-Krieg: Kiew reagiert auf Medwedew - Ex-Premier als „Gesicht des russischen Imperialismus“

Von ukrainischer Seite kam bereits die erste Reaktion auf die Äußerungen von Medwedew. „Hätte Russlands Imperialismus ein Gesicht, so wäre es Medwedew“, schrieb der Berater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und Chefunterhändler, Mykhailo Podolyak, auf Twitter.

Er bezeichnete Medwedew als einen „kleinen Mann mit riesigen Unsicherheiten, der Gift in Richtung Ukraine streut und als einziger Weg sich durchzusetzen, die Welt bedroht“. Podolyak schrieb zudem: „Die Ukraine war, ist und wird immer existieren. Die Frage ist, wo Dmitri Medwedew in zwei Jahren sein wird.“ (mt/dpa)

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