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Ukrainischer Experte stellt ernüchternde Prognose: „Ein Ende des Kriegs wird es nicht geben“

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Von: Linus Prien

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Polizist steht neben Trümmerhaufen in den Vororten von Kiew.
Trümmerfeld in den Vororten von Kiew © IMAGO/Daniel Ceng Shou-Yi

Die russische Armee bemüht sich weiterhin darum, die ukrainische Hauptstadt einzunehmen. Ein Experte sieht jedoch ein Problem für Russland - und auf dem Weg zum Frieden.

Kiew - Die russische Armee versucht weiterhin, in die ukrainische Hauptstadt Kiew einzudringen. Doch nach Ansicht eines ukrainischen Experten steht Wladimir Putins Militär angesichts hoher Opferzahlen vor einem Problem:

„Russland kann das nicht durchhalten“, sagte Maksym Yali, Professor für internationale Beziehungen der Universität Kiew, der Welt. Yali analysierte in dem Gespräch aber auch das derzeitige Stadium des Ukraine-Konflikts - und prognostizierte, dass es langfristig kein Kriegsende geben werde.

Ukraine-Krieg: „Die Entscheidung wird auf dem Schlachtfeld getroffen“

„Wenn es die ukrainischen Truppen schaffen, das Momentum zu halten, dann dauert es noch ein, zwei Wochen bis es zu einer Verhandlungslösung kommt“, sagte Maksym Yali. Die russische Bevölkerung könne nur eine gewisse Anzahl an toten Russen tolerieren: „Es gibt immer mehr Beerdigungen in Russland. Die gefangenen Soldaten rufen zu Hause an. Das spricht sich schnell herum und beeinflusst die öffentliche Meinung.“

Dem Experten zufolge wird es keinen Friedensvertrag geben, vielleicht jedoch eine Waffenruhe: „Wenn die Ukraine 20.000 oder 30.000 russische Soldaten tötet, dann wird es zu einer Waffenruhe kommen.“ Yali zufolge wird es nur „auf dem Schlachtfeld“ Entscheidungen geben. Selbst wenn es eine Waffenruhe gäbe, heiße das nicht, dass ein Ende des Krieges in Sicht sei. Russland werde sich vorbehalten, wie bereits in Tschetschenien, in einigen Jahren eine neue Invasion zu starten.

Ukraine-Krieg: Eine schlecht geplante Invasion?

Die Invasion der russischen Armee in die Ukraine läuft seit fast vier Wochen. Der ursprüngliche Plan, das Land zu überfallen und die Regierung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu stürzen, scheint gescheitert. Nach unbestätigten Berichten haben die russischen Truppen hohe Opferzahlen zu beklagen. Das Pentagon schätzt die Opferzahlen auf russischer Seite auf 7000. Laut ukrainischen Angaben sind es sogar 14.000. Diese Zahlen lassen sich jedoch nicht unabhängig verifizieren.

Den russischen Invasoren fehlte es in den vergangenen Wochen anscheinend an Ressourcen, um eine erfolgreiche Invasion zu führen. Medienberichte von einem über 60 kilometerlangem russischem Konvoi kursierten in der ganzen Welt. Die Kolonne stockte wochenlang und kommt offenbar weiterhin kaum voran. Mutmaßlich fehlt es den russischen Truppen an Sprit, Essen, Ausrüstung und Munition.

Dementsprechend soll auch die Moral der russischen Soldaten in der Ukraine sehr schlecht sein. Interviews mit Russen in ukrainischer Kriegsgefangenschaft schienen derartige Vermutungen zu bestätigen. Angeblich wussten viele russische Soldaten nicht, dass sie einen Angriffskrieg starteten, als sie in die Ukraine kamen. (lp)

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