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Gegenoffensive in der Ukraine: Putins Waterloo

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Von: Georg Anastasiadis

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Ukrainische Soldaten inspizieren einen zerstörten Panzer der russischen Invasoren. Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis kommentiert die jüngste Gegenoffensive der ukrainischen Armee.
Ukrainische Soldaten inspizieren einen zerstörten Panzer der russischen Invasoren. Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis kommentiert die jüngste Gegenoffensive der ukrainischen Armee. © Genya Savilov/AFP/Klaus Haag

Die Gegenoffensive der ukrainischen Armee setzt den Kreml erkennbar unter Schock. Russische Soldaten flüchten. Der Ukraine-Krieg steht vor einem Wendepunkt, kommentiert Georg Anastasiadis.

Russische Soldaten in wilder Flucht, verlassene Panzer, fassungslose Militärexperten im Staatsfernsehen und Abgeordnete, die offen Putins Entmachtung fordern: Nach der Katastrophe südöstlich der ukrainischen Metropole Charkiw steht der Kreml erkennbar unter Schock, werden die Risse im System Putin und die Verwundbarkeit seiner für unschlagbar gehaltenen Armee für alle Welt sichtbar.

Ob die Geschehnisse dieser Tage bereits Russlands Kriegsniederlage einleiten oder Moskau mit noch größerer Härte zurückschlägt, ob der Geheimdienstmann Putin das Risiko einer Mobilmachung eingeht, auch wenn sie die um ihre Söhne besorgten Moskauer Eliten gegen ihn aufbringt und einen Umsturz heraufbeschwören könnte – all das kann heute niemand sagen. Klar aber ist: Der Krieg in der Ukraine steht vor einem Wendepunkt.

Der Ukraine-Krieg steht vor einem Wendepunkt

Blamiert steht freilich nicht nur der scheinbar allmächtige Diktator da, sondern auch Deutschlands Unterwerfungspazifisten, all die Schwarzers, Prechts, Vads und Wagenknechts, die seit Monaten mit dem Ruf nach Kapitulation der angeblich chancenlosen Ukrainer um die Häuser zogen. Die aber kämpfen mit heißem Herzen um ihre und Europas Freiheit, während sie aus dem friedenliebenden Deutschland wohlfeile Ratschläge zu hören bekamen, die mehr um das eigene Wohl als das der verzweifelten Ukrainer kreisten, die nicht unter dem Joch von Mütterchen Russland leben wollen.

Gaspreise fallen: Auch an dieser Front läuft der Krieg für Putin mies

Ja, die Verteidigung der Freiheit hat auch für uns einen hohen Preis. Aber er ist leichter zu ertragen, wenn man weiß, dass all die Opfer und Entbehrungen nicht umsonst sind, wie manche „Experten“ den Bundesbürgern einzureden versuchten. Bei uns kreist die Debatte um mehr Waffenlieferungen, doch wäre schon viel gewonnen, wenn die Bundesregierung es schafft, durch Entlastungen der Bürger die innenpolitische Abwehrfront gegen Putins wahnsinnigen Krieg zu stärken. An den Weltmärkten fallen die Gaspreise seit Wochen deutlich. Auch an dieser Front läuft der Krieg für Putin richtig mies.

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