1. Startseite
  2. Politik

Putins gefürchtete Kadyrow-Einheit in der Ukraine komplett nutzlos? Experte attestiert „gröbste Fehler“

Erstellt:

Von: Bedrettin Bölükbasi

Kommentare

Ramsan Kadyrov und Wladimir Putin unterhalten sich und lachen.
Der tschetschenische Herrscher und Putins enger Freund Ramsan Kadyrow schickt seine Truppen in die Ukraine. © Imago

Im Ukraine-Krieg bedient sich Putin auch den Killer-Einheiten des tschetschenischen Herrschers Kadyrow. Ihre Wirkung hält sich aber wohl in Grenzen.

München - Im Ukraine-Konflikt steckt Russland nun kräftige Schläge ein. Eine Gegenoffensive des ukrainischen Militärs bringt Erfolge um Kiew, im Norden von Charkiw und sogar um die schwer umkämpfte Hafenstadt Mariupol. Die Zusammenstöße mit russischen Truppen dauern an. Diese Karte zeigt, wo der Ukraine-Krieg wütet. Dabei verliert Russland weiterhin sowohl Ausrüstung als auch Soldaten. Die Invasion von Wladimir Putin scheint schon seit einiger Zeit weitgehend zu stocken.

Dabei besitzt Moskau eindeutig die größere Truppenstärke. Dazu tragen auch Söldner aus Tschetschenien bei. Die Elite-Einheiten, die vom Putin-Freund Ramsan Kadyrow höchstpersönlich in den Ukraine-Krieg verabschiedet wurden, sollten schnelle Fortschritte erzielen und den ukrainischen Widerstand brechen. Doch offenbar läuft es für diese Söldner nicht so, wie es sich das Duo Putin-Kadyrow erhofft hatte.

Ukraine-Krieg: Kadyrow-Truppen für Putin laut Militärexperte nutzlos - „können nur foltern, entführen“

Furchterregender Anblick, scharfe, schon fast leblose Blicke, bewaffnet bis an die Zähne und ausgerüstet mit den besten Waffen und Instrumenten zur Kriegsführung: Im Hintergrund der Ukraine-Krise wurden Kadyrows Einheiten, etwa 12.000 der sogenannten „Kadyrowiten“, in die Ukraine geschickt, um den Krieg schnell für Putin zu entscheiden. Die Killer-Einheiten sollten den Sturm auf die Hauptstadt Kiew leiten und sie in nur wenigen Tagen einnehmen.

Glaubt man Gerüchten, so sollten sie sogar den ukrainischen Präsident Wolodymyr Selenskyj und die Klitschko-Brüder töten. Der starke Widerstand der ukrainischen Armee machte ihnen allerdings einen fetten Strich durch die Rechnung. Schon direkt nach ihrer Einfahrt in die Ukraine wurden sie ins Visier genommen. Trotz heftiger Angriffe ist es weder ihnen, noch den russischen Truppen gelungen, eine Erfolgsnachricht aus der ukrainischen Hauptstadt zu verkünden.

Sind die Elite-Truppen, auf die Kadyrow so stolz ist und von denen er täglich Aufnahmen veröffentlicht, vielleicht doch nicht so Elite wie gedacht? Der russische Militärexperte Ruslan Lewiew, der bei der Organisation „Conflict Intelligence Team“ russische Truppenbewegungen in Syrien und der Ukraine untersucht, sagt ganz klar „Ja“. Alles deute darauf hin, dass sie „als kämpfende Truppe völlig nutzlos“ seien, sagte Lewiew der Bild. „Sie haben keine entsprechende Ausbildung oder Vorbereitung. Sie können keinen Krieg führen. Das Einzige, was sie tun können, ist, Gefangene zu foltern, Menschen zu entführen, Unbewaffnete zu töten“, so der Experte. Sie seien nur ein Bluff, nicht mehr.

Ukraine-Krieg: Putins-Killertruppen aus Tschetschenien dienen offenbar nur als Propaganda-Instrument

Zwar seien Kadyrows Soldaten seit den ersten Tagen des Krieges in der Ukraine, doch habe man seit dem Beginn keine Schlacht gesehen, an der sie teilgenommen hätten. Lewiew deutete gegenüber der Bild an, dass es sich bei den Kadyrowiten nur um ein weiteres Propaganda-Instrument des Kreml handeln könnte: „Seit den ersten Tagen befinden sie sich im Hinterland, nehmen Videos auf und versuchen, Selenskyj, ukrainischen Soldaten oder Nationalisten zu drohen.“ In den Videos, die von Kadyrow auf Telegram hochgeladen werden, sehe man keine Gegner. Auch sei unklar, worauf geschossen werde. Für ihn ist klar: Manche der Videos sind sogar gestellt, wie etwa die Einnahme einer ohnehin leeren Basis in der Nähe von Kiew.

Militärexperte Lewiew zweifelte auch an den militärischen Fähigkeiten der Kadyrowiten, die in den Videos zu beobachten sind. Die Kadyrow-Soldaten seien auch weiterhin nicht an den Kämpfen beteiligt. Man schone sie. „Sie versuchen weiterhin den Eindruck zu erwecken, dass sie krasse Soldaten seien – obwohl das nicht so ist. Selbst in ihren eigenen Videos, in denen sie schießen, sieht man klar, dass sie keinerlei Kampferfahrung haben. Sie begehen gröbste Fehler bei den Fragen, wer hinter wem steht, wer wen deckt“, unterstrich der Experte.

Er sieht den Hauptzweck der tschetschenischen Truppen in erster Linie in psychologischer Kriegsführung - auch gegen eigene Soldaten: „Die Kadyrow-Soldaten sehen furchterregend aus, alle haben Angst vor ihnen. Damit wird Druck auf die russischen Truppen und auf den Gegner ausgeübt. Viele russische Soldaten sagen, dass sie nicht desertieren können, weil sie sonst erschossen werden.“ Um diesen Mythos aufrechtzuerhalten, veröffentliche man Videos der Kadyrowiten. Zumindest ein Teil der russischen Soldaten lässt sich davon offenbar nicht sonderlich beeindrucken. So wurde ein Oberst von seinen eigenen Truppen mit einem Panzer überfahren. (bb)

Auch interessant

Kommentare