1. Startseite
  2. Politik

Litauen: Sorge vor russischer Invasion im eigenen Land – erste Beunruhigung hat sich gelegt

Erstellt:

Von: Linus Prien

Kommentare

Die Angst vor einer russischen Invasion der baltischen Staaten war in den vergangenen Wochen groß. Wegen des Kriegsverlaufes scheint die Gefahr jedoch vorerst gebannt zu sein.

Vilnius - In Litauen herrschte große Angst vor einer russischen Invasion. Mittlerweile hat sich die Lage ein wenig beruhigt. Langfristig könnte den baltischen Staaten dennoch eine Aggression vonseiten Russlands drohen. Der Blick hat über die Lage in Litauen berichtet.

Ukraine-Krieg: In Litauen herrschte große Angst vor der russischen Invasion

Als die russische Invasion in die Ukraine begann, sagte Gitanas Nauseda, der Staatspräsident Litauens: „Wenn die Ukraine heute fällt, steht Putin morgen vor unserer Tür“. Die Angst vor einer russischen Invasion in Litauen war groß. Es gilt weiterhin der Ausnahmezustand im baltischen Staat. Gerade weil Litauen, im Gegensatz zu den anderen beiden baltischen Staaten, die russische Enklave Kaliningrad einschließt. In Kaliningrad befindet sich unter anderem ein großer russischer Militärstützpunkt mit Atom-U-Booten, weswegen Kaliningrad von großer geopolitischer Relevanz für Russland ist. Ein direkter Landzugang wäre für Russland von Interesse.

In Litauen wurden bereits Keller zu Bunkern umfunktioniert. Es wurde befürchtet, dass Putin denselben Vorwand verwenden würde, um nach Litauen einzumarschieren, den er in der Ukraine verwendet hat. Auch Litauen hat eine große russische Minderheit, die circa fünf Prozent der Bevölkerung ausmacht. Diese gilt in Teilen als Putin-freundlich. Es bestand die Angst, Putin würde unter dem Vorwand eines Genozids gegen die russische Bevölkerung in Litauen einmarschieren.

Ukraine-Krieg: Wie es jetzt im Baltikum weitergehen könnte

Auch Vytautas Bruveris, Politikkommentator bei der größten litauischen Zeitung, hat die Beunruhigung in der Bevölkerung gesehen. Es habe lange Schlangen in Supermärkten gegeben, die Menschen haben sich für den Notfall mit Nahrung eindecken wollen und ihre Autos volltanken wollen. Einige hatten bereits überlegt, ihr Land zu verlassen. Diese Beunruhigung habe sich erst einmal gelegt.

Der litauische Journalist befürchtet nun keine Invasion Litauens mehr. Die Abschreckung durch die Nato sei zu groß. Zudem leide die russische Armee derzeitig unter zu großen Verlusten in Ukraine. Auch Kaja Kallas, die Premierministerin von Estland, sieht auch keine akute Gefahr einer Invasion durch Russland mehr. Dem Spiegel sagte sie in einem Interview: „Wir sehen im Moment einfach keine Anzeichen für eine Eskalation hier, er hat auch nicht die Fähigkeiten dafür.“

Niederländische Soldaten auf einem Truppenplatz in Litauen.
Niederländische Soldaten in Litauen. (Symbolbild) © Imago

Dennoch besteht langfristig die Gefahr einer russischen Aggression gegenüber den baltischen Staaten. Die USA haben im Rahmen des Krieges in der Ukraine 7000 zusätzliche Soldaten nach Europa gesandt. 400 von diesen Soldaten werden nach Litauen verlegt werden. Anthony Blinken, der amerikanische Außenminister, hat allen baltischen Staaten die Solidarität der USA und die Einhaltung aller Nato-Verpflichtungen versichert. (lp)

Auch interessant

Kommentare