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Moskau verschärft laut Selenskyj massiv Donbass-Offensive – „Situation äußerst schwierig“

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Von: Momir Takac, Bettina Menzel, Stephanie Munk

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Russland meldet die komplette Einnahme von Mariupol. Es könnte einen Gefangenenaustausch der ukrainischen Kämpfer gegen einen engen Freund Putins geben. News-Ticker.

Update vom 22. Mai, 6.51 Uhr: „Die Situation im Donbass ist äußerst schwierig“, erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in der Nacht. Die russische Armee versuche, die Städte Slowjansk und Sjewjerodonezk im Osten des Landes anzugreifen. „Die Streitkräfte der Ukraine halten diese Offensive zurück.“

Jeder Tag, an dem „unsere Verteidiger“ Pläne Russlands durchkreuzten, sei ein konkreter Beitrag auf dem Weg zum Sieg im Ukraine-Krieg. Aber Selenskyjs mahnte auch: „Wir müssen noch weiter kämpfen.“

Das ukrainische Militär berichtete in der Nacht von andauernden Kämpfen in den Gebieten Donezk und Luhansk im Osten des Landes. Dort seien am Samstag neun Angriffe russischer Truppen abgewehrt worden. Russland setzt laut dem Lagebericht entlang der gesamten Front Kampfflugzeuge, Raketenwerfer und Panzer ein.

Ukraine-Krieg: in ukrainischer Soldat begutachtet nach einem Luftangriff ein riesiges Loch am Rande der Donbass-Region.
Aufnahme vom 17. Mai: Zerstörungen in der Donbass-Region © Daniel Ceng Shou-Yi/ZUMA Press Wire/dpa

Ukraine-Krieg: Kiew meldet weitere getötete Zivilisten

Update vom 21. Mai, 21.37 Uhr: Die Ukraine hat Russland für den Tod von sieben Zivilisten in dem von Regierungstruppen kontrollierten Teil der Region Donezk im Osten des Landes verantwortlich gemacht. Das schrieb der Gouverneur des Gebiets, Pawlo Kirilenko, am Samstag im Nachrichtenkanal Telegram. Allein im Ort Lyman seien drei Menschen getötet worden. Der Gouverneur äußerte sich zunächst nicht zu den genauen Umständen. Zudem seien insgesamt sieben Menschen verletzt worden. Diese Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. „Jeder Kriegsverbrecher wird bestraft“, sagte Kirilenko.

In dem von Russland besetzten Gebiet Cherson in der Südukraine hat die dortige Verwaltung wiederum die Ukraine beschuldigt, am Samstag drei Zivilisten in dem Ort Biloserka getötet und zehn verletzt zu haben. Auch das ließ sich nicht überprüfen. Die Verwaltung teilte bei Telegram nicht mit, was genau vorgefallen war.

Ukraine-Krieg: Gefangenenaustausch zwischen ukrainsichen Kämpfern und einem Verbündeten Putins wird diskutiert

Update vom 21. Mai, 19.47 Uhr: Aussagen des prominenten russischen Außenpolitikers Leonid Sluzki zufolge ist ein möglicher Austausch der in Mariupol gefangen genommenen ukrainischen Kämpfer gegen den prorussischen Politiker Viktor Medwedtschuk im Gespräch. „Wir werden die Möglichkeit eines Austauschs von Medwedtschuk gegen die Asow-Kämpfer prüfen“, sagte Sluzki am Samstag der Agentur Interfax zufolge.

Der Politiker und Oligarch Medwedtschuk, der Mitte April festgenommen wurde, gilt als engster Verbündeter von Kremlchef Wladimir Putin in der Ukraine. Ihm werden in Kiew Hochverrat und Unterschlagung vorgeworfen. 

prorussische Politiker und Oligarch Viktor Medwedtschuk wurde laut ukrainischen Angaben am 12. April festgenommen
Der prorussische Politiker und Oligarch Viktor Medwedtschuk wurde laut ukrainischen Angaben am 12. April festgenommen (Archivbild). © IMAGO/Mikhail Japaridze / ITAR-TASS

Ukraine-Krieg: Selenskyj zufolge soll Ukraine russischer Armee das „Rückgrat gebrochen haben“

Update vom 21. Mai, 17.16 Uhr: Ungeachtet der Niederlage in der Hafenstadt Mariupol hat die ukrainische Armee nach Überzeugung von Präsident Wolodymyr Selenskyj Russlands Streitkräften „großen Schaden zugefügt“. Die Ukraine habe der russischen Armee „das Rückgrat gebrochen“, sagte Selenskyj in einem am Samstag ausgestrahlten Fernsehinterview.

„Sie werden die nächsten Jahre nicht mehr auf die Beine kommen“, so der 44-Jährige. Kurz zuvor hatten sich die letzten mehr als 2400 ukrainischen Verteidiger der Hafenstadt im Südosten des Landes ergeben und in russische Gefangenschaft begeben. Russland hatte sie in einem Video wie „Siegestrophäen“ vorgeführt (siehe Meldung von 15.52 Uhr). Kiew werde sich alles zurückholen, betonte Selenskyj nun in dem TV-Interview vom Samstag.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei einem TV-Interview mit United News telethon vom Samstag (21. Mai).
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei einem TV-Interview mit United News telethon vom Samstag (21. Mai). © IMAGO/Ukraine Presidency/Ukraine Presi/Zuma Wire

Russland führt ukrainische Kriegsgefangene von Mariupol wie „Siegestrophäen“ vor

Update vom 21. Mai, 15.52 Uhr: Wie Siegestrophäen führt das russische Verteidigungsministerium in einem Video die gefangenen letzten ukrainischen Verteidiger von Mariupol vor. Vor der Kulisse des Stahlwerks Asovstal stehen die Männer mit Bärten in Reih und Glied. Ihre Gesichter sind ausgebleicht nach Wochen ohne Sonne in den Bunkeranlagen der Industriezone. Das Staatsfernsehen in Moskau schwärmt von einer „beispiellosen Operation“ - zur „Befreiung“ des Stahlwerks und der kompletten Übernahme der strategisch wichtigen Hafenstadt.

Der Fall der weitgehend zerstörten Stadt Mariupol ist der schwerste Verlust bisher für die Ukraine in dem Krieg, den Kremlchef Wladimir Putin am 24. Februar begonnen hat. Nach Angaben von Moskau kamen seit dem 16. Mai 2439 ukrainische Soldaten in russische Gefangenschaft. Diese Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Ukraine-Krieg: Russische Grenzregion Kursk wirft Ukraine tägliche Angriffe vor

Update vom 21. Mai, 13.59 Uhr: Die russische Grenzregion Kursk wirft der Ukraine vor, mittlerweile täglich auf ihr Gebiet zu schießen. Am Samstag sei das Gebiet Gluschkowo angegriffen worden, schrieb Gouverneur Roman Starowoit im Nachrichtendienst Telegram. Zu möglichen Opfern äußerte er sich nicht. Schon in den vergangenen Tagen hatte Starowoit die Ukrainer für Zerstörungen in grenznahen Ortschaften verantwortlich gemacht. Die Ukraine äußert sich zu den Vorwürfen nicht.

Ukraine-Krieg: Schwerpunkt der Kämpfe im Osten der Ukraine

Update vom 21. Mai, 12.45 Uhr: Der ukrainische Generalstab registriert weiterhin eine Vielzahl von russischen Angriffen in der Ukraine und befürchtet Luftschläge aus dem benachbarten Land Belarus. Der Schwerpunkt der Kämpfe liegt laut dem Lagebericht vom Samstag (21. Mai) weiter im Osten der Ukraine. Dort habe man elf Angriffe Russlands abgewehrt und unter anderem acht russische Panzer zerstört.

Der Artilleriebeschuss ukrainischer Stellungen gehe weiter, hieß es. Außerdem seien Schiffe der russischen Kriegsflotte im Schwarzen und im Asowschen Meer für Kämpfe und Aufklärung unterwegs, teilte der ukrainische Generalstab mit. Bedroht sieht sich die Ukraine auch weiter von Russlands Verbündetem Belarus, der aber offiziell kein Kriegsteilnehmer ist.

Das Militär wirft den russischen Besatzern außerdem Terror gegen die ukrainische Zivilbevölkerung vor. So verhinderten sie etwa, dass aus dem besetzten Gebiet Cherson die Menschen auf von der Ukraine kontrolliertes Territorium fliehen könnten. Auch humanitärer Korridore werde blockiert, sodass keine Lebensmittel und Medikamente in das Gebiet gebracht werden könnten. Ältere Menschen, Kranke und Kinder seien dort gefangen, hieß es.

Ukraine-Krieg: Putins Armee zerstört offenbar große Menge westlicher Waffen

Update vom 21. Mai, 11.30 Uhr: Putin Truppen haben nach Angaben Russlands eine große Lieferung westlicher Waffen im Nordwesten der Ukraine zerstört. Die russische Armee habe mit „hochpräzisen seegestützten Langstreckenwaffen“ vom Typ Kalibr eine „große Ladung Waffen und Militärausrüstung in der Nähe des Bahnhofs Malyn in der Schotoymr-Region zerstört“, teilt das russische Verteidigungsministerium mit.

Die Lieferung habe die Ukraine von den „Vereinigten Staaten und europäischen Ländern“ erhalten. Sie seien für die ukrainischen Truppen in der ostukrainischen Donbass-Region bestimmt gewesen, die seit 2014 teilweise von pro-russischen Separatisten kontrolliert wird. Im Donbass finden derzeit die heftigsten Kampfhandlungen in der Ukraine statt.

Ukraine-Krieg: „Wollen Gebiet in Schutt und Asche legen“ - Auslöschung weiterer Stadt befürchtet

Update vom 21. Mai, 10.20 Uhr: Die Ukraine befürchtet einen weiteren Vormarsch russischer Truppen, nachdem diese die Hafenstadt Mariupol und das Asow-Stahlwerk vollständig eingenommen haben. Der ukrainische Militärgouverneur des Gebietes Luhansk, Serhij Hajdaj, meldete am Samstag massive Gefechte im Donbass. So steht etwa die ostukrainische Stadt Sjewjerodonezk seit Tagen unter Beschuss, es gibt Tote und Verletzte. „Die Russen löschen Sjewjerodonezk wie Mariupol aus. In den Vororten der Stadt laufen Kämpfe“, teilte Hajdaj im Nachrichtenkanal Telegram mit.

Der Gouverneur beklagte Bombardements aus der Luft in der Region, Russland wolle das Gebiet in Schutt und Asche legen. Zugleich wies er Aussagen von Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu, kurz vor der kompletten Einnahme der Region Luhansk zu stehen, als „Unsinn“ zurück. Schoigu habe keinen Überblick mehr über die Lage seiner eigenen Streitkräfte.

„Der Feind hört nicht auf, offensive Operationen in der östlichen Kampfzone zu führen“, schrieb am Samstag der ukrainische Generalstab auf Facebook. Ziel der Angreifer sei es, „die totale Kontrolle der Regionen Donezk und Luhansk zu erringen und einen Landkorridor zur besetzten Krim zu haben“.

Das von wochenlangen heftigen Kämpfen schwer beschädigte das Stahlwerk Azovstal in Mariupol.
Das von wochenlangen heftigen Kämpfen schwer beschädigte Stahlwerk Azovstal in Mariupol. © imago-images

In der Region Luhansk werden inzwischen nur noch die durch einen Fluss getrennten Städte Sewerodonezk und Lyssytschansk von der Ukraine kontrolliert. Der ukrainische Gouverneur von Luhansk, Serhij Gajdaj, zeigte sich dennoch am Samstag optimistisch: „Unsere Truppen bekommen ausländische Waffen, bewaffnen sich neu, beziehen neue Stellungen - und ich glaube, dass wir im Juni zum Gegenangriff übergehen können“, erklärte er.

Ukraine-Krieg: Selenskyj sieht „absolute Dummheit“ wegen Kulturzentrum-Beschuss

Update vom 21. Mai, 8.18 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland für einen Raketenangriff auf ein Kulturzentrum im Osten des Landes mit acht Verletzten verantwortlich gemacht. Bei dem Beschuss in der Stadt Losowa im Gebiet Charkiw sei auch ein elf Jahre altes Kind verletzt worden, schrieb Selenskyj am Freitagabend im Nachrichtenkanal Telegram.

Ein Mann sucht in einem beschossenen Viertel von Charkiw in der Ostukraine nach Metallschrott.
Ein Mann sucht in einem beschossenen Viertel von Charkiw in der Ostukraine nach Metallschrott. © Bernat Armangue/AP/dpa

„Die Besatzer haben Kultur, Bildung und Menschlichkeit als ihre Feinde identifiziert“, meinte Selenskyj. Solche Angriffe seien eine „absolute Dummheit“ und „Boshaftigkeit“. Selenskyj veröffentlichte auf seinem Account ein Video, das einen Raketeneinschlag zeigte. Danach war eine riesige Rauchwolke zu sehen. Laut Bild erfolgte er Beschuss durch eine luftgestützte Mittelstreckenrakete mit 600 Kilometern Reichweite.

Ukraine-Krieg: Russland meldet vollständige Einnahme von Mariupol

Upate vom 21. Mai, 8.10 Uhr: Russland hat die völlige Einnahme des Industriekomplexes Asow-Stahl in Mariupol gemeldet. Putin sei von Verteidigungsminister Schoigu über „das Ende des Einsatzes und die vollständige Befreiung“ des Stahlwerks und der strategisch wichtigen Hafenstadt im Südosten der Ukraine informiert worden, teilte Igor Konaschenkow, Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums auf Telegram am Freitag mit. Zuvor hatten die ukrainischen Streitkräfte nach wochenlangen, erbitterten Kämpfen die Verteidigung der Stadt aufgegeben.

Ein zerstörtes Stahlwerk im Hafen von Mariupol.
Ein zerstörtes Stahlwerk im Hafen von Mariupol. © Olga Maltseva/AFP

Am Freitag habe sich „die letzte Gruppe von 531 Kämpfern ergeben“, erklärte der Sprecher. Insgesamt hätten sich seit Montag 2439 „Nazis“ des Asow-Regiments und ukrainische Soldaten ergeben. „Die unterirdischen Anlagen der Fabrik, in denen sich die Kämpfer versteckt hielten, stehen nun vollständig unter der Kontrolle der russischen Streitkräfte.“

Der Anführer des Asow-Regiments sei in einem „gepanzerten Spezialfahrzeug“ aus der Fabrik gebracht worden, um ihn vor „dem Hass der Einwohner von Mariupol und ihrem Wunsch, ihn zu bestrafen“ zu schützen, fügte Konaschenkow hinzu. Das Asow-Regiment ist eine ehemals rechtsextreme Einheit, die inzwischen in die ukrainische Nationalgarde integriert wurde und für den Mut ihrer Kämpfer bekannt ist.

Zuvor hatten am Freitag die letzten ukrainischen Kämpfer in dem Industriekomplex erklärt, sie hätten die Anordnung aus Kiew erhalten, die Verteidigung der Stadt einzustellen. Die ukrainische Militärführung habe den Befehl gegeben, „das Leben der Soldaten unserer Garnison zu retten“, sagte Asow-Kommandeur Denys Prokopenko in einer Videobotschaft.

Asow-Kommandeur aus Mariupol räumt erstmals Kapitulation ein - später folgt Meldung aus Moskau

Update vom 20. Mai, 21.04 Uhr: In der ukrainischen Hafenstadt Mariupol haben sich nach russischen Angaben nun alle Kämpfer in dem belagerten Stahlwerk Azovstal ergeben. Die Industriezone sei damit vollständig unter russischer Kontrolle, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau am Freitagabend mit. Es seien insgesamt 2439 ukrainische Soldaten seit dem 16. Mai in russische Gefangenschaft gekommen.

Update vom 20. Mai, 16.41 Uhr: Ehre für einen mutmaßlichen Kriegsverbrecher nach dessen Tod: Der russische Präsident Wladimir Putin, der sich zuletzt siegessicher gezeigt hatte, den Ukraine-Krieg zu gewinnen, hat den 2016 getöteten Separatistenführer Arsen Pawlow mit dem Tapferkeitsorden ausgezeichnet. Ein Erlass über die posthume Verleihung wurde in Russlands offizieller Gesetz-Datenbank veröffentlicht.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte Pawlow vorgeworfen, während des Konflikts in der Ostukraine unter dem Namen „Motorola“ mindestens einen ukrainischen Kriegsgefangenen getötet zu haben. Pawlow war bei einem Sprengstoffanschlag getötet worden.

Der Russe selbst gab vor Journalisten damit an, mindestens 15 gefangene ukrainische Soldaten erschossen zu haben. Der Mann flüchtete Medien zufolge im April 2014 in die Donbass-Region, um einer Strafverfolgung wegen Autodiebstahls und Trunkenheit am Steuer in Russland zu entgehen. Dort galt er als einer der gefährlichsten und blutigsten Milizenführer bei den prorussischen Aufständen.

Ukraine-Krieg: Asow-Kommandeur räumt erstmals öffentlich Kapitulation ein

Update vom 20. Mai, 14.42 Uhr: Das ukrainische Militär hat die verbleibenden Kämpfer des Asow-Regiments im Mariupoler Stahlwerk offenbar angewiesen, die Verteidigung der Stadt aufzugeben. Die Militärführung habe den Befehl gegeben, „das Leben der Soldaten unserer Garnison zu retten und aufzuhören, die Stadt zu verteidigen“, sagte Kommandeur Denys Prokopenko in einem am Freitag veröffentlichten Video.

Es werde nun daran gearbeitet, die gefallenen Soldaten aus der Anlage zu bringen. Alle Verwundeten seien evakuiert worden und nur die „getöteten Helden“ geblieben, sagte der Kommandeur.

Ukraine-Russland-News: Heftige Luftangriffe an der Frontlinie

Update vom 20. Mai, 13.48 Uhr: Die russischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben ihre Luftangriffe auf das frontnahe Hinterland der Ukraine konzentriert. Der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, berichtete am Freitag von Attacken auf die Ortschaften Bachmut, Berestowe, Kostjantyniwka, Masljakiwka, Pokrowske, Soledar im Gebiet Donezk und die Stadt Tschuhujiw im Gebiet Charkiw.

Dabei sollen durch russische Boden-Luft-Raketen unter anderem vier gegnerische Gefechtsstände und sieben Depots vernichtet worden sein. Russlands Raketenstreitkräfte und Artillerie wiederum hätten 3 Depots und 24 Artillerie- und Raketenwerferstellungen zerstört, sagte Konaschenkow. Daneben haben nach seinen Angaben Heeresflieger und taktische Luftwaffe 280 Soldaten und 59 gepanzerte Militärfahrzeuge liquidiert. Unabhängig konnten diese Angaben nicht überprüft werden.

Ukraine-Krieg: Russland meldet fast vollständige Eroberung der Region Luhansk

Update vom 20. Mai, 13.04 Uhr: Die russischen Truppen sind nach Angaben aus Moskau weiter auf dem Vormarsch im Donbass. „Die Befreiung der Luhansker Volksrepublik nähert sich dem Abschluss“, sagte der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu auf einer Sitzung des Ministeriums.

Russland hat vor dem Einmarsch in die Ukraine die Separatistengebiete im Osten des Nachbarlandes, „Luhansker Volksrepublik“ und „Donezker Volksrepublik“, als souveräne Staaten anerkannt. Während die Ukraine von einer blutigen Invasion und Okkupation durch Russland spricht, redet Russland von einer „Befreiung“ der Regionen von Nationalisten.

Schoigu informierte auch darüber, dass im Stahlwerk Asovstal in Mariupol nach wie vor ukrainische Kämpfer die Stellung hielten. „Die Blockade von Azovstal geht weiter“, sagte Schoigu.

Russland will zwölf neue Militärbasen im Westen des Landes errichten – Schoigu gibt Nato und USA Schuld

Update vom 20. Mai, 11.50 Uhr: Russland will als Antwort auf die geplante Nato-Erweiterung mit Schweden und Finnland im Westen des Landes zwölf neue Militärstützpunkte errichten. Das kündigte Verteidigungsminister Sergej Schoigu am Freitag an. Er sagte nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen: „Bis Ende des Jahres werden zwölf Militärbasen und Einheiten im westlichen Militärbezirk eingerichtet.“

Schoigu prangerte demnach „die Zunahme der militärischen Bedrohungen an den russischen Grenzen“ an und beschuldigte die USA und die Nato.

Butscha: Videos sollen Kriegsverbrechen in Vorort von Kiew durch russische Soldaten beweisen

Erstmeldung vom 20. Mai 2022: Butscha - Der Verdacht, dass im eskalierten Ukraine-Konflikt russische Kämpfer für die Ermordung Hunderter wehrloser Zivilisten in Kiewer Vororten verantwortlich sind, erhärtet sich womöglich. Die mutmaßlichen Kriegsverbrechen in Butscha und Irpin nordwestlich der Hauptstadt hatten weltweit für Entsetzen gesorgt. Führende Politiker und Offizielle Russlands leugneten die Tötungen stets.

Die New York Times hat nun jedoch Videos veröffentlicht, die Hinrichtungen von ukrainischen Zivilisten durch russische Soldaten zeigen sollen. Zu sehen ist, wie zwei Soldaten acht Männer - einer von ihnen trägt einen hellblauen Pullover - mit vorgehaltener Waffe durch eine Straße treiben. Eine Stimme ruft: „Geh nach rechts, Schlampe.“

Die Aufnahmen sollen am 4. März 2022 von einer Sicherheitskamera und einem Zeugen in einem nahegelegenen Haus in Butscha gemacht worden sein. Weitere Zeugen schilderten der New York Times, dass die Männer anschließend hinter ein Gebäude geführt wurden. Dann seien Schüsse zu hören gewesen. Die Männer seien nicht zurückgekehrt.

Butscha: Videos sollen Hinrichtungen von Männern beweisen

Ein drittes Video, das der New York Times ebenfalls zugespielt wurde, zeigt die Aufnahme einer Drohne für das ukrainische Militär einen Tag später. Darin zu sehen ist, wie sie Aufnahmen von einem Gebäude macht. Dabei schwenkt sie auf die Leichen, die neben dem Haus liegen - bewacht von Soldaten. Kurz ist dabei ein blauer Fleck zu erkennen - der Mann mit dem hellblauen Pullover. Das Drohnenvideo scheint also die Augenzeugenberichte zu bestätigen.

Um zu beweisen, was mit den Männern in Butscha geschah, und um mögliche Kriegsverbrechen zu dokumentieren, verbrachte die New York Times eigenen Angaben zufolge mehrere Wochen in dem Vorort von Kiew und sprach mit einem Überlebenden, Zeugen, Gerichtsmediziner sowie Polizei- und Militärbeamte.

Krieg in der Ukraine: Russische Offensive im Donbass - Selenskyj spricht von „Hölle“

Der Krieg in der Ukraine geht unterdessen am 85. Tag der russischen Invasion mit unverminderter Härte weiter. Schwerpunkt derzeit ist der Donbass im Osten des Landes. Der ukrainische Generalstab sprach in seinem Lagebericht von einer „Offensive im Raum Lyssytschansk und Sjewjerodonezk“ des Gegners.

Weiter südlich an der Gebietsgrenze zwischen Donezk und Luhansk soll es heftige Kämpfe um die Ortschaften Wyskrywa und Olexandropillja geben. Davon zeugen mehrere Todesopfer, die allein im Gebiet Donezk von ukrainischen Behörden gemeldet wurden.

Laut dem Lagebericht sollen russische Truppen allerdings keine nennenswerten Erfolge erzielt haben. Ebensowenig die Ukraine, die ihrerseits in der Region Charkiw weiter an der Befreiung arbeite, wie Präsident Wolodymyr Selenskyj. Im Donbass sei „die Hölle, und das ist keine Übertreibung“, beschrieb Selenskyj die Lage. (mt/dpa/afp)

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