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Geschütze aus Deutschland leichtes Ziel? Putins Geheim-Granate sorgt für russischen Vorteil

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Von: Patrick Mayer

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Die russische Armee rückt im Donbass weiter vor. Laut einem Militärexperten sind die deutschen Panzerhaubitzen im Osten der Ukraine vor einer Moskau-Waffe nicht sicher.

München/Lyssytschansk - Taktischer Rückzug im Donbass: Die Lage der ukrainischen Streitkräfte spitzt sich im Krieg gegen Russland im Osten des Landes weiter zu. Die Regierung von Präsident Wolodymyr Selenskyj bezifferte zuletzt das Verhältnis bei den Artilleriesystemen auf angeblich 1:20 - aus Sicht der Verteidiger. Das westliche Verteidigungsbündnis Nato um die USA reagiert.

Ukraine-Krieg: Russische Artillerie-Granate „Krasnopol“ macht im Donbass Sorgen

Frankreich wird der ukrainischen Armee sechs weitere Caesar-Haubitzen liefern, wie Staatspräsident Emmanuel Macron an diesem Donnerstag (30. Juni) erklärte. Und: Deutschland versprach nach dem Nato-Gipfel in Madrid drei zusätzliche Panzerhaubitzen 2000, nachdem gerade erst sieben Exemplare des selbstfahrenden Bundeswehr-Geschützes im Kriegsgebiet eingetroffen sind.

Aber: Nach Einschätzung eines Militärexperten sind all diese westlichen Waffenlieferungen vor einer geheimen Granate der russischen Armee von Moskau-Machthaber Wladimir Putin nicht sicher: der Krasnopol.

Die Krasnopol-Granate: Ein gefährliches Geschütz der russischen Armee im Ukraine-Krieg.
Die Krasnopol-Granate: Ein gefährliches Geschütz der russischen Armee im Ukraine-Krieg. © IMAGO / ITAR-TASS

Dabei handelt es sich um eine aus 152-mm- und 155-mm-Haubitzen verschossene präzisionsgelenkte Artilleriegranate. Laut verschiedener Berichte kann die Krasnopol ihre Ziele mit einer Genauigkeit von einem Meter treffen. Was sie so ungemein präzise macht, ist letztlich nicht überliefert.

„Das ist tatsächlich beeindruckend und wirkungsvoll. Das macht auch das, was wir an geringer Unterstützung in die Ukraine schicken, ganz schnell kaputt. Wenn Sie mal schauen, zum Beispiel die zwölf Geschütze aus Deutschland und den Niederlanden“, erklärt Oberst a.D. Ralph Thiele im Interview mit t-online.

Die Krasnopol-Granate Russlands

Bei der „Krasnopol“ handelt es sich um eine präzisionsgelenkte Artilleriegranate aus russischer Produktion, die aus Haubitzen mit einem Kaliber von 152-mm und 155-mm verschossen wird. Nach dem Schuss der Artillerie entfalten sich am Gehäuse Stabilisierungs- und Lenkflügel.

Beim Zielanflug steuert die Granate automatisch auf einen durch einen Laser markierten Zielpunkt zu. Das Geschoss hat eine Reichweite von bis zu 20 Kilometern und eine Treffergenauigkeit von einem Meter.

Thiele erzählt im Video-Gespräch mit dem Nachrichtenportal weiter: „Relevant ist für mich die Analyse amerikanischer Militärexperten, die das (die Krasnopol, d. Red.) im Vergleich zu US-Waffensystemen sehen. Und da sehen Sie, dass zum Beispiel die Lasersteuerung durch Drohnen gegenüber vergleichbaren amerikanischen Systemen dazu führt, dass sie (Krasnopol-Granaten) wesentlich präziser sind. Eben auf einen Meter, während vergleichbare amerikanische Systeme auf zehn Meter kommen.“

Ukraine-Krieg: Militärexperte sieht Artillerie-Vorteil bei Russland - wegen Krasnopol

Das mache „natürlich eine ganze Welt aus“, meint Thiele bei t-online: „Daher geben die Russen mit etwas an, was sie können.“ Offenbar können die russischen Invasionstruppen ihre Ziele wie Panzer mittels Drohnen markieren.

Als die Krasnopol Mitte der 1990er Jahren eingeführt wurde, brauchte es noch einen vorgeschobenen Artilleriebeobachter, der die Ziele mit Laser markierte. Die 1,3 Meter lange Granate hat indes eine erhebliche Sprengkraft. Laut Thiele sei sie in der Lage, etwa eine ganze Brücke zu zerstören. (pm)

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