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Explosionen auf der Krim: Ukraine erklärt Angriff zum Vorboten für „De-Okkupation“ 

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Von: Stephanie Munk

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Wieder soll es zu Explosionen auf der Krim gekommen sein. Die Ukraine spricht schon von Vorboten zu einer Befreiung der Halbinsel.

Dschankoj - Auf der russisch besetzten Halbinsel Krim hat es offenbar erneut Explosionen und Schüsse gegeben. In den sozialen Medien kursieren mehrere Videos, die den ukrainischen Angriff aus der Nacht zum Dienstag (21. März) zeigen sollen.

Die Ukraine berichtet von einer gelungenen Attacke auf das russische Militär: Es sei gelungen, russische Raketen zu zerstören, die für die russische Schwarzmeerflotte bestimmt gewesen seien. Der ukrainische Geheimdienst erklärte kämpferisch, mit dem Angriff würde der Prozess der „Entmilitarisierung Russlands“ fortgesetzt und die Krim auf die „De-Okkupation“ vorbereitet.

Ukraine berichtet von Angriff auf Zug, der Waffen transportierte

Die Explosionen ereigneten sich offenbar in der Stadt Dschankoj im Norden der Krim, einem wichtigen Eisenbahnknotenpunkt, über den die russische Armee Nachschub auf die besetzte Halbinsel liefert. Unbestätigten Angaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums zufolge gelang der Ukraine ein militärischer Schlag auf einen Zug, der die russischen Raketen transportierte. Laut dem ukrainischen Militärgeheimdienst handelt es dabei um Kalibr-Hyperschallraketen. Über die strategische wichtige Eisbahnstrecke bei Dschankoj versorgt Russland auch seine Armee in den besetzten Gebieten Cherson und Saporischschja mit Nachschub. Experten sehen nicht nur deshalb eine potenziell „peinliche Geschichte“ für Russlands Armee.

Russland bestätigt Drohnenangriffe auf der Krim - spricht aber von erfolgreicher Abwehr

Von russischer Seite gab es keine Bestätigung, dass russische Raketen zerstört wurden. Der von Russland eingesetzte Besatzungschef der Halbinsel, Sergej Askjonow, bestätigte aber, dass die Flugabwehr im Gebiet von Dschankoj aktiviert worden sei. „Die Luftabwehr hat einen Drohnenangriff nahe der Stadt Dschankoj auf der Krim abgewehrt“, erklärte außerdem das russische Ermittlungskomitee. Die Drohnen hätten zivile Infrastruktur zum Ziel gehabt.

Laut Gouverneur Aksjonow ist durch die Trümmer eines getroffenen Geschosses eine Person verletzt worden. Durch abgestürzte Trümmerteile seien außerdem Häuser und ein Lebensmittelgeschäft beschädigt worden. Der Verwaltungschef von Dschankoj, Igor Iwin, teilte mit, dass in dem Laden ein Brand ausgebrochen sei.

Russland wirft der Ukraine einen Racheakt vor

Ein Berater des Gouverneurs warf den ukrainischen Behörden vor, sich mit dem Angriff für die Annexion der Krim durch Russland rächen zu wollen. Zum neunten Jahrestages der Annexion hatte der russische Präsident Wladimir Putin am 18. März die Halbinsel überraschend besucht. Der russische Präsident war seit Beginn des Ukraine-Kriegs nie näher an der Front gewesen.

Rückeroberung der Krim als Knackpunkt im Ukraine-Krieg?

Seit Beginn des Ukraine-Kriegs wurde die Krim mehrfach zum Ziel von ukrainischen Drohnenangriffen. Anfang März hatte Russland bestätigt, einen „massiven Angriff“ abgewehrt zu haben. In Dschankoj hatte es im August 2022 eine schwere Explosion in einem Munitionsdepot gegeben. Auch damals gab es Verletzte, und tausende Menschen wurden in Sicherheit gebracht. Der Zugverkehr wurde mitten in der Tourismus-Saison zeitweise eingestellt. Kiew bekannte sich damals zu den Angriffen. Auch andere russische Regionen im Grenzgebiet zur Ukraine klagen seit Monaten über Angriffe von ukrainischer Seite. In den Gebieten Brjansk, Kursk und Belgorod gab es Tote, Verletzte und schwere Zerstörungen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat als Ziel ausgegeben, die Krim wie alle anderen besetzten Gebiete der Ukraine befreien zu wollen. Doch ein Experte warnte kürzlich im Gespräch mit Merkur.de vor einer Rückeroberung der Krim: Putin könnte dann den Ukraine-Krieg noch mehr eskalieren. Das Schicksal der Krim könnte daher bald zu einem Streitpunkt zwischen der Ukraine und ihren westlichen Unterstützern werden, wie ein früherer US-Regierungsvertreter warnt. (smu/dpa/AFP)

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