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Ukraine-Krieg: Britischer Armee-Chef warnt - „Müssen uns auf Kampf in Europa vorbereiten“

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General Sir Patrick Sanders Chef Generalstabs grossbritannien Armee
General Sir Patrick Sanders (links) mit dem japanischen Generalleutnant Yuichi Takada. Seit Juni 2022 ist Sanders Chef des Generalstabs der britischen Armee (Archivbild, 2018). © KEIZO MORI / UPI Photo / Imago

Während Boris Johnson den Westen vor einem „langen Krieg“ in der Ukraine warnt, stellt der Chef der britischen Armee seine Soldaten auf einen „Kampf in Europa“ an der Seite ihrer Verbündeten ein.

London - Britische Truppen müssen sich darauf vorbereiten, wieder in Europa zu kämpfen. Das sagte der Chef des Generalstabs der britischen Armee, General Sir Patrick Sanders, laut eines Sky News-Bericht vom Sonntag. Im eskalierten Ukraine-Konflikt könnte es aus seiner Sicht nötig sein, dass die britische Armee an der Seite ihrer Verbündeten kämpfe, um Russland zu besiegen.

Ukraine-Krieg: Russlands Invasion in der Ukraine unterstreicht unsere Aufgabe, das Vereinigte Königreich zu schützen

Der Chef der britischen Armee hat seinen Truppen mitgeteilt, sie müssten sich „auf einen erneuten Kampf in Europa vorbereiten“, um die Streitkräfte von Wladimir Putin zu besiegen. General Sir Patrick Sanders hatte am Montag die Nachfolge von General Sir Mark Carleton Smith als Chef des Generalstabs angetreten. Er warnte seine Soldaten vor den Herausforderungen, denen sie sich im anhaltenden Krieg in der Ukraine gegenübersehen.

„Es ist jetzt dringend erforderlich, eine Armee zu schmieden, die in der Lage ist, an der Seite unserer Verbündeten zu kämpfen und Russland im Kampf zu besiegen“, sagte Sanders weiter. „Wir sind die Generation, die die Armee darauf vorbereiten muss, erneut in Europa zu kämpfen“, fügte er hinzu. Er sei der erste Armeechef, der seit 1941 im Schatten eines Krieges auf dem europäischen Festland mit Beteiligung einer Kontinentalmacht das Kommando über die britische Armee übernahm. „Russlands Invasion in der Ukraine unterstreicht unsere Kernaufgabe, das Vereinigte Königreich zu schützen - indem wir bereit sind, Kriege auf dem Festland zu führen und zu gewinnen“, so Sanders weiter.

Ukraine-Krieg: Britischer Premier Boris Johnson stellt Landsleute auf „langen Krieg“ ein - und widerspricht sich selbst

Der britische Premierminister Boris Johnson hat die westlichen Verbündeten indes aufgerufen, sich auf einen langen Krieg in der Ukraine einzustellen. Der russische Präsident Wladimir Putin habe sich auf einen Abnutzungskrieg verlegt, um die Ukraine „mit schierer Brutalität“ in die Knie zu zwingen, schrieb der konservative Politiker in einem Gastbeitrag für die britische Zeitung Times on Sunday. „Das Vereinigte Königreich und seine Freunde müssen darauf reagieren, indem sie sicherstellen, dass die Ukraine das strategische Durchhaltevermögen hat, um zu überleben und als Sieger hervorzugehen“, schrieb Johnson. Zeit sei dabei ein entscheidender Faktor. „Alles wird davon abhängen, ob die Ukraine ihre Fähigkeiten zur Verteidigung ihres Territoriums schneller stärken kann als Russland seine Angriffskapazitäten erneuert.“

Auch Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hatte in einem Interview mit der Bild-Zeitung die Sorge geäußert, der Krieg könne sich auf Jahre hinziehen. Sollte die Unterstützung für die Ukraine nachlassen, werde man einen hohen Preis dafür zahlen, warnte Stoltenberg.

Die Einschätzung Johnsons in der Times steht allerdings im Kontrast zu seiner eigenen, optimistischeren Äußerung vom Vortag. In einem Fernsehinterview hatte sich der britische Premier noch am Samstag dafür ausgesprochen, den nächsten Eurovision Song Contest (ESC) in der Ukraine auszutragen. „Kiew oder eine andere sichere ukrainische Stadt wäre ein fantastischer Austragungsort“, sagte Johnson und fügte hinzu: „Es ist noch ein Jahr bis dahin, ein Jahr! Das wird okay sein.“ Hintergrund der Aussage ist die Ankündigung der Organisatoren des ESC aufgrund von Sicherheitsbedenken Gespräche mit der BBC in Großbritannien über die Austragung zu beginnen. Eigentlich wird der ESC im Folgejahr im Land des Gewinners veranstaltet - 2022 hatte die ukrainische Band Kalush Orchestra gewonnen (dpa/bm).

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