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Ukraine ergreift zunehmend die Initiative im Krieg gegen Russland: „Strategische Katastrophe“ für Putin?

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Von: Markus Hofstetter

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Nach Ansicht des Militärexperten Mick Ryan hat das ukrainische Armee die Chance, weitreichend die Initiative zu ergreifen. Das könnte Putin in eine katastrophale Lage bringen.

München - Der australische Ex-General Mick Ryan sieht im Ukraine-Krieg eine große Chance für die Verteidiger, den russischen Präsidenten Wladimir Putin in die Bredouille zu bringen. Die Grundvoraussetzung dafür ist, dass das ukrainische Militär weitreichend die Initiative an sich reißt.

Bisher, so Ryan in einem längeren Thread auf Twitter, hätte man beobachten können, wie die Ukrainer ihr Land verteidigten und auf die Angriffe der russischen Armee im Norden, Osten und Süden reagierten. „Diese Situation könnte sich nun ändern.“

Initiativewechsel im Ukraine-Krieg: Putins Armee agiert nicht mehr, sondern muss reagieren

„Bei militärischen Operationen spricht man oft vom Ergreifen der Initiative“, so Ryan. Einen Initiativwechsel zwischen beiden Seiten sieht der Ex-General offenbar für gekommen. Das bedeutet für die Ukrainer, dass sie Art und Ort des Kampfes bestimmen könnten. Das sei ein nicht zu unterschätzender Vorteil und werde sich auch auf die Verlustzahlen auswirken. Für die Russen sei dies „ein weiteres Desaster in einer Kampagne, die katastrophal für das ukrainische Volk und zersetzend für das russische Militär verlaufen ist“, so Ryan.

Wladimir Putin
Die Armee des russischen Präsidenten Wladimir Putin ist in Gefahr, im Ukraine-Krieg die Initiative zu verlieren, mit den entsprechenden Konsequenzen für ihn. (Archivfoto) © Alexei Druzhinin/dpa/picture alliance

Ein Anzeichen für diesen Initiativwechsel sieht Ryan darin, dass die russische Armee Verstärkungen in den Süden schicken musste. Tausende Soldaten wurden vom Donbass, wo Putins Streitkräfte eigentlich die komplette Oblast Donezk erobern wollen, nach Cherson verlegt, um ukrainische Gegenangriffe zu kontern.

Nach Wechsel der Initiative im Ukraine-Krieg: Russische Armee könnte kollabieren

Wären die Russen erst einmal gezwungen, auf ukrainische Offensiven zu reagieren, wären deren Moral und taktische Wirksamkeit schnell am Ende. Hinzu kämen im Süden Beeinträchtigungen durch Partisanenangriffe auf Soldaten, Offizielle und die Infrastruktur. Hätten die Ukrainer erst einmal die taktische und operative Initiative übernommen, würde es laut Ryan für die Russen sehr schwierig werden, diese Situation wieder in ihrem Sinne zu drehen.

Nach Ryans Meinung besteht die Möglichkeit, dass Truppen, die unter einen so großen Druck stehen und ohne eine exzellente Führung sind, kollabieren. Wobei er sich in seinem Thread nicht darauf festlegen will, dass dies mit der russischen Armee passiert.

Putin in katastrophaler Lage: Bilder von sich zurückziehenden oder gefangenen russischen Soldaten würden Nimbus zerstören

Doch die Bilder einer großen Zahl russischer Soldaten, die sich zurückziehen und in Gefangenschaft geraten, wären eine „strategische Katastrophe“ für Putin. „Seine Erzählungen über die Größe Russlands und die Wirksamkeit der Wunderwaffen würde in Trümmern liegen.“

Da würde auch die Aufstellung neuer Freiwilligenbataillone für den Einsatz in der Ukraine helfen, da dies schlecht trainiert und ausgerüstet sind. Zumal die ukrainische Armee inzwischen mit westlichen Waffen und Munition ausgerüstet ist.

Initiativwechsel im Ukraine-Krieg: Auswirkungen wäre auch im Rest Europas spürbar

Insgesamt hätte das auch Auswirkungen auf den Rest Europas, meint Ryan. „Die Demonstration des ukrainischen Erfolgs auf dem Schlachtfeld wird den Europäer den nötigen Antrieb geben, um zu begreifen, dass ihre kleinen Opfer in Form höherer Energiekosten eine große Bedeutung für eine Nation haben, die um ihre Existenz kämpft.“

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