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Putins Panzer-Problem im Ukraine-Krieg: Russland repariert wohl mit Kühlschrank- und Geschirrspüler-Teilen

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Von: Bedrettin Bölükbasi

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Im Ukraine-Krieg müssen Putins Truppen ihre defekten Panzer wohl mit Küchen-Ersatzteilen reparieren. Die USA sehen dies als Erfolg der Sanktionen.

München - Der Ukraine-Konflikt bringt jede Menge zerstörte russische Militärausrüstung mit sich. Die Truppen des russischen Machthabers Wladimir Putin und das ukrainische Militär liefern sich weiterhin heftige Kämpfe. Diese Karte zeigt, wo der Ukraine-Krieg wütet. Dabei macht Russland intensiv Gebrauch von Panzern, während die ukrainische Armee damit beschäftigt ist, mittels Artillerie, Javelin-Panzerabwehrraketen und Bayraktar-Drohnen diese Panzer auszuschalten.

Glaubt man den ukrainischen Angaben, so wurden bislang 1.218 Panzer (Stand 14. Mai) des russischen Militärs ausgeschaltet. Diese Zahl lässt sich zwar nicht unabhängig verifizieren, allerdings belegt visuelles Material die hohen Panzer-Verluste von Putins Armee. So zeigen Fotos vom Sewersky-Donezk-Fluss im Osten der Ukraine dutzende zerstörte russische Panzer und gepanzerte Wagen auf einem kleinen Fleck. Das russische Militär hat zudem offenbar Schwierigkeiten, defekte Panzer zu reparieren - wegen eines Mangel an Ersatzteilen. Dafür sollen russische Truppen nun auf Küchengeräte zurückgegriffen haben.

Ukraine-Krieg: Putins Panzer mit Küchengerät-Teilen repariert? - USA sehen Wirksamkeit der Sanktionen

Kurz nach dem Beginn der russischen Invasion am 24. Februar kamen schon die ersten Sanktionen aus dem Westen. Sowohl die USA als auch die EU verhängten Sanktionen gegen Russland und bestimmte russische Namen, um Moskau in die Enge zu treiben. Dass Russland nun Probleme bei der Reparatur von beschädigten Panzern hat und Ersatzteile von Küchengeräten nutzen muss, sehen die USA als einen Ausdruck des Erfolgs von Sanktionen.

Die US-Handelsministerin Gina Raimondo verwies in einer Senatsanhörung auf ihr Treffen mit dem ukrainischen Premierminister Denys Schmyhal und betonte laut der Washington Post: „Wir haben Berichte von Ukrainern, dass russische Militärausrüstung mit Halbleitern ausgestattet ist, die sie aus Geschirrspülern und Kühlschränken entnommen haben.“ Dadurch sollten offenbar fehlende Komponenten ersetzt werden. Dies sei eine Folge davon, so die Ministerin, dass amerikanische Technologieexporte nach Russland seit Beginn der Sanktionen Ende Februar um rund 70 Prozent zurückgegangen seien.

Russische Soldaten reparieren einen Panzer. Dafür sollen sie auch Ersatzteile aus alten Küchengeräten nutzen.
Russische Soldaten reparieren einen Panzer. Dafür sollen sie auch Ersatzteile aus alten Küchengeräten nutzen. (Symbolbild) © Sergei Bobylev/imago

Raimondo zufolge hat man mit den Sanktionen genau das beabsichtigt. So hätten etwa zwei Panzerhersteller in Russland ihre Produktion wegen fehlenden Komponenten eingestellt. „Unser Ansatz war es, Russland Technologie zu verweigern - Technologie, die ihre Fähigkeit, eine militärische Operation fortzusetzen, lähmen würde“, äußerte sich die Ministerin in der Anhörung: „Das ist genau das, was wir machen.“ Ministeriumssprecher Robyn Patterson bestätigte später, dass diese Information direkt von ukrainischen Beamten komme, berichtete die Washington Post.

Ukraine-Krieg: Halbleiter-Sanktionen schon vor Invasion - Putins Armee nutzt Teile aus Küchengeräten

Die Darstellung der US-Handelsministerin zum Erfolg der Sanktionen, die direkt im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg verhängt wurden, könnte allerdings nur bis zu einem gewissen Grad richtig sein. Denn schon vor dem Krieg in der Ukraine hatten sowohl die USA als auch weitere westliche Länder die Lieferung von Halbleitern zu militärischen Zwecken an Russland reguliert. In den USA benötigte man eine Lizenz von der Regierung für deren Export, wie die Washington Post informiert.

Es war allerdings möglich, Halbleiter für die kommerzielle Nutzung zu beschaffen. So konnte Russland die für kommerzielle Zwecke eingekauften Materialien schließlich auch zu militärischen Zwecken nutzen und in militärische Ausrüstung verbauen. Die neuen Sanktionen im Hintergrund der Ukraine-Krise haben diese Regeln lediglich verschärft und einen Export auch für nur kommerzielle Zwecke an nicht-militärische Nutzer stark eingeschränkt. Die Halbleiter aus Küchengeräten könnten somit schon vor der Ukraine-Invasion in russische Panzer eingebaut worden sein. Ohne Zweifel setzten die Sanktionen des Westens der schon geschwächten russischen Rüstungsindustrie aber nochmal deutlich zu. (bb)

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