1. Startseite
  2. Politik

Ukraine-Krieg: Abgefangenes Telefonat von russischem Soldaten soll katastrophale Zustände zeigen

Erstellt:

Von: Linus Prien

Kommentare

Einem angeblich abgefangenen Telefonat zwischen einem russischen Offizier und seinen Vorgesetzten in Russland zufolge verläuft der Krieg auf russischer Seite „katastrophal“.

Mykolaiw - Der Focus hat von einem angeblich abgefangenen Telefonat zwischen einem russischen Offizier und seinen Vorgesetzten in Russland berichtet. Es ist jedoch nicht klar, ob es sich um ein echtes Telefonat handelt. Im Gespräch schilderte der Offizier die Lage der russischen Truppen im Ukraine-Konflikt. Die „Spezialoperation“, wie das russische Militär den Krieg nennt, sei ein „Irrenhaus“. Mittlerweile ist es mehrere Wochen her, dass die Armee vom russischen Präsidenten Wladimir Putin in die Ukraine eingedrungen ist. Dennoch scheint es den russischen Truppen in der Ukraine bisher nicht zu gelingen, weiter große Fortschritte zu machen. Bilder voller Leid erreichen derweil die Welt aus der Ukraine.

Ukraine-Konflikt: Russische Truppen anfällig für ukrainische Guerillataktik

Der russische Offizier soll bei Mykolaiw stationiert sein. Er beschwerte sich über das taktische Vorgehen der russischen Truppen in der Ukraine: „Solange wir nicht alles zerstören und zusammen mit den Zivilisten in Schmutz verwandeln, kann nichts passieren.“ Das russische Fernsehen berichte von russischen Fortschritten. Tatsächlich führen die russischen Truppen jedoch nur durch Dörfer durch, ohne diese zu besetzen. Dies sei kein Fortschritt, sondern gefährlich für die russischen Truppen. Sie werden anfällig für die ukrainische Guerillataktik: „Jetzt müssen wir uns auf allen Seiten verteidigen, weil sie uns von überall angreifen.“

Gegenüber der Bild erläuterte Gustav Gressel vom European Council on Foreign Relations in Berlin die ukrainische Guerillataktik: „Kleine Gruppen der ukrainischen Territorialverteidigung bleiben im Gelände zurück, durch das die russischen Kolonnen fahren. Sie suchen sich Ziele, die sie knacken können.“

Ukraine-Krieg: Die medizinische Versorgung vor Ort wohl katastrophal

In Russland hat man laut dem Telefonat wohl gedacht, dass die „Spezialoperation“ eine Paradefahrt werde. Dementsprechend sei auch mit den Soldaten umgegangen worden. Am vierten Tag des Krieges wurde den Soldaten wohl gesagt, der Krieg werde in wenigen Stunden vorbei sein. Mittlerweile dauert der Krieg über drei Wochen an. Die russischen Soldaten seien jedoch nicht entsprechend ausgerüstet.

Es fehle an Körperpanzerung und die medizinische Situation sei katastrophal, heißt es über das Telefonat laut Focus. 50 Prozent der Soldaten sollen Erfrierung erlitten haben. Die Ärzte, die nur Bandagen zur Verfügung haben sollen, könnten nichts dagegen tun. Es gäbe auch keine heißen Öfen und nicht genügend Zelte. Die Soldaten müssten teilweise Gräben ausheben, um dort zu schlafen.

Abschließend bestätigt werden kann aber nicht, dass es sich um ein echtes Telefonat handelt. Offiziell heißt es von russischer Seite: Der „militärische Spezialeinsatz“ laufe nach Plan, so Kreml-Sprecher Dmitri Peskow in einem auf Englisch geführten Interview mit dem US-Sender CNN am Dienstag. (lp)

Auch interessant

Kommentare