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Experte befürchtet neue Putin-Taktik - „Nächste Phase wird noch schlimmer“

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Von: Stephanie Munk

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Eine Frau und zwei Kinder schauen in der Ukraine aus dem Fenster eines Zuges der nach Lwiw fährt. Russland hat seine Angriffe auf belebte Städte ausgeweitet, viele Menschen fliehen.
Eine Frau und zwei Kinder schauen in der Ukraine aus dem Fenster eines Zuges der nach Lwiw fährt. Russland hat seine Angriffe auf belebte Städte ausgeweitet, viele Menschen fliehen. © Vadim Ghirda/AP/dpa

Putins Armee kommt im Ukraine-Krieg schwerfälliger voran als gedacht. Der Präsident Russlands könnte jetzt seine Strategie ändern - mit womöglich schlimmen Folgen für die Ukrainer.

Moskau - Ein schneller Krieg, der die Ukraine rasch unter Russlands Herrschaft bringt. Dieses Szenario hatte sich wohl Russlands Präsident Wladimir Putin erhofft, als er sich dazu entschloss, den Befehl zum militärischen Angriff auf das Nachbarland zu erteilen. Doch so ist es nicht eingetroffen.

Die russischen Truppen kommen im Ukraine-Krieg langsamer voran als gedacht, sind mit heftigem Widerstand der ukrainischen Bevölkerung konfrontiert. Die Soldaten wirken teils unvorbereitet und demoralisiert, Tausende sind nach ukrainischen Angaben bereits gefallen. Laut einer Analyse des Royal United Services Institute (Rusi) habe Russland auch nach einer Woche noch nicht die vollständige Lufthoheit über die Ukraine, russische Bodentruppen würden nach wie vor von der Ukraine aus der Luft attackiert. Dabei sei Putins Plan nach Einschätzung der Experten gewesen, den Luftraum der Ukraine bereits nach einem Tag zu kontrollieren, um dann schnell und leicht militärische Erfolge zu erzielen.

Ukraine-Krieg: Putin braucht einen Plan B

Stattdessen schickte Putin seine Bodentruppen in die Ukraine. Es gibt Berichte, dass die russischen Soldaten teils selbst davon überrumpelt waren, da sie von einer reinen Übung ausgegangen sein sollen. „Offenbar waren die Truppen angewiesen worden, schnell vorzurücken und zu versuchen, die wichtigsten Städte einzukreisen“, heißt es in einem Bericht des Spiegel. Mit großem Widerstand der Ukrainer habe man nicht gerechnet, glaubt der britische Militärexperte Justin Bronk, der einen Artikel in der britischen Zeitung The Spectator zu dem Thema verfasst hat. „Sie dachten, sie müssten die Städte nicht einnehmen, sie könnten einfach hineinspazieren und ein System der Unterdrückung aufbauen, das von Ukrainern angeführt wird“, so Bronk.

So ist es nicht gekommen - und Putin braucht jetzt einen Plan B. Nach Meinung von Militärexperte Bronk sind dies leider keine guten Nachrichten für das ukrainische Volk. Denn Russland werde nun vermehrt dazu übergehen, womit es in den Städten Charkiw und Mariupol schon begonnen hat: Heftige Bombardierungen aus der Luft, ohne Rücksicht auf Wohngebäude, Kindergärten, Schulen und andere zivile Objekte sowie ein langwieriges Einkesseln und Zermürben der Städte, „um den ukrainischen Kampfeswillen zu brechen“, schreibt Bronk in The Spectator.

Ukraine-Krieg: Experte befürchtet neue Strategie - „Nächste Phase wird noch schlimmer“

Die nächsten Tage und Wochen des Ukraine-Kriegs könnten daher noch schlimmer werden, befürchtet der Experte. Sowohl für die russischen Soldaten mit vielen weiteren Toten und Verwundeten. Aber auch für die Ukrainer, „die jetzt schon mit einer Katastrophe konfrontiert sind, und die nächste Phase wird noch schlimmer werden“. Auch Nato-Chef Jens Stoltenberg hat am Freitag eingeräumt, dass er in den kommenden Tagen mit noch „mehr Tod, mehr Leid, mehr Zerstörung“ rechne. (smu) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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