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„Coronavirus, Cholera und Schweinepest“: Putin erhebt neue Vorwürfe - und verspricht Russen Wohltaten

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Von: Linus Prien

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In einer Ansprache wendet sich Wladimir Putin an sein Volk und „den Westen“. Putin rechtfertigt erneut seinen Krieg und versucht sein Volk zu beschwichtigen.

Moskau - Wladimir Putin möchte den Ukraine-Konflikt „bis zum Ende durchführen“. Das sagte der Präsident Russlands in einer Ansprache vom Mittwoch an sein Volk. Putin versprach die Erhöhung von Sozialleistungen, griff Kritiker unter den Oligarchen an und tat vor allem eines: Er verbreitete weiter Propaganda, um seinen Krieg zu rechtfertigen und um „den Westen“ zum Feind Russlands zu stilisieren.

Ukraine-News: Putins Kriegs-Propaganda

Ursprünglich hatte Putin seine Invasion damit rechtfertigen wollen, dass die Ukraine einen Völkermord an Russen im Donbass begehe. Danach forderte eine „Entnazifizierung“ der Ukraine. Putin bekräftigte am Mittwoch einen weiteren Vorwurf: Angeblich arbeite die Ukraine mit den USA zusammen, um biologische Waffen in der Ukraine herzustellen. Es handle sich um Experimente mit „Cholera, der Schweinepest und dem Coronavirus“. Aus diesem Grund müsse Russland auch die ganze Ukraine angreifen und nicht nur den Osten der Ukraine, wo der vermeintliche Völkermord stattfinde.

Putin bei einer Fernsehansprache im vergangenen Jahr
Putin bei einer Fernsehansprache © Evgeny Odinokov via www.imago-images.de

Putin sprach von einer „erfolgreichen Entwicklung“ der „Sonderoperation zur Demilitarisierung und Entnazifizierung der Ukraine.“ Diese Bewertung des russischen Präsidenten entspricht keineswegs der Einschätzung vieler Militärexperten. Die russischen Truppen in der Ukraine sind in den vergangenen Wochen nur langsam vorangekommen. Derzeitig sei dieses „Format“, also der Angriffskrieg in der Ukraine, das einzig mögliche, sagte Putin. Aus diesem Grund werde der Krieg auch „bis zum Ende durchgeführt.“

Ukraine-Krieg: Putins Feindbild „Westen“

Putin warf „dem Westen“ vor, nur ein Ziel zu haben: „Die Zerstörung Russlands“. Putin sagte, man habe Russland in einem „wirtschaftlichen Blitzkrieg“ zerschlagen wollen. Mit seinem neuen Kriegsvorwand versuchte der russische Präsident, die Ukraine in eine Ecke mit dem von ihm dämonisierten „Westen“ zu stellen. Putin bediente sich Rhetorik aus dem Kalten Krieg. Er sagte: „Es ist für uns auch offensichtlich, dass westliche Gönner die Kiewer Behörden einfach dazu drängen, das Blutvergießen fortzusetzen.“ Das Ziel Russland sei es, „einen Schlussstrich unter die globale Dominanz des Westens ziehen.“

Russische Soldatenformation bei einer Militärparade.
Russische Militärparade © Gavriil Grigorov via www.imago-images.de

Putin-Ansprache: Attacke auf Oligarchen

Die wirtschaftlichen Sanktionen, die aus der ganzen Welt auf Russland auferlegt wurden, treffen das Land hart. Der Rubel verlor immens an Wert. Bilder von Schlangen vor Lebensmittelgeschäften und Geldautomaten kursierten wochenlang im Netz. In seiner Botschaft versprach der russische Machthaber jetzt höhere Renten. Diese sollen um circa sechs Prozent ansteigen. Ein nur kleiner Anstieg, wenn man ihn dem Verlust der Kaufkraft vergleicht, der durch die hohe Inflation der letzten Wochen entstand.

Putin wetterte auch gegen „unpatriotische“ Russen. Er meinte Oligarchen, die sich im „Westen“ niedergelassen haben und nicht nach Russland zurückkehren wollen. Putin habe Verständnis dafür, eine Villa in Miami oder an der Côte d‘Azur zu besitzen. Jedoch seien diese Menschen auch geistig nicht mehr in Russland, sondern im Westen. Das berichtete die russische Staats-Agentur TASS. In Frankreich und Russland gab es zuletzt Bestrebungen, Oligarchen-Villen zu enteignen. (lp)

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