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Scholz wollte, dass der Gas-Rubel für Putin weiterrollt - Deutschland ist das schwächste Glied des Westens

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Von: Georg Anastasiadis

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Ein Kommentar von Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis.
Ein Kommentar von Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis. © fkn/Klaus Haag

Olaf Scholz hat per Veto zunächst verhindert, dass Russland aus dem Zahlungssystem Swift ausgeschlossen wird - denn Deutschland braucht Putins Gas. Eine krumme Nummer, die Berlin wohl nicht durchhalten kann. Ein Kommentar von Georg Anastasiadis.

Nach außen hin hat die Nato-Allianz im Ukraine-Konflikt ihre Reihen geschlossen. Doch nach der Brüsseler Sanktions-Verhandlungsnacht konnte sich Kriegsherr Putin mal wieder selbst gratulieren: Wie von ihm nicht anders erwartet, hat Bundeskanzler Olaf Scholz zunächst verhindert, dass die Sanktions-Keule Swift auf den Kreml niedersaust.

Ukraine-Krieg: Keine Swift-Sanktionen für Putin - Deutschland hängt wie der Junkie an der Nadel

Sie würde Russland vom internationalen Zahlungsverkehr abschneiden und wäre die schärfste Waffe in der Hand des Westens . Wie schon im Streit um die Ostseepipeline zeigt sich, dass Deutschland das schwächste Glied in der westlichen Verteidigungskette ist. Groß ist die (leider berechtigte) Berliner Angst, dass ein Rauswurf Russlands aus dem Swift-System die Gaslieferungen zum Versiegen bringen würde, an denen das Atomausstiegsland Deutschland hängt wie der Junkie an der Nadel.

Für Putin hieße das, dass die Gas-Rubel weiterrollen, mit denen er seine Kriege finanziert. Die albernsten Debatten hat unser Land geführt, etwa über die Notwendigkeit von Extra-Klohäuseln für das dritte Geschlecht, und niemand auf der ganzen Welt gendert so schön wie wir – aber wie man sich vor Erpressung durch einen skrupellosen Diktator schützt, dafür hat sich in Merkel-Deutschland jahrelang niemand interessiert, am wenigsten die in den Pipelinebau vernarrte Kanzlerin. Putin und seine Oligarchen kassieren, wenn es beim Berline Veto bliebe, weiter ihre Milliarden, aber ihre Opfer, die Ukrainer, bleiben von deutschen Waffenlieferungen abgeschnitten. Denn nichts ist den Deutschen wichtiger als ihre Moral.

Ukraine-Krieg: Den Ukrainern ist die Verbitterung nachzufühlen

Wer solche Verbündete hat, braucht keine Feinde mehr. Man kann den armen Menschen in der Ukraine die Verbitterung nachfühlen. Von Kanzler Scholz bekamen sie gestern zu hören, dass man die Swift-Drohung aufbewahren müsse „für eine Situation, wo das notwendig ist, noch andere Dinge zu tun“. Das ist für die unter russischem Dauerbombardement stehenden Ukrainer sicher ungemein beruhigend. Kaum vorstellbar, dass Berlin mit dieser krummen Nummer durchkommt. Bundesfinanzminister Lindner deutete gestern Abend ein Nachgeben Berlins an. Man kann sich lebhaft vorstellen, wie am Freitag die Drähte glühten zwischen den Nato-Hauptstädten.

Georg Anastasiadis

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