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Putins Teilmobilmachung: Polizei in Moskau führt wohl Razzien durch, um Soldaten einzuziehen

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Von: Linus Prien

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Polizisten konfrontieren junge Männer in Russland.
Polizisten konfrontieren junge Männer in Russland. © Twitter-Screenshot/ WhereisRussia

Im Ukraine-Krieg hat der russische Präsident Wladimir Putin eine Teilmobilmachung ausgerufen. Jetzt werden wohl Razzien von der Polizei durchgeführt, um Soldaten einzuziehen.

Moskau – Ursprünglich sprach Kreml-Chef Wladimir Putin von einer militärischen Spezialoperation. Angeblich sollte sie nicht länger als wenige Wochen andauern. Jetzt wird der eskalierte Ukraine-Krieg bereits fast acht Monate geführt und der Kreml hat eine Teilmobilmachung ausgerufen. In der Folge flohen wehrpflichtige Männer in Massen aus ihrem Land.

Kurz nach der Bekanntgabe der Teilmobilmachung kursierten Bilder und Videos von Männern, die sich von ihren Familien trennen mussten und mit Bussen abtransportiert wurden - wohl um an die Front zu reisen.

Ukraine-Krieg: Russische Polizei führt Razzien durch

Jetzt berichtet das unabhängige Portal Sota von der nächsten Eskalationsstufe der Teilmobilmachung: Dem Portal zufolge hat es Razzien in Restaurants, Hostels und Bürogebäuden gegeben. Das Ziel war es mutmaßlich Männer zusammenzutreiben und für die Armee zu verpflichten. Den Angaben nach, die auch von deutschen Medien geteilt wurden, gab es Razzien in zwei Hostels, bei denen offenbar alle Männer mit Geburtsjahr 1995 festgehalten wurden. In einem der Hostels habe es später eine weitere Razzia gegeben, bei der vier weitere Männer aufgesammelt wurden.

Die Welt berichtete auch von „regelrechten Razzien“ in Russland. Die Bescheide zur Einberufung gäbe es nicht mehr nach Hause geschickt, wie es einst der Fall gewesen sei. Anstelle davon werden Männer im Alltag, beispielsweise an U-Bahnstationen, abgefangen.

Ukraine-Krieg: „Als der erste Gefangenentransporter voll war, kam ein zweiter.“

Weitere Berichte von Männern außerhalb von Moskau kamen ebenso auf: „Die Polizisten stellten sich den Männern beim Verlassen des Restaurants in den Weg und drückten ihnen Einberufungsbescheide in die Hand“, berichtete Sota.  „Die Bescheide trugen allerdings keinen offiziellen Stempel.“ Auch in Bürogebäuden scheinen die Behörden durchzugreifen: „Polizisten laufen die Flure hoch und runter, nehmen Männer im wehrpflichtigen Alter mit“, berichtet ein Augenzeuge. „Als der erste Gefangenentransporter voll war, kam ein zweiter.“

„Die Polizei kommt hierher, ohne zu fragen. Sie sehen Menschen in der Schlange auf Essen warten, greifen sie im Nacken und verfrachten sie gegen ihren Willen in Busse“, heißt es laut einem weiteren Zeugenbericht. (lp)

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