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Ukraine-Auslöschung? Russland-Agentur spricht offen brutalen Plan an

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Von: Stephanie Munk

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Russlands Präsident Wladimir Putin spricht auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzler O. Scholz (SPD) nach einem mehrstündigen Vier-Augen-Gespräch im Kreml.
Russlands Präsident Wladimir Putin spricht auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzler O. Scholz (SPD) nach einem mehrstündigen Vier-Augen-Gespräch im Kreml. (Archiv) © Kay Nietfeld/dpa

Die staatliche russische Nachrichtenagentur hat einen Leitartikel veröffentlicht, der drastischer nicht sein könnte. Die Rede ist auch von der Umerziehung des ukrainischen Volkes.

Moskau - Der russische Präsident Wladimir Putin hat seinen Angriffskrieg auf die Ukraine von Anfang an mit der absurden Begründung gerechtfertigt, bei der Regierung in Kiew unter Präsident Wolodymyr Selenskyj handle es sich um ein „Naziregime“ und das Land müsse „denazifiziert“ werden.

Welche Maßnahmen Russland nach einem möglichen Sieg im Ukraine-Krieg ergreifen will, blieb aber bisher eher vage. Ein Leitartikel, den die staatliche russische Nachrichtenagentur Ria Novosti am Sonntag (3. April) veröffentlicht hat, geht nun darauf ein. Erläutert werden darin drastische Maßnahmen für die Ukraine – bis hin zu deren Auslöschung.

Russland im Ukraine-Krieg: Schockierender Leitartikel – Verfasser ist politischer Berater

Verfasst hat den Beitrag mit dem Titel „Was mit der Ukraine passieren muss“ Timofei Sergeitsev, ein russischer Politik-Berater und Filmproduzent, über den nicht viel bekannt zu sein scheint. Das englischsprachige Onlineportal The Moscow Times bezeichnet ihn als „obskuren Kolumnisten, politischen Berater und Spin Doktor“, der offenbar für Selenskyjs Vorgänger, dem pro-russischen ukrainischen Ex-Präsidenten Viktor Janukowitsch gearbeitet haben soll.

Der Einfluss von Sergeitsev auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin schätzt The Moscow Times nicht als sehr hoch ein. Beiträge von politischen Beratern wie ihn könnten jedoch stategisch eingesetzt werden, um gewisse radikale Ansichten zu verbreiten, heißt es.

Leitartikel aus Russland beschreibt brutalen Ukraine-Plan von Putin – betrifft das ganze ukrainische Volk

In seinem Gastbeitrag, der in englischer Übersetzung verfügbar ist, schreibt Timofei Sergeitsev in radikaler Art und Weise von der Auslöschung der Ukraine. Einen Staat mit dem Namen Ukraine könne es künftig nicht mehr geben. Alle, die das Land derzeit gegen die russische „Militäroperation“ verteidigen würden, müssten liquidiert werden. Die derzeitigen Machthaber müssten „exemplarisch und brutal“ bestraft werden. Sergeitsev schreibt: „Es muss eine totale Säuberung geben“.

Nicht nur die politische Elite, sondern ein Großteil der ukrainischen Bevölkerung, sei „von der nationalsozialistischen Politik beherrscht“. Sie seien „passive Nazis“, so Sergeitsev krude Theorie, und ebenso schuldig, da sie die „Naziregierung“ geduldet und unterstützt hätten.

Russischer Leitartikel beschreibt brutalen Plan im Ukraine-Krieg: „Umerziehung“

Die Beschreibung des Autors, was mit dem ukrainischen Volk passieren soll, klingt furchteinflößend: Die Entnazifizierung der Bevölkerung müsse durch „Umerziehung“ erfolgen, dies bedeute „ideologische Unterdrückung der nationalsozialistischen Gesinnung und strenge Zensur“. Nicht nur im politischen Bereich, sondern auch bei Erziehung und Kultur sei dies nötig.

Die Umerziehung werden mindestens eine Generation lang dauern und dürfte allein durch „den Sieger“ Russland erfolgen. „Entnazifizierung wird unweigerlich auch Entukrainisierung bedeuten“, heißt es.

Ukraine-News: Medwedew vergleicht Land mit Drittem Reich

Der frühere russische Staatschef Dmitri Medwedew stimmte am Dienstag, 5. April, über seinen Telegram-Kanal ähnlich radikale Töne an. Er setzte die Ukraine mit dem nationalsozialistischen Dritten Reich gleich. Es wäre nicht verwunderlich, wenn die Ukraine das gleiche Schicksal erleiden würde wie das Dritte Reich, schrieb er: „Das ist der Weg für so eine Ukraine.“ Aber der Zusammenbruch könne den Weg für „ein offenes Eurasien von Lissabon bis Wladiwostok“ öffnen. (smu/dpa)

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