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„Es ist die Hölle“: Russland startet laut Selenskyj Großoffensive - „zweite Phase des Krieges begonnen“

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Von: Patrick Mayer

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Russische Truppen haben nach Angaben aus Kiew mit der erwarteten Offensive im Osten der Ukraine begonnen. Es werden schwere Kämpfe aus Kleinstädten im Donbass gemeldet.

Update vom 19. April, 6.17 Uhr: In der Ukraine hat die russische Armee nach Angaben aus Kiew den erwarteten Großangriff im Osten gestartet. Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte am Montagabend in einer Videobotschaft: „Wir können jetzt feststellen, dass die russischen Truppen die Schlacht um den Donbass begonnen haben, auf die sie sich seit langem vorbereitet haben“ (siehe vorherige Updates). Der Leiter des Präsidentenbüros, Andrij Jermak, teilte mit: „Donbass: Es hat die zweite Phase des Krieges begonnen, doch sage ich euch, glaubt an die Streitkräfte der Ukraine.“ Auch der Generalstab in Kiew hatte von „Anzeichen“ einer Offensive berichtet. Von russischer Seite gab es dafür zunächst keine Bestätigung.

Ukraine-Krieg: Das wird am Dienstag wichtig

Nach dem von Kiew verkündeten Beginn der russischen Großoffensive bereitet sich die Ukraine auf verstärkte Kämpfe im Osten des Landes vor. Nachdem die ukrainischen Truppen in Mariupol das russische Ultimatum verstreichen ließen, droht auch ein Sturm auf das Asovstal-Gelände.

Ukraine: Russland verstärkt Truppen im Osten und Süden

Update vom 18. April, 22.55 Uhr: Russland verstärkt nach Einschätzung der US-Regierung seine Truppen im Osten und Süden der Ukraine deutlich. In den vergangenen Tagen seien mehr als zehn sogenannte taktische Kampfverbände dorthin verlegt worden, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, John Kirby, am Montag in Washington. Das russische Militär fliege zudem mehr Luftangriffe im Donbass und auf die Hafenstadt Mariupol.

Kirby sprach zugleich von „chronischen Schwierigkeiten“ der russischen Truppen in den Bereichen Logistik, Kommunikation, operative Manöver sowie in der Zusammenarbeit von Luft- und Bodentruppen. „Es bleibt abzuwarten, ob sie diese Probleme in den Griff bekommen haben und nun in der Lage sind, im Donbass effizienter zu agieren“, so der Pentagon-Sprecher.

Großoffensive in der Ukraine: Selenskyj bestätigt Beginn

Update vom 18. April, 22.20 Uhr: Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am späten Montagabend den Beginn der russischen Offensive in der Ostukraine bestätigt. „Wir können nun bestätigen, dass die russischen Truppen den Kampf um den Donbass begonnen haben, auf den sie sich seit langem vorbereiten“, erklärte Selenskyj am Montag in einer Rede, die im Messengerdienst Telegram verbreitet wurde. „Ein sehr großer Teil der ganzen russischen Armee wird nun für diese Offensive verwendet“, erklärte er.

„Es ist die Hölle. Die Offensive, von der wir seit Wochen sprechen, hat begonnen“, erklärte zudem der Gouverneur der Region Luhansk, Serhij Hajdaj, via Facebook. Ukrainischen Angaben zufolge toben schwere Kämpfe rund um die Städte Rubischne, Popasna, Barwinkowe und Slowjansk, teils in den Straßen. Die Kleinstadt Kreminna musste demnach von den ukrainischen Streitkräften aufgegeben werden. „Egal, wie viele Soldaten dorthin gezogen werden - wir werden uns verteidigen. Wir werden kämpfen. Wir werden nichts von der Ukraine aufgeben“, wird Selenskyj von The Kyiv Independent zitiert.

Ukrainische Artillerie beschießt russische Stellungen nahe Luhansk.
Ukrainische Artillerie beschießt russische Stellungen nahe Luhansk. © Anatolii Stepanov / AFP

Ukraine-Krieg: Russland startet laut Kiew mit Großoffensive im Osten

Erstmeldung vom 18. April: München/Kiew - Im Russland-Ukraine-Krieg* ist offenbar die erwartete Großoffensive der russischen Invasionstruppen in den Gebieten Luhansk, Charkiw und Donezk angelaufen. Es wird von schweren Kämpfen berichtet.

Nach Angaben des Generalstabs in Kiew hat Moskau mit der Offensive im Osten seines westlichen Nachbarlands begonnen. „Es werden Anzeichen des Beginns der Offensive in der Östlichen Operationszone festgestellt“, teilte der Generalstab an diesem Montagabend (18. April) in Kiew mit. Hervorgehoben wurden dabei die Gebiete Charkiw und Donezk. Von Isjum im Gebiet Charkiw aus werden demnach Vorstöße in Richtung Barwinkowe und Slowjansk im Donezker Gebiet erwartet. Barwinkowe hat rund 8000 Einwohner, in Slowjansk lebten vor der endgültigen Eskalation des Ukraine-Konflikts* rund 110.000 Menschen.

Auch der Gouverneur des Gebiets Luhansk, Serhij Hajdaj, sprach von russischen Angriffen: „Gerade ist die Kontrolle über die Stadt Kreminna verloren gegangen. Es finden Straßenkämpfe statt.“ Es sei keine Evakuierung der Kleinstadt mehr möglich. „Jede Stunde verschlechtert sich die Situation“, teilte der Gouverneur mit. In Kreminna sollen von 18.000 Einwohnern vor dem Krieg noch etwa 4000 ausharren. Schwere Kämpfe gebe es auch um die Städte Rubischne und Popasna, heißt es aus Kiew.

Im Video: Kompakt - Die News zum Russland-Ukraine-Krieg

Der ukrainische Präsidentenberater Olexij Arestowytsch hatte zuvor schon über russische Vorstöße in Richtung Huljajpole im Gebiet Saporischschja im Südosten informiert. Rund 10.000 russische Soldaten sollen dabei im Einsatz sein. Der russische Angriffskrieg auf das Nachbarland dauert schon seit mehr als sieben Wochen.

Russland-Ukraine-Krieg: Moskau beginnt Großoffensive über die Separatisten-Gebiete im Osten

Nach anfänglichen militärischen Misserfolgen vor der Hauptstadt Kiew hatten Kreml-Machthaber Wladimir Putin und seine Armee die Truppen im Norden der Ukraine abgezogen, um diese für eine neue Offensive über die Separatisten-Gebiete im Osten zu sammeln. Diese war auch von internationalen Beobachtern seit Tagen erwartet worden. Zuletzt hatte Moskau verstärkte Angriffe angekündigt, nachdem unter anderem das Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte, der Raketenkreuzer „Moskwa“, offenbar durch ukrainische Anti-Schiff-Raketen versenkt wurde. (pm/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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