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Russlands Hyperschallrakete „Kinschal“: Was Putins „praktisch unbesiegbare“ Geheimwaffe so gefährlich macht

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Russland soll im Ukraine-Krieg erstmals eine Hyperschallrakete eingesetzt haben. Sie kann laut russischen Aussagen Ziele in 2000 Kilometer Entfernung anfliegen. Was dahinter steckt.

Moskau - Hyperschallraketen: Russland soll sie das erste Mal in einem Angriff auf ein unterirdisches Waffenlager in der Westukraine eingesetzt haben. Das teilte die russische Regierung um Präsident Wladimir Putin am Samstag, 19. März, mit. Die neuartige Rakete soll von kaum einem Abwehrsystem aufzuhalten sein. Auch Deutschland forscht wohl an der Technik.

Hyperschallrakete „Kinschal“ im Ukraine-Krieg: Zuvor wurde sie nur in Manövern verwendet

Die Hyperschallrakete Ch-47M2 Kinschal („Dolch“) ist einer der furchterregendsten Neuzugänge der russischen Luftwaffe. Die Rakete ist etwa acht Meter lang, fliegt extrem schnell und extrem hoch, bleibt dabei nach russischen Angaben aber manövrierfähig.

Präsident Wladimir Putin stellte die „Kinschal“-Raketen als eine von mehreren Superwaffen erstmals im März 2018 in seiner Rede an die Nation öffentlich vor, nannte sie dabei „praktisch unbesiegbar“. Bis zu zehnfache Schallgeschwindigkeit sollte die neue Rakete nach seinen Angaben erreichen. Bisher kamen „Kinschal“-Raketen vor allem bei Manövern zum Einsatz - zuletzt wenige Tage vor der Eskalation des Ukraine-Konflikts, die am 24. Februar begann.

Ein Abfangjäger der russischen Luftwaffe fliegt bei der russischen Militärparade zum Tag des Sieges beladen mit einer Rakete „Kinschal“.
Ein Abfangjäger der russischen Luftwaffe fliegt bei der russischen Militärparade zum Tag des Sieges beladen mit einer Rakete „Kinschal“. © Pavel Golovkin/dpa

Hyperschallrakete „Kinschal“: Waffensystem soll Reichweite von bis zu 2000 Kilometern haben

Die „Kinschal“ wird von Abfangjägern des Typs MiG-31 in großer Höhe abgefeuert. Erst in sicherer Entfernung vom Flugzeug zündet das eigene Raketentriebwerk. Es trägt die „Kinschal“ erst bis zu 20 Kilometer in die Höhe, wo die Rakete hohe Reibungstemperaturen aushalten muss, und dann hinab zum Ziel. Beim Start von einer MiG-31 hat das Waffensystem nach russischen Angaben eine Reichweite von bis zu 2000 Kilometern.

Dabei trägt die „Kinschal“ bis zu 480 Kilogramm Sprengstoff oder einen nuklearen Sprengkopf. Damit könne die Rakete wichtige Infrastruktur in Europa angreifen, zum Beispiel Flugplätze, schrieb die US-Denkfabrik Center für Strategic and International Studies (CSIS). Auch große Nato-Schiffe auf dem Atlantik könnten zum Ziel werden.

Hyperschallrakete „Kinschal“ ist kaum abzufangen - „alle gegenwärtigen Raketenabwehrsysteme überwinden“

An der Entwicklung von Hyperschallraketen, die Russland nun eigener Aussagen zufolge im Ukraine-Krieg eingesetzt hat, arbeiten auch die USA und China. Die Nato listet in einem Papier von 2020 auch Forschungen in Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Australien und Indien auf. Teils geht es dabei um die Abwehr solcher Raketen.

Denn die neue Waffenklasse schafft strategische Unsicherheit: Fliegt eine konventionelle Rakete so schnell auf mich zu, oder ist es ein nuklearer Angriff? „Hyperschallraketen mit ihrer neuartigen Kombination von Geschwindigkeit und Manövrierfähigkeit können alle gegenwärtigen Raketenabwehrsysteme überwinden und verkürzen radikal die Reaktionszeit des angegriffenen Akteurs“, schrieb die Münchener Sicherheitskonferenz in ihrem Bericht 2019. Auch nach Einschätzung der Nato sind sie mit herkömmlicher Flug- oder Raketenabwehr kaum abzufangen. AS-24 Killjoy („Spielverderber“) hat das westliche Bündnis die neue russische Waffe getauft. Russland besitzt daneben auch Atom-Waffen. Doch wie groß ist das Arsenal? (chd/dpa)

Die Lage in der Ukraine spitzt sich weiter zu. Nun sollen in der Hafenstadt Mariupol Menschen verschleppt worden sein. Eine Kunstschule wurde Ziel eines Angriffs.

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