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„Schämen uns nicht zu zeigen, wer wir sind“ - Putins Außenminister zeigt sich überzeugt vom Ukraine-Krieg

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Von: Linus Prien

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Inmitten des Ukraine-Krieges räumt Putins Außenminister Lawrow ein, dass Russland nicht „blitzsauber“ sei. Er zeigte jedoch keine Reue mit Blick auf die Invasion.

Moskau - Im Ukraine-Konflikt verstärken die Truppen des russischen Machthabers Wladimir Putin ihre militärischen Anstrengungen auf den Osten der Ukraine. Diese Karte zeigt, wo der Ukraine-Krieg wütet. Der russische Außenminister Sergej Lawrow äußerte sich nun zur Lage. Dabei wiederholte er bekannte Positionen des Kreml und gestand zwar, dass Russland nicht „blitzsauber“ ist. Allerdings zeigte er keine Reue mit Blick auf den Krieg.

Ukraine-Krieg: Lawrow wiederholt Kreml-Darstellung erneut - „Spezialoperation“ und „Entnazifizierung“

„Wir haben eine militärische Spezialoperation ausgerufen, da wir einfach keinen anderen Weg fanden, dem Westen zu erklären, dass es kriminell ist, die Ukraine in die Nato zu ziehen“, sagte Lawrow im Interview mit dem britischen Sender BBC in Linie mit oft aufgegriffener russischer Darstellung des Krieges. Dementsprechend behauptete Lawrow auch: „Wir sind nicht in die Ukraine eingefallen.“ Russland „entnazifiziere“ die Ukraine lediglich, hieß es von Putins Außenminister. Das Nazi-Argument taucht in Kreml-Kreisen immer wieder als eines der Hauptbegründungen der Ukraine-Invasion auf. Im BBC-Interview griff Lawrow dies erneut auf.

Zuvor wurde er im Rahmen dieser Debatte mit Antisemitismus beschuldigt. Nachdem die Rhetorik der „Entnazifizierung“ mit dem Gegenargument konfrontiert wurde, dass Selenskyj selbst jüdischer Herkunft sei, sorgte Lawrow mit einer Aussage für Schockwellen und Empörung auch in Israel. „Es bedeutet absolut nichts, dass Selenskyj jüdischer Herkunft ist, sogar Hitler hatte meiner Meinung nach jüdisches Blut“, so Lawrow.

Ukraine-Krieg: „Wir schämen uns nicht dafür zu zeigen, wer wir sind“ - Putins Außenminister deutlich

Im Interview mit der BBC machte Russland Außenminister dabei auch die Einstellung Moskaus zum Ukraine-Krieg deutlich. Offenbar sieht sich der Kreml nicht gezwungen dazu, die Invasion des Nachbarlands zu rechtfertigen. „Russland ist nicht blitzsauber“, räumte Lawrow überraschenderweise ein. Doch Russland sei, „was es ist“, erklärte er und fügte hinzu: „Wir schämen uns nicht zu zeigen, wer wir sind.“

Zudem wurde der russische Außenminister auf einen Bericht der Vereinten Nationen hingewiesen, der potenzielle Menschenrechtsverbrechen im Dorf Yahidne in der Region Tschernihiw dokumentiert: „360 Bewohner, einschließlich 74 Kinder und fünf Personen mit Behinderung, wurden von russischen Soldaten dazu gezwungen, für 28 Tage in einem Keller einer Schule zu leben. Es gab keine sanitären Einrichtungen, kein Wasser. Zehn ältere Menschen starben.“

Lawrow antwortete, indem er die Integrität der Vereinten Nationen infrage stellte und machte Vorwürfe von Fälschung: „Es ist sehr schade, dass internationale Diplomaten, einschließlich des UN-Hochkommissars für Menschenrechte, des UN-Generalsekretärs und anderer UN-Vertreter, werden vom Westen unter Druck gesetzt. Und sehr oft werden sie benutzt, um vom Westen verbreitete Fake News zu verstärken.“ (lp)

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