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Putin braucht Soldaten – ohne Generalmobilmachung: Jetzt soll es wohl extra-hoher Sold richten

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Von: Linus Prien

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Russischer Soldat in der Ostukraine.
Ein russischer Soldat in der Ostukraine (Symbolbild). © IMAGO/Alexander Reka

Russland wirbt neue Soldaten nun angeblich mit hohem Sold an. Auch eine Altersbegrenzung fällt. Kann Putin so eine Generalmobilmachung umgehen?

Moskau - Russland wirbt im Ukraine-Konflikt nun offenbar mit finanziellen Anreizen neue Soldaten für seine Invasion an. Angeblich kursieren Flyer, die neue Soldaten locken sollen: Der Kreml verspricht hohe Summen für neue Rekruten, wie unter anderem die Bild berichtet. Monatlich bekommen neue Freiwillige angeblich 220.000 Rubel (umgerechnet circa 3250 Euro). Hinzu komme eine Einmalzahlung in der Höhe von 250.000 Rubel (circa 3700 Euro), sowie 8.000 Rubel (circa 120 Euro) für jeden Einsatztag.

Russland erhöht im Ukraine-Krieg auch Altersgrenze für Berufssoldaten

Des Weiteren gibt es nach Informationen des Blattes weitere Finanzleistungen des russischen Staats für Soldaten und ihre Familien: Im Falle des Todes eines russischen Soldaten soll die Familie angeblich 12.000.000 Rubel (circa 177.000 Euro) erhalten. Bei einer schweren Verwundung gäbe es eine Entschädigung von 3.300.000 Rubel (circa 48.000 Euro). Im Falle einer leichten Verletzung verspricht der Kreml 3.100.000 Rubel (circa 46.000 Euro).

Bereits in der vergangenen Woche hatte Russland die bislang geltende Altersbegrenzung für Berufssoldaten gelockert. Das Parlament in Moskau stimmte für ein Gesetz, dem zufolge Männer und Frauen künftig bis zu 50 Jahre alt sein dürfen, wenn sie sich vertraglich für den Dienst in der Armee verpflichten. Bislang lag die Obergrenze bei 40 Jahren. In dem Gesetz, das die Kreml-Partei „Geeintes Russland“ eingebracht hatte, heißt es zur Begründung, dass gerade für die Bedienung von Präzisionswaffen „hochprofessionelle Spezialisten“ gebraucht würden, die in der Regel 40 Jahre oder älter seien.

Ukraine-Krieg: Möchte Putin eine Generalmobilmachung umgehen?

Oberst Markus Reisner vom Österreichischem Bundesheer sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND): „Russland ist auf weitere Soldaten in der Ukraine angewiesen, sodass eine Mobilmachung fortlaufend stattfindet“. Der Kreml hat eine Generalmobilmachung wiederholt als „Unsinn“ zurückgewiesen. Dennoch sind im russischen Staatsfernsehen Druck aggressive Töne zu hören: „Hier wird zusätzlich Stimmung gemacht“, sagte Reisner.

Auch von der „Gesamt­russischen Offiziers­versammlung“ wird Druck ausgeübt. Es handelt sich dabei um eine prorussische Veteranenvereinigung. Wie das RND weiter berichtete, fordert die Vereinigung den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu einer Kurskorrektur auf. Die Begründung lautet, dass Russland nicht nur die Ukraine „entnazifiziere“, sondern auch um seinen Platz in der Weltordnung kämpfe.

Eine Generalmobilmachung würde mit dem russischen Narrativ einer schnellen Militäroperation, die auf Zustimmung auch in der Ukraine treffe, brechen. Das Anwerben neuer Soldaten mit hohen Sold, sowie die Lockerung der Altersbegrenzung für Berufssoldaten könnten Maßnahmen darstellen, um eine Generalmobilmachung zu umgehen. (lp/dpa)

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