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Erst Iran, jetzt Nordkorea: Putins verzweifelte Waffen-Shoppingtour

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Von: Christina Denk

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Russland scheint geschwächt im Ukraine-Krieg. Wladimir Putin kauft wohl Munition aus dem Iran und Nordkorea. Die Rolle der beiden Länder.

Moskau – Seit Beginn des Ukraine-Kriegs wird Russland aus dem Westen hart sanktioniert. Putin wendet sich daher vermehrt an Länder wie den Iran und Nordkorea. Auch für Waffenlieferungen dürfte Russland hier Lieferanten finden. Ein Überblick über die Rolle der Länder und Russlands Lage im Krieg.

Gegenangriffe im Ukraine-Krieg: Russland scheint geschwächt – Riesige Materialeinbußen?

Der Angriff auf die Ukraine läuft für Wladimir Putin offenbar anders als geplant. Vermehrt gibt es Gegenangriffe der Ukraine, sowohl im Süden, als auch im Osten. Berichte lassen vermuten, dass Russland mancherorts bereits mehrere Ortschaften im Gebiet Cherson und Dörfer um die Stadt Balaklija im Gebiet Charkiw in der Ostukraine wieder abtreten musste. Nach Angaben der Ukraine wurden dabei bereits 2077 russische Panzer, 4484 gepanzerte Fahrzeuge, 236 Flugzeuge und 207 Hubschrauber zerstört. Unabhängig lassen sich diese Angaben nicht bestätigen.

Auch das britische Verteidigungsministerium rechnet mit starken Einbußen der russischen Seite. Angesichts der Verluste fehle es den Russen an Aufklärungsdrohnen, schrieb das Ministerium auf Twitter.

Russland fehlen Kampfmittel im Krieg: Drohnenbeschaffung im Iran

Die Sanktionen gegen Russland erschweren dem Land eine Produktion von Munition und Drohnen im eigenen Land. Nach Angaben der USA hat sich Russland daher an den Iran gewandt. Das Land soll auch bereits erste Kampfdrohnen aus dem Iran für den Einsatz im Krieg gegen die Ukraine erhalten haben. Allerdings deuteten die vorhandenen Informationen darauf hin, dass viele dieser Drohnen fehlerhaft seien, sagte Pat Ryder, Sprecher des US-Verteidigungsministeriums. Beweise für diese Aussagen lieferte er nicht. Moskau dementierte die Berichte als Falschmeldungen.

Wie der Spiegel schreibt, sollen die Drohnen jedoch deutlich langsamer sein, als westliche. „Wenn man zehn Systeme über eine mittlere Distanz startet, kommen vielleicht sieben an“, zitiert Spiegel.de einen nicht genannten Insider.

Die Rolle des Iran im Ukraine-Krieg: Ein Spiel zwischen Russland und dem Westen

Im Gegenzug zu den Drohnen will der Iran russische Jagdbomber kaufen. Das Land setze auf Flugzeuge des Typs Suchoi Su-35 der vierten Generation, sagte Luftwaffenchef Hamid Wahedi am 5. September der staatlichen Nachrichtenagentur Borna. Gleichzeitig bietet sich der Iran auch Europa als Retter in der Not an. Das Land hat sich als Energielieferant zum befürchteten Gasmangel im Winter angeboten.

„Wir haben bekanntlich die notwendigen Gas-Reserven sowie das Potenzial und könnten daher auch Europas Bedarf diesbezüglich decken“, sagte Außenamtssprecher Nasser Kanaani. Im Vorfeld jedoch müsste das Wiener Atomabkommen, das Donald Trump 2018 gekündigt hatte, wieder in Kraft gesetzt und vor allem alle wirtschaftlichen US-Sanktionen gegen den Iran aufgehoben werden, so der Sprecher laut Nachrichtenagentur Fars.

Wladimir Putin in Teheran
Wladimir Putin war im Juli zu einem Gipfeltreffen in Teheran. Nun will er auch vom Iran neue Waffen für den Ukraine-Krieg einkaufen. © Iranian Presidency/dpa

Munition aus Nordkorea: Russland will auch bei Kim Jong-un Waffen kaufen

Im Iran endet die Shopping-Tour Russlands noch nicht. US-Angaben zufolge will Russland auch in Nordkorea in großem Stil Munition kaufen. Es könnte sich dabei „um Millionen von Munition, Raketen und Granaten handeln“, sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats im Weißen Haus, John Kirby.

Unter Berufung auf US-Geheimdienstinformationen sagte Kirby, es gebe allerdings noch keine Anzeichen dafür, dass ein russischer Aufkauf von nordkoreanischem Munition und Raketen bereits stattgefunden habe. Auch existierten keine Hinweise, „dass dieses Material, diese Waffen, in der Ukraine eingesetzt werden“. Die USA sehen in der Beschaffungsoffensive ein Zeichen für die geschwächte Lage Russlands. Kim Jong-un hatte Putin bereits zuvor Soldaten gegen Getreide- und Energielieferungen angeboten, die auch beim Aufbau im Donbass helfen sollten. Wie bei zahlreichen andere Meldungen im Ukraine-Krieg bleiben auch hier die Details zu den geplanten Deals unklar. Indes geht in Deutschland die Debatte um die Energiekrise weiter. Zuletzt gab es Verwirrungen um die AKW-Laufzeitverlängerung. (chd/dpa)

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