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Video soll zeigen, wie Putin-Soldaten Bürgermeister verschleppen - neue Statthalterin kündigt andere Zeiten an

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Von: Yasina Hipp

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Aufnahmen einer Überwachungskamera sollen die Entführung des Bürgermeisters von Melitopol durch russische Soldaten zeigen.
Diese Aufnahmen einer Überwachungskamera sollen die Entführung des Bürgermeisters von Melitopol durch russische Soldaten zeigen. © Screenshot/Telegram/Kyrylo Tymoshenko

In der südostukrainischen Stadt Melitopol wurde offenbar der Bürgermeister von russischen Soldaten entführt. Aufnahmen einer Überwachungskamera sollen dies zeigen.

Melitopol - „Hört Ihr das, Moskau? Wenn in Melitopol 2000 Menschen gegen die Besatzung demonstrieren, wie viele sind dann in Moskau gegen den Krieg?“, fragt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer Videobotschaft. In der Stadt, knapp 200 Kilometer westlich von Mariupol, demonstrierten die Menschen während des Ukraine-Konflikts* und forderten die Freilassung ihres Bürgermeisters Ivan Fedorov. Dieser soll nach Kiewer Angaben am Freitag von russischen Kämpfern verschleppt worden sein. Das ukrainische Parlament postete auf Twitter ein Foto des Bürgermeisters und schreibt dazu: „Er weigerte sich, mit dem Feind zu kooperieren.“

Ukraine-Krieg: Präsident Selenskyj bittet Scholz und Macron um Hilfe

Wolodymyr Selenskyj hat sich in einer Videobotschaft unter anderem direkt an Bundeskanzler Scholz und den französischen Präsidenten Macron gewandt und seinen Appell deutlich gemacht: „Unsere Forderung ist klar: Er muss sofort freigelassen werden.“ Dafür hoffe er auf den vollen Einsatz und die Unterstützung der „Spitzenpolitiker der Welt“. Die Ukraine bezeichnet die Entführung als Verletzung des internationalen Rechts von Seiten Russlands im Krieg.

Aufnahmen einer Überwachungskamera sollen Entführung zeigen

Die russische Seite äußerte sich zu den Entführungsvorwürfen nicht. Videos einer Überwachungskamera könnten nun aber Beweise liefern. Kyrylo Tymoshenko, stellvertretender Leiter des ukrainischen Präsidialamts, teilte den Clip auf Telegram. Auf Twitter wird dieser von verschiedenen Medien, unter anderem Euromaidan Press, verbreitet.

Die Aufnahmen sollen zeigen, wie Fedorov am oberen Bildrand nach etwa acht Sekunden von russischen Soldaten auf einem öffentlichen Platz abgeführt wird. Ob es sich bei dem Mann tatsächlich um Ivan Fedorov handelt, kann jedoch nicht abschließend bestätigt werden.

Ukraine-Krieg: Statthalterin übernimmt Melitopol

Derweil hat der Kreml die prorussische Abgeordnete Halyna Daniltschenko als Statthalterin für Melitopol eingesetzt. Daniltschenko fordert die Bürger der Stadt auf, sich „an die neue Realität“ anzupassen und nicht mehr gegen die russischen Besatzungstruppen zu demonstrieren. „Trotz unserer Anstrengungen, gibt es noch immer Leute in der Stadt, die versuchen, die Situation zu destabilisieren und Euch zu extremistischen Handlungen auffordern“, sagt die Abgeordnete in einer Videobotschaft.

Präsident Wolodymyr Selenskyj drohte der eingesetzten Statthalterin sogar mit dem Tod. Nach dpa-Angaben würden örtliche Medien Daniltschenkon in Anlehnung an die SS-Besatzungstruppen im Zweiten Weltkrieg als „Gauleiterin im Rock“ bezeichnen.

Ukraine-Krieg: Offenbar weitere Entführung in Dniprorudne 

Offenbar geben sich die russischen Truppen nicht mit der Entführung Ivan Fedorovs zufrieden. Auch in Dniprorudne, einer kleinen Stadt nur rund 80 Kilometer nördlich von Melitopol, wurde nun, nach Angaben der örtlichen Verwaltung, auch dort der Bürgermeister Jewhenij Matwjejew entführt. Dies berichtet Olexander Staruch, Chef der Militärverwaltung des Gebiets Saporischschja, auf Facebook.

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