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Russland blockiert Odessa-Hafen: US-General warnt nun vor „hochriskantem Einsatz“

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Von: Bettina Menzel

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Der US-Verteidigungsminister und General Mark Milley, Vorsitzender der Joint Chiefs of Staff, nach einer virtuellen Sitzung der internationalen Ukraine-Kontaktgruppe im Pentagon am 23. Mai. © picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon

Russlands Blockade im Schwarzmeer könnte eine globale Nahrungsmittelkrise verursachen. Doch einen Militäreinsatz zur Befreiung des Hafens von Odessa hält der US-Generalstabschef für „hochriskant“.

London - Die Ukraine und Russland gehören zu den weltweit wichtigsten Getreideproduzenten. Russlands Blockade des Schwarzmeers könnte eine weltweite Nahrungsmittelkrise auslösen, denn die Ukraine kann ihren Weizen nun nicht mehr über den Hafen von Odessa verschiffen. Die Nahrungsmittelknappheit und gestiegene Preise haben katastrophale Folgen - vor allem für ärmere Länder. Eine militärische Befreiung des Hafens hält der US-Generalstabschef Mark Milley jedoch für hochriskant und spricht eine Warnung aus.

Ukraine-Konflikt: Nahrungsmittelknappheit durch Schwarzmeer-Blockade könnte weltweit 1,4 Milliarden Menschen treffen

Der Export von Nahrungsmitteln aus der Ukraine und Russland ist wegen des Krieges, der russischen Blockade von Schwarzmeer-Häfen und der Sanktionen gegen Russland eingebrochen. Der Schiffsverkehr im Schwarzen Meer wird zudem durch Minen gefährdet, die von ukrainischen Einheiten zur Abwehr russischer Angriffe gelegt wurden.

Vor dem eskalierten Ukraine-Konflikt gingen die ukrainischen Nahrungsmittel-Exporte großteils über den Hafen von Odessa. Wegen des Ausfuhrstopps drohen nun über 20 Millionen Tonnen Lebensmittel zu verrotten, die anderswo dringend gebraucht würden. Rund 1,4 Milliarden Menschen weltweit könnten von der dadurch entstehenden Nahrungsmittelknappheit betroffen sein, schätzt Amin Awad, der UN-Krisenkoordinator für die Ukraine. Das wäre etwa jeder sechste Mensch auf der Erde.

Ukraine-Konflikt: Militärische Befreiung des Hafens von Odessa „hochriskante Option“

US-Generalstabschef Mark Milley hält eine Beendigung der Blockade des Hafens von Odessa mit militärischen Mitteln für eine „hochriskante“ Option. „Derzeit sind die Seewege durch Minen und die russische Marine blockiert“, sagte Milley am Dienstag bei einem Besuch in London. „Um diese Seewege zu öffnen, wäre eine sehr große militärische Anstrengung eines Landes oder einer Gruppe von Ländern nötig.“ Ein solcher Einsatz wäre „ein hochriskanter Militäreinsatz“, betonte der US-General.

Russland gibt dem Westen die Schuld für die Lebensmittelkrise und sieht sich selbst nicht in der Verantwortung. Nach einem Treffen mit Vertretern der Afrikanischen Union (AU) am Freitag legte der russische Präsident Wladimir Putin allerdings verschiedene Möglichkeiten für die Ausfuhr von Getreide aus der Ukraine dar. Der UN-Koordinator für die Ukraine, Amin Awad, äußerte sich nach Verhandlungen mit russischen Vertretern „optimistisch“.

Putin sagte, der Export von ukrainischem Getreide könne sowohl über die ukrainischen Schwarzmeerhäfen unter russischer Kontrolle - Mariupol und Berdjansk - als auch über Odessa passieren. Dafür müsste Kiew dort allerdings die Minen um den Hafen räumen. Russland würde den Transportschiffen dann sicheres Geleit geben. Kiew reagiert skeptisch auf Moskaus Vorschläge. Es sei nicht sicher, ob man Russland vertrauen könne. Die Frage sei, wie sichergestellt werden könne, dass Russland die Vereinbarung nicht verletze und seine Militärschiffe sich nicht in den Hafen schleichen und Odessa angreifen würden, so der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba (dpa/AFP/bm).

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