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Selenskyj gibt in neuer Botschaft ein Versprechen - und macht Russland Vorwürfe: „Wofür?!“

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Von: Linus Prien

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Der ukrainische Präsident Volodymyr Selenskyj wendet sich Montagabend in einer Video-Botschaft an die Ukraine. Selenskyj kündigt an, weiter in seinem Land zu bleiben.

Kiew - Wolodymyr Selenskyj hat sich erneut an seine Landsleute gewendet - und ihnen seinen Verbleib in der Ukraine zugesichert: „Ich bleibe in Kiew“. Der Präsident sagte, er verstecke sich nicht und habe vor niemandem Angst. „Heute ist der zwölfte Abend unseres Kampfes, unserer Verteidigung. Wir sind alle vor Ort, alle arbeiten. Jeder, wo er muss. Ich bin in Kiew, mein Team mit mir.“

Ukraine-Krieg: Selenskyj erhebt schwere Vorwürfe gegen Putin

In dem auf Telegram veröffentlichtem Video erhebt Selenskyj schwere Vorwürfe gegen Russland Präsident Wladimir Putin. Die russische Armee greife im Ukraine-Krieg immer wieder zivile Einrichtung an. „Heute haben sie in Makariw in der Region Kiew eine Bäckerei beschossen. Wofür?!“, so Selenskyj. Bei diesem Luftangriff westlich von Kiew starben nach ukrainischen Angaben mindestens 13 Zivilisten. In der Nacht nach der Ansprache folgte nach unbestätigten Angaben Kiews eine Attacke auf ein Wohngebiet in der Stadt Sumy.

Zudem beschuldigte Selenskyj russische Soldaten eine vereinbarte Route, über die Lebensmittel und Medikamente in die belagerte Stadt Mariupol im Süden der Ukraine gebracht werden sollten, „vermint“ zu haben. Des Weiteren seien Busse, mit denen Zivilisten aus umkämpften Städten evakuiert werden sollten, zerstört worden. Selenskyj warf Russland „Zynismus“ vor. Die russische Seite bestreitet jegliche Angriffe auf zivile Einrichtungen.

Krieg in der Ukraine: Streit mit Russland um humanitäre Korridore

Moskau hatte am Montagmorgen die Öffnung mehrerer „humanitärer Korridore“ angekündigt, über die Menschen aus den Städten Kiew, Charkiw, Mariupol und Sumy in Sicherheit gebracht werden sollten. Jedoch sollten diese nach Russland und Belarus führen. Dies lehnte die Ukraine ab.

Russland hat bereits die Einrichtung neuer humanitärer Korridore angekündigt. In Kiew, Charkiw, Mariupol, Tschernihiw und Sumy sollen demnach am Dienstagmorgen lokale Waffenruhen gelten, um Zivilisten die Flucht zu ermöglichen. Von der ukrainischen Seite gibt es jedoch keine offizielle Stellungnahme zu diesen Ankündigungen.

Selenskyj möchte weiter verhandeln

Selenskyj sagte, man werde weiter mit Russland sprechen. „Wir sind Realisten. Deshalb werden wir reden. Wir werden auf Verhandlungen bestehen, bis wir einen Weg finden, unseren Menschen zu sagen: So kommen wir zum Frieden“. Der Präsident ermutigte seine Landsleute und versicherte, dass jeder Kriegstag „bessere Bedingungen“ für die Ukraine schaffe. (lp)

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