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Ukraine-Krieg im Netz: „Deep-Fake“ zeigt Selenskyj-Kapitulation - auch falsche Putin-Rede kursiert

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Von: Patrick Freiwah

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Wolodymyr Selenskyj
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wendet sich heute in einer Videoansprache an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages. © Uncredited/Ukrainisches Pressebüro des Präsidenten via AP/dpa

Der Ukraine-Krieg ist auch ein Konflikt der Informationen. Manipulierte Fake-Botschaften sowohl von Wolodymyr Selenskyj als auch Wladimir Putin kursieren offenbar im Netz.

Kiew/Moskau - Ein Waffenstillstand im Ukraine-Konflikt lässt auf sich warten. Dafür ergreift der Krieg immer mehr auch das Internet: Facebook und sein Mutterkonzern Meta haben Berichten zufolge ein offenbar gefälschtes Video identifiziert und entfernt. Der Clip zeigte eine vermeintliche Ansprache des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, in der er die Soldaten seines Landes aufforderte, die Waffen niederzulegen und zu kapitulieren.

Ukraine-Krieg: Fake-News und Videos - Selenskyj und Putin mit gefälschten Äußerungen

Das gefälschte Video erschien zunächst auf der Nachrichten-Website Ukraine 24. Sie war angeblich zuvor durch Hacker angegriffen worden. Daraufhin verbreitete sich das Deep-Fake-Video auch im Internet, darunter auf den Meta-Plattformen Facebook und Instagram. Der Sicherheitschef von Meta, Nathaniel Gleicher, erklärte: „Wir haben dieses Video schnell überprüft und entfernt, da es gegen unsere Richtlinie gegen irreführende, manipulierte Medien verstößt.“

Beim Treffen zwischen Bundeskanzler Olaf Scholz und Türkei-Präsident Recep Tayyip Erdogan machten sich währenddessen beide Regierungspolitiker neuerlich für einen Waffenstillstand in der Ukraine stark und richteten einen Appell an Russland:

Ukraine: Fake-Videos von Selenskyj und Putin - Kapitulation und Friedensverkündung

Wer das gefälschte Selenskyj-Video erstellt und in Umlauf gebracht hat, blieb zunächst unklar. Zuvor war offenbar auch Russlands Präsident Wladimir Putin von einer derartigen Fälschung betroffen. In einem Clip wurde dem 69-Jährigen fälschlicherweise eine Botschaft in den Mund gelegt: „Wir haben Frieden mit der Ukraine erzielt. Mit der Ukraine und ihren weltweiten anerkannten Grenzen mit den Donezker und Luhansker Verwaltungsgebiete“, ließ er darin wissen. Auch hierbei handelte es sich offenkundig um Fake-News. Tatsächlich erhob Putin zuletzt erneut schwere Vorwürfe in Richtung Ukraine.

Mit Blick auf die Selenskyj-Botschaft warnte die ukrainische Regierung, Putin und Russland setzten auf „Deep-Fake“-Technologie, mit dem Ziel, „Bürger zu verwirren“. Derartiges Material wird mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt und soll im Hinblick auf Stimme, Sprache und Mimik möglichst authentisch wirken.

Ob gefälscht oder wahrheitsgemäß: Auch Russland hat inmitten des Ukraine-Krieges Berichterstattungen den Garaus gemacht - und die sozialen Netzwerke Facebook und Twitter blockiert. Es heißt, russische Medien seien „diskriminiert“ worden. (PF mit dpa)

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