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Selenskyj will nun echten Ukraine-Gipfel: Minister triezt Putin - „Wenn er keine Angst hat, möge er kommen“

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Von: Florian Naumann, Linus Prien

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Die Ukraine dringt nun auf direkte Verhandlungen mit Wladimir Putin. Selenskyjs Außenminister stichelt. Der Präsident selbst bietet einen „Kompromiss“ an.

Kiew - Die Ukraine dringt im Krieg mit Russland nun auf ein direktes Gespräch zwischen den Staatschefs Wolodymyr Selenskyj und Wladimir Putin. „Unser Präsident hat vor nichts Angst, auch nicht vor einem direkten Treffen mit Putin“, sagte Außenminister Dmytro Kuleba am Montagabend in einer Videobotschaft.

„Wenn auch Putin keine Angst hat, möge er zum Treffen kommen, sich hinsetzen und reden“, sagte Kuleba laut einem Bericht der dpa. Er bestätigte zugleich ein geplantes Treffen mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow. „Derzeit ist der 10. (März) geplant. Mal sehen, ob er nach Antalya fliegt, dann fliege ich auch. Setzen wir uns, reden wir.“ Kuleba betonte allerdings auch, am Ende wüssten alle, dass Putin die Entscheidungen treffen werde.

Ukraine-Krieg: Selenskyj möchte nun auch über Krim und Seperatistengebiete - mit einer Einschränkung

Selenskyj selbst hat sich unterdessen zu Verhandlungen über den Status der Separatistengebiete im Osten des Landes und der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim bereit gezeigt. Die Anerkennung beider Gebiete steht auf der aktuellen Forderungsliste des Kreml.

Dieses weitreichende Zugeständnis schloss der ukrainische Präsident im US-Sender ABC am Montagabend (Ortszeit) aber aus. „Ich bin bereit für einen Dialog. Aber wir sind nicht bereit für eine Kapitulation.“ Weiter sagte der ukrainische Präsident: „Wir können diskutieren und einen Kompromiss finden, wie diese Gebiete weitermachen können.“ Wichtig sei, darauf zu achten, wie es den Menschen dort ergehe, die Teil der Ukraine sein wollten. Es handle sich um eine viel kompliziertere Frage als nur um eine Anerkennung. „Dies ist ein weiteres Ultimatum, und wir erkennen keine Ultimaten an.“

Ukraine: Selenskyj und Kuleba fordern Putin zum direkten Gespräch - „wenn auch er keine Angst hat“

Selenskyj fordere Putin ebenfalls zu direkten Verhandlungen auf. „Was Präsident Putin tun muss, ist, ein Gespräch zu beginnen, einen Dialog, anstatt weiter in einer Informationsblase ohne Sauerstoff zu leben.“ Selenskyj räumte ein, dass Russland die Lufthoheit über der Ukraine habe. Er forderte erneut eine Flugverbotszone. Es gehe darum, Raketenbeschuss auf zivile Einrichtungen zu verhindern.

Er hatte in einer schon am Montagabend auf Telegram veröffentlichten Videobotschaft betont: „Wir sind Realisten. Deshalb werden wir reden. Wir werden auf Verhandlungen bestehen, bis wir einen Weg finden, unseren Menschen zu sagen: So kommen wir zum Frieden“. (lp/fn/dpa)

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