+
Von links nach rechts: Die Außenminister von Frankreich, der Ukraine, Deutschland und Russland.

Nach Verhandlungen in Berlin

Ukraine: Weitere Gespräche gefordert

Berlin - Der russische Außenminister Sergej Lawrow dringt nach dem Berliner Krisentreffen auf baldige erneute Gespräche über den Ukraine-Konflikt.

Es sei bedauerlich, dass bei den Verhandlungen keine Einigung über eine Feuerpause erzielt worden sei, sagte Lawrow russischen Agenturen zufolge am Montag in Berlin. „Wir wollen eine uneingeschränkte Waffenruhe, aber die ukrainischen Kollegen rücken von ihren Bedingungen leider nicht ab“, betonte er.

Lawrow schloss nicht aus, dass bei einem künftigen Treffen auch eine Vereinbarung unterzeichnet werden könnte. Solange jedoch die Führung in Kiew den Konflikt militärisch lösen wolle, hätten solche Gespräche keinen Sinn. Russlands Chefdiplomat warnte vor Waffenlieferungen des Westens an die Ukraine. Dies würde allen Abmachungen widersprechen.

Mit Nachdruck wies Lawrow erneut Vorwürfe der prowestlichen Führung in Kiew zurück, russisches Kriegsgerät würde illegal auf ukrainisches Territorium gebracht werden. Berichte über einen angeblich von der ukrainischen Armee zerstörten russischen Militärkonvoi seien „reine Fiktion“. Er räumte aber eine hohe Konzentration russischer Truppen an der ukrainischen Grenze ein. Dies diene allein der Sicherheit. „Wenige Kilometer von dieser Grenze entfernt findet ein Krieg mit Artillerie, Luftwaffe und möglicherweise ballistischen Raketen statt. Da kann man nicht vorsichtig genug sein“, sagte Lawrow.

Einigung sei in Berlin über den russischen Hilfskonvoi für die Ostukraine erzielt worden, meinte Moskaus Außenminister. Alle Probleme mit der Führung in Kiew und dem Roten Kreuz seien gelöst. „Ich rechne damit, dass diese Hilfe schon in allernächster Zukunft dort ankommt, wo sie gebraucht wird“, unterstrich Lawrow.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

UN bitten um Spenden für Rohingya-Flüchtlinge aus Myanmar
Genf (dpa) - Nach der Massenflucht der verfolgten muslimischen Rohingya aus Myanmar benötigen die Vereinten Nationen dringend Geld für rasche Hilfe. Auf einer …
UN bitten um Spenden für Rohingya-Flüchtlinge aus Myanmar
Parteien und Fraktionen bereiten erste Bundestagssitzung vor
Berlin (dpa) - Vier Wochen nach der Wahl bereiten Parteien und Fraktionen heute die konstituierende Sitzung des neuen Bundestags vor.
Parteien und Fraktionen bereiten erste Bundestagssitzung vor
Studie zur Kinderarmut und zur Chance auf Aufstieg
Gütersloh (dpa) - Einmal arm, immer arm? Die Bertelsmann-Stiftung veröffentlicht zu dieser Frage heute eine Studie. Wissenschaftler des Instituts für Arbeitsmarkt und …
Studie zur Kinderarmut und zur Chance auf Aufstieg
Slowenische Präsidentenwahl ohne Entscheidung
Sloweniens seit fünf Jahren amtierendes Staatsoberhaupt Borut Pahor hat die Präsidentenwahl am Sonntag klar gewonnen.
Slowenische Präsidentenwahl ohne Entscheidung

Kommentare