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Internes Dokument zeigt: Teurer neuer Bundeswehr-Jet hat offenbar massive Probleme

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Von: Linus Prien

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Olaf Scholz wollte eine „Zeitenwende“ einleiten. 100 Milliarden Euro soll die Bundeswehr zur Verfügung bekommen. Davon soll auch ein Jet gekauft werden, der einige Mängel vorweist.

Washington, DC - Die Bundeswehr soll nach den Lehren des Ukraine-Konflikts mithilfe des Kampfjets F35 wiedererstarken - doch das kostspielige US-Fabrikat weist laut einem aktuellen Medienbericht 845 Fehler auf. Das meldet die Welt unter Berufung auf ein eigentlich internes, nun aber von einer amerikanischen NGO veröffentlichtes Dokument.

Ukraine-Krieg: Neuer deutscher Jet ist offenbar wenig zuverlässig

Bundeskanzler Olaf Scholz hatte unlängst eine „Zeitenwende“ versprochen. Im Kern eine 100-Milliarden-Euro-Investition für die Bundeswehr. Auch der F35 gehört wohl zum Paket. Der Stückpreis der Maschinen dürfte weit über 100 Millionen Euro liegen. Das von der Bundeswehr anvisierte Modell, der F35A, war jedoch zuletzt bei mehr als ein Drittel der Startversuche nicht einsatzfähig, wie es heißt. Gründe dafür seien diverse Fehler am Jet.

Der Jet hatte den Daten zufolge 2020 im Durchschnitt eine Verfügbarkeit von 54 Prozent. 2021 hatte die Maschine eine Verfügbarkeit von 61 Prozent, was weiterhin unter dem angezielten Niveau von 65 Prozent lag. Auch dieses war ohnehin sehr niedrig. Die normale Verfügbarkeit eines modernen Kampfjets liege bei 80 Prozent.

Dabei soll es sich beim F35 nicht nur um einen allen Finessen ausgestatteten, sondern auch einen leicht zu wartenden Jet handeln. Mit der F-35 bekomme die Bundeswehr „das modernste Kampfflugzeug weltweit“, sagte Luftwaffen-Inspekteur Ingo Gerhartz. Nun scheinen sich aber Probleme zu offenbaren. Ein Grund für die niedrige Verfügbarkeit soll die schlechte Ersatzteilverfügbarkeit gewesen sein. Dem Bericht zufolge heißt es, der Jet benötige deutlich mehr Ersatzteile als erwartet. Zugleich sollen die Arbeiten am Jet sollen teilweise doppelt so lange dauern, wie ursprünglich angedacht.

Bundeswehr: Große Softwaremängel bei Deutschlands neuem Kampfjet F35?

Die Software des Jets sei sehr komplex. Alle Funktionen des F35, von Steuerungen bis zu den Waffensystemen, sind in eine Software integriert. Diese ist jedoch noch nicht fertiggestellt worden. Mit Hinblick auf die nukleare Teilhabe besteht derzeitig noch ein Problem: Laut dem Gutachten fehle dem Jet, den Deutschland kaufen will, gerade die Kompatibilität mit den Freifall-Atombomben vom Typ B61. Es handle sich dabei um ein Softwareproblem.

Auch die Weiterentwicklung der Software scheint schwieriger als erwartet. Fehler, die schon lange beseitigt sein sollten, kommen dem Bericht zufolge immer wieder vor. Die Wartungssoftware sollte eigentlich eigenständig Fehler und Schäden ausfindig machen können und Ersatzteile und Reparaturen bestellen können. Diese funktioniere ebenfalls nicht, wie es heißt.

Um die Probleme zu beheben, bedürfe es neuer Investitionen in Milliardenhöhe. Die europäischen Länder sind jedoch nur Kunden des Produkts und beteiligen sich nicht an der Entwicklung des Jets. Damit Deutschland seine nukleare Teilhabe mit dem F35 gewährleisten kann, müssten die USA ihre Investitionen jedoch erhöhen.

Bereits im vergangenen Jahr hatten Finnland und die Schweiz den F35 vom US-amerikanischen Hersteller Lockheed Martin bestellt. Auch Polen, Dänemark, Belgien und Norwegen orderten den Kampfjet. Nun soll auch Deutschland zu den europäischen Ländern gehören, die den amerikanischen Flieger in ihrer Flotte haben. Deutschland ist zur nuklearen Teilhabe verpflichtet. Nato-Atomwaffen müssen mit deutscher Ausrüstung eingesetzt werden können. Der F35 ist theoretisch in der Lage dazu Freifall-Atombomben zu tragen. Dies würde Deutschlands nukleare Teilhabe gewährleisten. (lp)

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