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Massengräber bei Mariupol entdeckt: Satellitenbilder zeigen Hunderte verdächtige Stellen

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Von: Linus Prien

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Die ostukrainische Hafenstadt Mariupol ist seit Beginn des Krieges im Fokus russischer Truppen. Satellitenbilder weisen jetzt auf Massengräber in der Nähe der Stadt hin.

Manhusch - In der ostukrainischen Ortschaft Manhusch in der Nähe der belagerten Hafenstadt Mariupol soll ein Massengrab mit tausenden Leichen gefunden worden sein. Satellitenbilder sollen die Existenz der Gräber bestätigen. Mariupol wird seit Beginn des eskalierten Ukraine-Konflikts von russischen Truppen belagert und wurde nahezu komplett zerstört. Es handelt sich mutmaßlich um Leichen aus der zerstörten Hafenstadt. Ihr Bürgermeister, Wadym Bojtschenko, sprach, nachdem die Massengräber entdeckt wurden, von einem „neuen Babyn Jar“.

Ukraine-News: Massengräber mit Tausenden Leichen bei Mariupol

Satellitenbilder des Unternehmens Maxar Technologies zeigten die Felder, in denen die Leichen verscharrt sein sollen. Dem Unternehmen zufolge handle es sich um über 200 Gräber. Die New York Times berichtete sogar von 300 ausgehobenen Grabstellen. Beim Abgleich mehrerer Satellitenbilder könne man erkennen, dass Ende März angefangen wurde, Gräber auszuheben und sukzessive mehr dazukamen, wie tagesschau berichtete. Es handle sich um lange Reihen von Gräbern, die an einen Friedhof in Manhusch angrenzen. Bürgermeister Bojtschenko sprach von bis zu 9000 Ukrainern, die in Mariupol getötet und in die Massengräber verschleppt wurden.

Satellitenbilder von Massengräbern in Manhusch 
Satellitenbilder von Massengräbern in Manhusch  © ©2022 Maxar Technologies/dpa

Ukraine-News: Ein „neues Babyn Jar“ bei Mariupol

Wadym Bojtschenko warf Russland vor, einen Genozid am ukrainischen Volk zu begehen und sprach im Zusammenhang der Massengräber von einem neuen „Babyn Jar“. Während des Zweiten Weltkrieges ermordeten Nationalsozialisten in 48 Stunden über 33.000 jüdische Männer, Frauen und Kinder bei der ukrainischen Hauptstadt Kiew. „Damals tötete Hitler Juden, Roma und Slawen. Und jetzt vernichtet Putin Ukrainer. Er hat in Mariupol schon Zehntausende Zivilisten getötet“, wurde Bojtschenko zitiert, wie tagesschau berichtete. Der Bürgermeister fuhr fort: „Das erfordert eine entschlossene Reaktion der gesamten Welt. Wir müssen diesen Völkermord stoppen, mit allen Mitteln, die möglich sind.“ Mehr zu den Geschehnissen im Ukraine-Krieg lesen Sie in unserem News-Ticker. (lp/dpa)

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