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Putin im Ukraine-Krieg falsch informiert? Geheimdienst befürchtet Angst seiner Berater

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Von: Anna-Katharina Ahnefeld

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Sagen Putins Berater ihm aus Angst nicht die Wahrheit über den Ukraine-Krieg? Westliche Geheimdienste teilen beunruhigende Information.

Washington, D.C./Moskau – Schlechte Vorbereitung, geringe Moral der eigenen Soldaten und die unterschätzte Schlagkraft der ukrainischen Armee: Bereits kurz nach Beginn der russischen Invasion in der Ukraine wurde spekuliert, dass Machthaber Wladimir Putin die Situation falsch eingeschätzt habe. Statt einer schnellen Eroberung, dauert der Ukraine-Krieg bereits über einen Monat an.

Die Verluste auf russischer Seite sollen erheblich – und russische Generäle bei den Kampfhandlungen getötet worden sein. Einer wurde offenbar von seinem eigenen Soldaten mit einem Panzer überfahren – angeblich aus Frust wegen der hohen Zahl Gefallener. Unabhängig prüfen lassen sich solche Angaben im Krieg kaum.

Auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) mutmaßte im Interview bei „Anne Will“, dass Putin sich komplett verschätzt habe. „Ich glaube, er hat wirklich gedacht, dass ihn die Ukrainer freundlich empfangen“, sagte der SPD-Politiker. Zu diesen Einschätzungen passen die Meldungen westlicher Geheimdienste. Diese besagen, dass der russische Präsident falsch über die Lage in der Ukraine informiert worden sei. Und zwar aus Angst seiner Berater.

Ukraine-News: Putin falsch informiert? US-Geheimdienst befürchtet Angst seiner Berater

Putins Berater hätten Angst, ihm die Wahrheit zu sagen, sagte der Chef der britischen Geheimdienstbehörde GCHQ, Jeremy Fleming, bei einem Besuch in Australien. Dennoch müsse dem Kreml das Ausmaß der Fehleinschätzungen klar sein. Zuvor hatte sich die US-Regierung ähnlich geäußert. In Washington sagte die Kommunikationsdirektorin des Weißen Hauses, Kate Bedingfield unter Berufung auf Geheimdienstinformationen, Putin habe sich vom russischen Militär getäuscht gefühlt. Das verursache andauernde Spannungen zwischen dem Kremlchef und der militärischen Führung. Der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby, sagte, es sei Anlass zur Sorge, wenn Putin falsch oder nicht informiert sei über die Vorgänge in der Ukraine.

Russlands Präsident Wladimir Putin: Sagen seine Berater ihm die Wahrheit?
Russlands Präsident Wladimir Putin: Sagen seine Berater ihm die Wahrheit? © Mikhail Klimentyev/imago-images

Fleming sagte in Canberra, die russischen Streitkräfte seien zutiefst demoralisiert. „Wir haben gesehen, wie sich russische Soldaten - knapp an Waffen und Moral - weigerten, Befehle auszuführen, ihre eigene Ausrüstung sabotierten und sogar versehentlich ein eigenes Flugzeug abschossen.“ Es gebe logistische Fehler, viele russische Opfer sowie Chaos innerhalb der militärischen Führung. „Wir haben gesehen, wie Putin sein eigenes Volk belogen hat, um militärische Inkompetenz zu verbergen“, sagte Fleming in seiner Rede an der Australian National University, die Government Communications Headquarters (GCHQ) in der Nacht zum Donnerstag (31. März) veröffentlichte.

Ukraine-News: Putin hat Widerstand der Ukrainer unterschätzt – und Sanktionen des Westens

Putin habe sowohl den Widerstand der Ukrainer im eskalierten Ukraine-Konflikt als auch die Geschlossenheit des Westens und die Folgen der Sanktionen unterschätzt. „Er hat die Fähigkeiten seines Militärs überschätzt, einen schnellen Sieg zu erringen.“ Nun versuche Putin, die Fehler mit noch mehr Härte wettzumachen, auch in Russland selbst, sagte Fleming. „Er strebt nach brutaler Kontrolle über Medien und dem Zugang zum Internet, er strebt danach, die Stimmen der Opposition zu unterdrücken, und er investiert viel in Propaganda und verdeckte Aktivitäten.“

Fleming sagte, es sei volle Absicht, dass westliche Geheimdienste zahlreiche Informationen freigeben. Damit solle sichergestellt werden, dass die Wahrheit gehört werde, sagte der Behördenchef. Vor allem britische und US-Geheimdienste hatten bereits vor Beginn der russischen Invasion in seltener Offenheit vor einem Angriff gewarnt und veröffentlichen seit Kriegsbeginn regelmäßig Informationen.

Ukraine-News: Kreml reagiert auf Geheimdienst-Erkenntnisse des Westens

Der Kreml reagierte und wies die westlichen Geheimdienst-Erkenntnisse zurück, wonach Putin falsch über die Ukraine-Lage informiert worden sein soll. „Es zeigt sich, dass weder das Außenministerium (der USA) noch das (US-Verteidigungsministerium) Pentagon echte Informationen darüber haben, was im Kreml passiert“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Donnerstag der Agentur Interfax zufolge.

„Sie verstehen einfach nicht, was im Kreml passiert. Sie verstehen Präsident Putin nicht. Sie verstehen den Mechanismus von Entscheidungen nicht. Sie verstehen den Stil unserer Arbeit nicht.“ Peskow fügte hinzu: „Das ist nicht einfach nur schade. Das macht uns Sorgen. Denn so ein völliges Missverständnis führt nur zu Fehlentscheidungen, zu leichtsinnigen Entscheidungen, die sehr schlimme Folgen haben.“ (dpa/aka)

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