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Ukraine-Eskalation: Kreml-Propagandist droht Deutschland mit Invasion

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Von: Bedrettin Bölükbasi

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Journalist Wladimir Solowjow gehört zu den Kreml-Propagandisten, die für Putins Ukraine-Krieg werben.
Journalist Wladimir Solowjow gehört zu den Kreml-Propagandisten, die für Putins Ukraine-Krieg werben. © IMAGO/Komsomolskaya Pravda

Inmitten des Ukraine-Kriegs wütet Putins Propagandist Solowjow gegen Kulturministerin Roth - und droht Deutschland mit einer Invasion.

Moskau — Im Ukraine-Konflikt verstärken Truppen des russischen Machthabers Wladimir Putin im Osten der Ukraine ihre Angriffe zur Eroberung des gesamten Donbass. Diese Karte zeigt, wo der Ukraine-Krieg wütet. Die russischen Angriffe beschränken sich allerdings nicht nur auf die militärische Ebene.

Im russischen Staatsfernsehen werden westliche Länder immer wieder mit teils absurden Aussagen und Überlegungen ins Visier genommen. Auch Deutschland wurde bereits das Ziel - unter anderem mit der Drohung eines Atomschlags in Berlin in nur 106 Sekunden. Der bekannte russische Journalist und Kreml-Propagandist Wladimir Solowjow wandte sich nun erneut mit einer Drohung an Deutschland. Diesmal drohte er mit einer Invasion Deutschlands. Auslöser sind Aussagen von Bundeskulturministerin Claudia Roth (Grüne) in der ukrainischen Hafenstadt Odessa.

Ukraine-Krieg: Roth-Aussage in Odessa empört Solowjow - er droht mit „Marsch sowjetischer Stiefel“

Bei ihrem Besuch in Odessa am Dienstag (7. Juni) wurden Roth zwei Briefmarken zum Untergang des russischen Kreuzers „Moskwa“ nach ukrainischem Beschuss geschenkt. Dabei posierte sie mit dem Geschenk und gab mit Gelächter mehrmals den Text auf der Briefmarke wieder: „F*ck you, Russian warship“. Beim Kreml-Propagandisten Solowjow sorgte diese Szene offenbar für Empörung und er nahm sich das zum Anlass für eine offene Drohung gegenüber Deutschland in seiner Sendung „Abend“ im russischen Staatsfernsehen Rossija-1. Der BBC-Journalist Francis Scarr, der sich auf die Beobachtung von russischen Staatsmedien spezialisiert, veröffentlichte auf Twitter einen Ausschnitt aus der Sendung.

In einer Anspielung auf die Niederlage von Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg drohte der russische Propagandist Deutschland mit einer Invasion. Zwar nahm er das Wort nicht in den Mund, seine Worte waren allerdings deutlich genug. „Sie hat uns gesagt, wir sollen uns verpissen! Und was sollen wir jetzt tun?“, führt der Kreml-Journalist aus. „Noch einmal den Staub von den germanischen Gräbern schütteln mit dem donnernden Marsch sowjetischer Stiefel?“, droht Solowjow.

„Werden sie die Botschaft nicht anders verstehen?“, so Solowjow. Die Deutschen würden denken, sie könnten alles tun, einschließlich „ihre Panzer in den Osten senden, die wieder auf russischen Boden trampeln werden“. Dabei streute er auch vereinzelt deutsche Wörter in seine Äußerungen.

Ukraine-Krieg: Putin-Propagandist Solowjow geht auf Roth los - „ist das die Kulturministerin?“

„Wenn wir über die deutsche Kultur gesprochen haben, schien es als ein echtes Phänomen - und dann kam 2022!“, so Solowjow kurz vor seiner Drohung. Mit einer sarkastisch erhobenen Stimme und den Worten „Die deutsche Kulturministerin, schauen Sie sich das an“, ließ er die Aussagen von Roth in Odessa abspielen. „Verstehen Sie was ich meine“, fragte er im Anschluss seine Gäste und fügte hinzu: „DAS ist die deutsche Kulturministerin.“

Schließlich wurde die Wut von Solowjow immer ausgeprägter. Der Putin-nahe Journalist wetterte gegen die Bundesregierung. „Glauben Sie, nachdem diese Regierung Idioten, Abschaum, Rüpel und Schurken rekrutiert hat, sollten wir mit ihnen noch über irgendetwas reden?“, fragte Solowjow im russischen Staatsfernsehen: „Ist DAS die deutsche Kulturministerin?“

Die Drohung gegenüber einem westlichen Land im russischen Staatsfernsehen ist allerdings alles andere als neu. Mehrmals äußerten pro-Kreml-Journalisten ihren Wunsch auf eine aggressivere Haltung gegenüber dem Westen. Zuletzt betonte eine Moderatorin im Sender Rossija-1, im Zuge des Ukraine-Krieges müsse die gesamte Nato „entmilitarisiert“ werden. (bb)

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